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Sekt wird teurer: Was Österreichs Konsumenten jetzt erwartet

Heute, 16:20

Sekt wird teurer: Was Österreichs Konsumenten jetzt erwartet
21.10.2026 17:15 (Akt. 21.10.2026 17:15)
CANVA
Schlechte Nachrichten vor der Sektsaison: Die heimische Traubenernte fällt 2026 deutlich geringer aus. Österreichs Sekthersteller rechnen mit steigenden Preisen. Warum trotzdem kein Sektmangel droht.

von - bearbeitet von (VIENNA.AT)

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Wer zu Weihnachten oder Silvester mit einem Glas Sekt anstoßen möchte, muss sich möglicherweise auf höhere Preise einstellen. Die österreichischen Sekthersteller rechnen nach einer schwierigen Traubenernte mit Preisanpassungen. Grund dafür sind anhaltende Trockenheit und lange Hitzeperioden, die den Weinbau 2026 stark belastet haben.

Wie das Österreichische Sektkomitee am Dienstag, dem 20. Oktober 2026, mitteilte, dürfte die Erntemenge für Sekt bei rund 1,7 Millionen Hektolitern liegen. Das entspricht einem Rückgang von 28 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2025.

Besonders relevant ist diese Entwicklung mit Blick auf die kommenden Wochen. Ab Ende Oktober werden in Österreich durchschnittlich 45 Prozent der gesamten jährlichen Sektmenge konsumiert.

Sektpreise steigen: Wie teuer wird es wirklich?

Die geringere Traubenernte dürfte sich auch auf die Preise auswirken. Michael Malat, Leiter des Marketingausschusses im Sektkomitee sowie Winzer und Sekthersteller, rechnet mit Preiserhöhungen.

Diese dürften allerdings unter der Inflationsrate bleiben. Malat geht nicht davon aus, dass die Hersteller stärkere Preissteigerungen am Markt durchsetzen können.

Konkrete Angaben dazu, um wie viel eine Flasche Sekt teurer werden könnte, machte das Komitee nicht. Auch ein Zeitpunkt für mögliche Preisanpassungen wurde nicht genannt.

Trotz schlechter Ernte: Sekt wird nicht knapp

Eine gute Nachricht gibt es für Konsumenten dennoch. Trotz der deutlich geringeren Erntemenge erwartet die Branche keine Versorgungsengpässe.

„Wir machen uns keine Sorgen, der Sekt wird nicht ausgehen“, erklärte Malat laut APA.

Ein Grund dafür sind die Bestände aus dem ertragreichen Jahr 2025. Diese könnten mit Sekt aus dem schwierigeren Jahrgang 2026 verschnitten werden. Dadurch soll auch die Qualität der Produkte erhalten bleiben.

Die schwache Ernte bedeutet somit nicht, dass Konsumenten zu Weihnachten oder Silvester auf österreichischen Sekt verzichten müssen.

33 Millionen Flaschen: So viel Sekt trinken die Österreicher

Der Sektkonsum in Österreich bleibt auf einem vergleichsweise stabilen Niveau. Jährlich werden rund 33 Millionen Flaschen Schaumwein konsumiert.

Nach Daten des International Wine and Spirits Record (IWSR) ging der Verbrauch 2025 zwar um 4,3 Prozent zurück, lag aber weiterhin um 1,8 Prozent über dem Wert von 2020.

Auffällig ist der hohe Anteil ausländischer Produkte. Rund drei Viertel der verkauften Menge stammen aus Importen. Lediglich ein Viertel entfällt auf heimische Erzeugnisse.

Aurore Jeudy, Kellermeisterin von Schlumberger und Vorsitzende des Österreichischen Sektkomitees, sieht deshalb noch Wachstumsmöglichkeiten für österreichischen Sekt.

„Es gibt noch Luft nach oben für Sekt Austria“, erklärte Jeudy.

Mittelfristig strebt die Branche einen Marktanteil von 50 Prozent für heimische Produkte an. Damit soll österreichischer Sekt gegenüber ausländischen Schaumweinen an Bedeutung gewinnen.

Neue EU-Regeln bringen weitere Veränderungen

Neben den schwierigen Erntebedingungen steht die österreichische Sektbranche vor rechtlichen Veränderungen.

Durch Anpassungen an das EU-Weingesetz muss die bisherige Struktur der gemeinsamen Herkunftsbezeichnung Sekt Austria neu organisiert werden.

Künftig sollen Erzeugervereinigungen eigenständig über Produktionsbedingungen, geografische Abgrenzungen und Produktspezifikationen entscheiden können. Österreichweit einheitliche geschützte Herkunftsbezeichnungen sind in der bisherigen Form damit nicht mehr möglich.

Das Sektkomitee fordert, dass Herkunftsangaben für Konsumenten weiterhin klar und verständlich bleiben.

Zusätzlich sorgt eine Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs von Anfang Oktober für Handlungsbedarf. Der VfGH hob Bestimmungen der Weinbezeichnungsverordnung auf, weil die Klassifizierung von Rieden durch das nationale Weinkomitee nicht ausreichend durch das geltende Weingesetz gedeckt sei.

Das Landwirtschaftsministerium arbeitet deshalb an einer Novelle oder Reform des bisherigen Gesetzes.

Was bedeutet das für Weihnachten und Silvester?

Für die bevorstehende Festtagssaison zeichnet sich damit ein klares Bild ab. Österreichischer Sekt dürfte weiterhin ausreichend erhältlich sein, allerdings könnten Konsumenten bei einzelnen Produkten höhere Preise bezahlen müssen.

Wie stark die Preise tatsächlich steigen werden, ist derzeit offen. Nach Einschätzung der Branche dürften die Erhöhungen jedoch unter der Inflationsrate bleiben.

Fest steht: Die schwierige Traubenernte 2026 stellt die heimischen Sekthersteller vor Herausforderungen, während die Nachfrage insbesondere zum Jahresende traditionell hoch ist.

(APA/Red)

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