logo
Wien



[email protected]

WWF setzt Spürhund Finn gegen Wildtierkriminalität in Ostösterreich ein

Gestern, 17:35

WWF setzt Spürhund Finn gegen Wildtierkriminalität in Ostösterreich ein
20.10.2026 19:00 (Akt. 20.10.2026 19:00)
WWF Österreich
Der fünfjährige Schäferhund-Mischling soll in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark nach Tierkadavern und Giftködern suchen. Seine Funde können Polizei-Ermittlungen unterstützen und weitere Tiere schützen.
Anzeige

Der WWF erweitert sein Spürhund-Team: Finn soll ab sofort die Polizei bei Ermittlungen zu illegalen Wildtiertötungen unterstützen. Der fünfjährige Schäferhund-Mischling ist darauf trainiert, tote Wildtiere und Giftköder aufzuspüren. Geplant sind Einsätze vor allem in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark.

Finn rettet Wildtieren das Leben

„Finn hilft, illegale Abschüsse, Vergiftungen oder tödliche Fallen aufzudecken. Seine Funde können entscheidende Hinweise für die polizeilichen Ermittlungen liefern sowie weiteren Wildtieren das Leben retten“, sagt WWF-Artenschutzexpertin Christina Wolf-Petre. Werden Giftköder oder präparierte Tierkadaver gefunden, können sie rasch entfernt werden, bevor weitere Tiere das Gift aufnehmen.

Finn steht für gemeinsame Einsätze mit der Polizei auf Abruf bereit. Auch bei präventiven Suchaktionen soll er zum Einsatz kommen. Gerade in großen, bewaldeten oder unübersichtlichen Gebieten sei die Suche für Menschen schwierig, sagt Wolf-Petre: „Die feine Nase eines Hundes kann den wesentlichen Unterschied machen.“

Zweiter Spürhund im WWF-Team

Finn ist ein X-Herder, eine Mischung aus Holländischem Schäferhund und Malinois. Erfahrung hat der Rüde bereits bei einem Einsatz in der Steiermark gesammelt: Dort spürte er Luchskot auf und unterstützte damit das Monitoring der bedrohten Wildkatzen.

Mit Finn wächst das WWF-Hundeteam auf zwei Tiere. Die Hündin Lea ist in Tirol stationiert. Langfristig will der WWF ein österreichweites Netzwerk aus geschulten Mensch-Hund-Teams aufbauen. Die Teams sollen nach einheitlichen Standards zertifiziert werden und bei der Bekämpfung illegaler Wildtierverfolgung helfen.

Wildtierkriminalität in Österreich: 310 dokumentierte Fälle seit 2017

Wie groß das Problem ist, zeigt der aktuelle Wildtierkriminalitäts-Bericht von WWF und BirdLife: Zwischen 2017 und 2025 dokumentierten die Naturschutzorganisationen österreichweit 310 Fälle mit insgesamt 487 betroffenen Tieren. Dazu zählen Abschüsse, Vergiftungen und Tiere, die in Fallen gefangen wurden.

„Bei den bekannten Fällen handelt es sich aber nur um die Spitze des Eisberges. Nach wie vor wird nur ein geringer Anteil der Fälle tatsächlich aufgedeckt“, sagt Wolf-Petre. Der WWF fordert deshalb einen nationalen Aktionsplan. Er soll Bund und Länder einbinden, Zuständigkeiten festlegen und verbindliche Ziele zur Eindämmung illegaler Wildtierverfolgung enthalten.

(Red.)

Nachrichtenquelle


© 2017-2024 wienpress.at [email protected]