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Winterreifenpflicht ab November: Diese 4 Millimeter sind entscheidend

Heute, 06:30

Winterreifenpflicht ab November: Diese 4 Millimeter sind entscheidend
19.10.2026 08:00 (Akt. 19.10.2026 08:00)
OEAMTC APA-Fotoservice Hörmandinger
Ab 1. November gilt auch in Wien wieder die situative Winterausrüstungspflicht. Der ÖAMTC warnt vor abgefahrenen Reifen und empfiehlt einen rechtzeitigen Wechsel. Ein aktueller Test zeigt deutliche Qualitätsunterschiede.
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Für Autofahrer in Wien und ganz Österreich steht ein wichtiger Termin bevor. Ab dem 1. November 2026 gilt wieder die situative Winterausrüstungspflicht. Bis zum 15. April müssen Fahrzeuge bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen entsprechend ausgerüstet sein. Der ÖAMTC empfiehlt, bereits jetzt einen Termin für den Reifenwechsel zu vereinbaren.

Dabei geht es nicht nur um die gesetzlichen Vorschriften. Auch die Profiltiefe und die Qualität der Reifen spielen eine entscheidende Rolle für die Sicherheit. Besonders auf nassen Straßen können abgefahrene Winterreifen deutlich an Leistung verlieren.

 ÖAMTC
ÖAMTC empfiehlt Winterreifen schon bei nasskaltem Wetter

ÖAMTC-Techniker und Reifenexperte Steffan Kerbl rät dazu, den Reifenwechsel nicht bis zum ersten Schneefall aufzuschieben. Winterreifen bieten nach Angaben des Experten bereits bei niedrigen Temperaturen und nassen Fahrbahnen Vorteile.

„Erstens sind Winterreifen bei den aktuell vielerorts einstelligen Temperaturen in der Früh, insbesondere auf nassen Fahrbahnen, bereits jetzt im Vorteil und bieten einen besseren Grip. Und zweitens: Kommt dann ‚plötzlich‘ der Wintereinbruch, sind die Werkstätten auf Wochen ausgebucht“, erklärt Kerbl.

Die gesetzliche Winterausrüstungspflicht gilt nicht pauschal bei jeder Fahrt zwischen November und April. Entscheidend sind die tatsächlichen Fahrbahnverhältnisse. Bei Schnee, Schneematsch oder Eis müssen Pkw entsprechend ausgerüstet sein.

Wolfgang Grube
Nur sechs von 32 Winterreifen überzeugen im ÖAMTC-Test

Wer neue Winterreifen benötigt, sollte nicht ausschließlich auf die Kennzeichnung achten. Wie groß die Qualitätsunterschiede ausfallen können, zeigt der aktuelle Winterreifentest 2026 des ÖAMTC.

Von insgesamt 32 getesteten Reifen erhielten lediglich sechs die Bewertung „gut“. Das bedeutet, dass ein Reifen mit entsprechender Winterkennzeichnung nicht automatisch auch gute Testergebnisse erzielt.

Die vollständigen Ergebnisse sind im abrufbar.

Vier Millimeter Profil können bereits kritisch sein

Besonders wichtig ist laut ÖAMTC die Profiltiefe. Für Winterreifen gilt bei Pkw in Österreich grundsätzlich eine gesetzliche Mindestprofiltiefe von vier Millimetern bei Radialreifen.

Kerbl empfiehlt allerdings, mit deutlich mehr Restprofil in die Wintersaison zu starten.

„Je nach Fahrleistung sollte das Restprofil zu Beginn der Saison bei zumindest fünf bis sechs Millimetern liegen. So ist die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von vier Millimetern bei Winterreifen auch am Ende des Winters noch gegeben.“

Ein Test des ÖAMTC und seiner Partnerorganisationen zeigt, warum diese Empfehlung sinnvoll ist. Bereits bei vier Millimetern Restprofil beginnen Winterreifen demnach, an Sicherheitsreserven zu verlieren.

ADAC Marc Wittkowski
Bis zu 25 Prozent weniger Leistung bei Nässe

Besonders deutlich zeigen sich die Unterschiede auf nasser Fahrbahn. Laut ÖAMTC verloren Winterreifen mit vier Millimetern Restprofil im Vergleich zu neuen Modellen bei der Wasserverdrängung im Durchschnitt bis zu 25 Prozent ihrer Leistung.

Der Grund liegt in der Bauweise der Reifen. Winterreifen verfügen über zahlreiche feine Einschnitte im Profil, sogenannte Lamellen. Mit abnehmender Profiltiefe können sie deutlich weniger Wasser verdrängen.

Dadurch kann der Kontakt zwischen Reifen und Fahrbahn früher verloren gehen. Das Risiko von Aquaplaning steigt. Dabei schwimmt der Reifen auf einem Wasserfilm auf und verliert den direkten Kontakt zur Straße.

Der ÖAMTC weist darauf hin, dass die Leistungseinbußen bei abgefahrenen Winterreifen auf nassen Straßen besonders deutlich ausfallen.

Diese sieben Punkte sollten Autofahrer vor dem Winter prüfen

Neben der Bereifung empfiehlt der ÖAMTC, auch den übrigen Zustand des Fahrzeugs rechtzeitig zu kontrollieren.

Beleuchtung: Alle Leuchten auf Funktion und richtige Einstellung prüfen. Frostschutz: Kühlsystem und Scheibenwaschanlage kontrollieren. Batterie: Zustand überprüfen, da defekte oder altersschwache Batterien laut ÖAMTC die häufigste Pannenursache sind. Scheibenwischer: Wischerblätter ersetzen, wenn sie Schlieren hinterlassen. Reifen: Profiltiefe kontrollieren und auf Beschädigungen achten. Türdichtungen: Mit geeigneten Pflegemitteln behandeln, damit sie bei Frost nicht anfrieren. Winterausrüstung: Eiskratzer und Schneebesen im Fahrzeug mitführen.
OEAMTC APA-Fotoservice Hörmandinger
Was Autofahrer in Wien jetzt beachten sollten

Bis zum Beginn der situativen Winterausrüstungspflicht am 1. November bleibt noch Zeit, den Zustand der vorhandenen Reifen zu überprüfen und gegebenenfalls einen Werkstatttermin zu vereinbaren.

Wer mit Ganzjahresreifen unterwegs ist, sollte ebenfalls auf die entsprechende Winterkennzeichnung und ausreichende Profiltiefe achten.

Der ÖAMTC empfiehlt insbesondere, nicht erst auf den ersten Wintereinbruch zu warten. Denn neben der gesetzlichen Verpflichtung entscheidet auch der tatsächliche Zustand der Reifen darüber, wie sicher ein Fahrzeug bei niedrigen Temperaturen und nassen Straßen unterwegs ist.

(VIENNA.AT)

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