
Eine nächtliche Verfolgungsfahrt durch Wien hat am Mittwoch einen Polizeieinsatz mit Schussabgabe ausgelöst. Ein 22-jähriger Autofahrer entzog sich laut Polizei einer Verkehrskontrolle und flüchtete über die Südosttangente A23 bis nach Floridsdorf.
Dabei soll der Mann zahlreiche Verkehrsregeln missachtet haben. Er fuhr nach Polizeiangaben mit überhöhter Geschwindigkeit, benutzte zeitweise den Pannenstreifen und missachtete rote Ampeln. Selbst nachdem ein Polizist aus kurzer Entfernung auf einen Reifen des Fahrzeugs geschossen hatte, setzte der Lenker seine Flucht fort.
Erst in der Richard-Neutra-Gasse gelang es den Beamten, den Mann anzuhalten und festzunehmen. Bei dem Einsatz wurde niemand verletzt.
Der Vorfall begann gegen 22 Uhr im Bereich der Otto-Preminger-Straße im dritten Wiener Gemeindebezirk. Beamte des Stadtpolizeikommandos Landstraße wurden auf ein Auto mit deutschem Kennzeichen aufmerksam, nachdem sie eine Verwaltungsübertretung festgestellt hatten.
Die Polizisten forderten den Lenker mit deutlich sichtbaren und hörbaren Signalen zu einer Fahrzeug- und Lenkerkontrolle auf. Zunächst folgte der Autofahrer den Anweisungen. Dann beschleunigte er plötzlich und fuhr mit überhöhter Geschwindigkeit in Richtung A23 davon. Die Beamten nahmen daraufhin die Verfolgung auf.
Auf der Südosttangente setzte der Lenker seine Fahrt in Richtung Stadlau fort. Im Verlauf der Nachfahrt wurden die Beamten des Stadtpolizeikommandos Landstraße von Kräften der Landesverkehrsabteilung Wien unterstützt.
Laut Polizei täuschte der Fahrer mehrfach vor, die Autobahn verlassen zu wollen. Außerdem benutzte er über einen längeren Zeitraum den Pannenstreifen. Trotz wiederholter Verwendung des Folgetonhorns verringerte er seine Geschwindigkeit nicht.
Schließlich verließ der Mann die A23 bei der Abfahrt Hirschstetten und fuhr auf der Hirschstettner Straße weiter.
Auch abseits der Autobahn setzte sich die gefährliche Fahrt laut Polizei fort. Die Beamten beobachteten weitere Geschwindigkeitsübertretungen. Zudem soll der Lenker einen Radweg befahren und rote Ampeln missachtet haben.
Welche Geschwindigkeiten dabei erreicht wurden, geht aus der Polizeiaussendung nicht hervor. Auch über die genaue Dauer der Verfolgungsfahrt machte die Landespolizeidirektion Wien keine Angaben.
Im Bereich der Donaufelder Straße gelang es den Beamten der Landesverkehrsabteilung zunächst, das Fahrzeug anzuhalten. Daraufhin stieg ein 25-jähriger Beifahrer aus dem Auto und versuchte davonzulaufen.
Die Polizisten konnten ihn jedoch unmittelbar anhalten. Der 22-jährige Lenker blieb hingegen im Fahrzeug. Obwohl die Beamten ihn mehrfach aufforderten, auszusteigen, kam er dieser Aufforderung nicht nach. Stattdessen startete er plötzlich erneut den Motor und setzte seine Flucht fort.
Im Zuge dieser erneuten Flucht kam es laut Polizei zu einer Schussabgabe. Ein Beamter feuerte aus geringer Entfernung auf einen Reifen des Autos. Trotz des Schusses fuhr der 22-Jährige weiter. Er setzte seine Fahrt mit überhöhter Geschwindigkeit über einen dortigen Gehweg fort.
Die Flucht endete schließlich in Wien-Floridsdorf. In der Richard-Neutra-Gasse konnten die Beamten den 22-jährigen österreichischen Staatsbürger anhalten. Bei der anschließenden Kontrolle stellte sich heraus, dass der Mann keine gültige Lenkberechtigung besitzt.
Gegenüber den Polizisten erklärte er laut Aussendung, dass genau dies der Grund für seine Flucht gewesen sei.
Die Besitzverhältnisse des Autos konnten vor Ort ebenfalls nicht eindeutig geklärt werden, da der Lenker keine entsprechenden Nachweise vorlegen konnte.
Der Mann wurde nach seiner Anhaltung vorläufig festgenommen. Die weiteren Ermittlungen führt das Landeskriminalamt Wien, Außenstelle Nord.
Welche konkreten strafrechtlichen Vorwürfe gegen den 22-Jährigen erhoben werden und ob die Staatsanwaltschaft bereits weitere Maßnahmen angeordnet hat, geht aus der Aussendung nicht hervor.
Auch zum weiteren Status des 25-jährigen Beifahrers liegen keine näheren Informationen vor. Trotz der Verfolgungsfahrt, der zahlreichen Verkehrsverstöße und der Schussabgabe wurde nach Angaben der Polizei niemand verletzt.
(Red.)
