
Wer heute Vormittag in der Wiener Innenstadt unterwegs ist, könnte Am Hof auf zahlreiche Polizeikräfte und Absperrungen treffen. Grund dafür ist eine angekündigte Sicherheitsübung des Innenministeriums gemeinsam mit dem Energiekonzern VERBUND.
Auch Spezialeinheiten sollen an dem Training teilnehmen. Die Übung findet im Bereich der VERBUND-Zentrale statt und soll realistische Bedrohungsszenarien nachstellen. Es handelt sich um eine geplante Übung und nicht um einen gemeldeten tatsächlichen Sicherheitsvorfall.
Das Innenministerium hat bereits im Vorfeld darauf hingewiesen, dass Teile des Einsatztrainings öffentlich sichtbar sein werden.
⚠️ Im Bereich Am Hof in der Inneren Stadt findet derzeit eine Polizeiübung statt. Dabei sind auch Polizeikräfte mit Sonderausrüstung zu sehen. https://t.co/BGrdPjPLZ5
— POLIZEI WIEN (@LPDWien)Die Sicherheitsübung ist für den Vormittag angekündigt. Im Bereich der VERBUND-Zentrale Am Hof sollen zahlreiche Polizeikräfte eingesetzt werden. Nach Angaben des Innenministeriums nehmen neben den Landespolizeidirektionen auch Einheiten der Direktion für Spezialeinheiten sowie weitere Sicherheitsbehörden an den Übungen teil.
Dabei werden unterschiedliche Einsatzszenarien durchgespielt. Auch im Gebäude des Energieunternehmens finden entsprechende Trainings statt.
Ein exakter Zeitpunkt für den Beginn oder das Ende der Übung wurde in den vorliegenden Informationen nicht genannt.
Hintergrund der Übung ist der Schutz sogenannter kritischer Infrastruktur. Dazu gehören Einrichtungen, deren Funktion für die Versorgung und Sicherheit der Bevölkerung besonders wichtig ist.
Im aktuellen Fall steht die Energieversorgung im Mittelpunkt. Das Innenministerium verweist auf zunehmende sicherheitsrelevante Vorfälle in Europa. Dazu zählen unter anderem verdächtige Drohnenflüge, Cyberangriffe und mutmaßliche Sabotagehandlungen.
Gemeinsam mit VERBUND sollen deshalb Abläufe für mögliche Krisensituationen trainiert werden. Das Ziel ist, die Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsbehörden und Betreibern wichtiger Infrastruktur zu verbessern.
Im Mittelpunkt stehen mehrere Bereiche des Krisenmanagements. Dazu gehören die Weitergabe wichtiger Informationen, die Abstimmung zwischen verschiedenen Einsatzkräften sowie die Koordination von Entscheidungen im Ernstfall.
Auch die internen Abläufe des Energieunternehmens werden überprüft. VERBUND-Vorstandsvorsitzender Michael Strugl erklärte in der Ankündigung, dass regelmäßige Übungen und die Zusammenarbeit mit Behörden helfen würden, die eigene Handlungsfähigkeit im Ernstfall sicherzustellen.
Bundespolizeidirektor Michael Takács betonte ebenfalls die Bedeutung realistischer Trainingsbedingungen. Konkrete Einzelheiten zu den simulierten Bedrohungsszenarien wurden nicht veröffentlicht.
Die Übung in Wien ist Teil eines größeren Trainingsprogramms. Von 13. bis 15. Oktober 2026 führten das Innenministerium und VERBUND in mehreren österreichischen Bundesländern gemeinsame Übungen durch.
Beteiligt sind unter anderem die Landespolizeidirektionen, die Direktion für Spezialeinheiten, die Bundespolizeidirektion und Teile der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst. Mit den Trainings sollen bestehende Sicherheitskonzepte überprüft und gegebenenfalls verbessert werden.
Zusätzlich planen das Innenministerium und VERBUND eine längerfristige Sicherheitspartnerschaft im Rahmen der Initiative „GEMEINSAM.SICHER“.
Wer am Vormittag des 15. Oktober einen Termin rund um den Platz Am Hof hat, sollte mögliche Absperrungen berücksichtigen und gegebenenfalls zusätzliche Wegzeit einplanen. Eine großräumige Sperre der Wiener Innenstadt ist in den vorliegenden Ankündigungen nicht genannt.
Auch konkrete Änderungen bei den Wiener Linien wurden bislang nicht veröffentlicht. Passanten sollten die Anweisungen der Einsatzkräfte beachten und abgesperrte Bereiche nicht betreten.
Entscheidend ist die Einordnung: Die sichtbaren Spezialeinheiten und Polizeimaßnahmen gehören zu einer im Voraus angekündigten Sicherheitsübung.
(Red.)
