
von (VIENNA.AT) - bearbeitet von (VIENNA.AT)
Der vergangene Woche vom Bundesministerium für Bildung gelaunchte Bildungskompass soll es Eltern ermöglichen, mögliche Schulen für ihre Kinder direkt miteinander zu vergleichen. Schulen sollen dadurch mehr Druck verspüren, gute Leistungen zu erbringen. Doch wie verlässlich sind die veröffentlichten Daten?
Aufgrund vorangegangener Recherchen zu einer bestimmten Schule in Wien-Ottakring war ich mit den Daten und Fakten zu dieser Volksschule mehr oder weniger zufällig vertraut. Umso ernüchterter musste ich feststellen, dass die Daten zu dieser Schule nicht richtig übernommen wurden.
Vergleicht man die Angabe zur SchülerInnenanzahl der Julius-Meinl-Schule am Bildungskompass mit jenen Werten, die in der ursprünglichen Schulvergleichsplattform, dem (der seine Daten von der Statistik Austria bezog), angegeben wurden, ist leicht zu erkennen, dass hier die Daten der Odoakergasse verwendet wurden.
Natürlich besteht hier ein Sonderfall, denn die Schule in der Odoakergasse und die Julius-Meinl-Schule wurden erst kürzlich zusammengelegt. Doch weil das Klientel der Schulen zuvor nicht unterschiedlicher hätte sein können, wackelt nun der Ruf der bei bildungsnahen Eltern eigentlich sehr beliebten Julius-Meinl-Schule. Die Daten dieses Schulteils, der knapp 100 SchülerInnen mehr beherbergt als sein Pendant, wurden nämlich auch bei den iKM-plus-Werten völlig außer Acht gelassen. Stattdessen sind am Standort Julius-Meinl-Schule nun die Werte der Odoakergasse zu finden, und zwar jene, die noch vor Zusammenlegung der beiden Schulen erhoben wurden.
Nun stellt sich natürlich die Frage: Wenn ich die Daten zu einer Schule zufällig kenne und diese nicht stimmen, wie viele andere Fehler sind dann auf der Plattform vorhanden? Reines Pech, oder wurde der Bildungskompass unausgereift gestartet?
Bereits zum Start des Bildungskompasses am 8. Oktober wurden das Bundesministerium für Bildung sowie das Schulqualitätsmanagement der Bildungsregion West auf den Fehler aufmerksam gemacht. Leider wurde bis dato weder der Fehler behoben, noch war das Bundesministerium für Bildung zu einer Stellungnahme hinsichtlich der Qualitätssicherung bereit.
(Red.)
