
Beim Lebensmitteleinkauf gibt es für Wienerinnen und Wiener zumindest in einem Teil des Sortiments eine spürbare Entlastung. Wie ein neuer Preismonitor der Arbeiterkammer Wien zeigt, ist ein Einkaufskorb mit 40 besonders günstigen Lebensmitteln und einigen Reinigungsmitteln gegenüber September 2025 um neun Prozent billiger geworden.
Während die Testeinkäufer im Vorjahr noch fast 82 Euro bezahlten, waren es im September 2026 rund 74 Euro. Doch nicht alle Produkte folgen diesem Trend: 23 Artikel wurden günstiger, 15 teurer und zwei blieben preislich unverändert. Bei gesondert untersuchten Markenlebensmitteln stellte die AK sogar einen durchschnittlichen Preisanstieg von 5,3 Prozent fest.
Besonders stark gesunken sind laut Arbeiterkammer die Preise für Teebutter. Im September 2026 kostete sie in der untersuchten günstigen Produktauswahl 37 Prozent weniger als im September 2025.
Auch bei Penne-Nudeln gab es einen deutlichen Rückgang von 19 Prozent. Gouda und Pommes frites wurden jeweils um 14 Prozent günstiger, Mineralwasser um zwölf Prozent und Äpfel um elf Prozent.
Ein Teil der Preisrückgänge ist laut AK auf die Senkung der Mehrwertsteuer für bestimmte Grundnahrungsmittel zurückzuführen. Seit dem 1. Juli 2026 gilt für diese Produkte ein reduzierter Steuersatz von 4,9 statt zuvor zehn Prozent.
Allerdings lässt sich aus der Untersuchung nicht ableiten, welcher Anteil der einzelnen Preisrückgänge tatsächlich durch die Steuersenkung verursacht wurde.
Trotz des insgesamt günstigeren Warenkorbs mussten Konsumenten bei mehreren Produkten tiefer in die Tasche greifen.
Den stärksten Preisanstieg unter den genannten Artikeln verzeichnete Tafelessig mit einem Plus von 29 Prozent. Erdäpfel und flüssiges Vollwaschmittel verteuerten sich um jeweils 14 Prozent.
Bei Eiern der Größe M, Paradeisern und Seife stellte die AK jeweils einen Anstieg von neun Prozent fest.
Unverändert blieben hingegen die Preise für passierte Paradeiser und Taschentücher. Die unterschiedlichen Entwicklungen zeigen, dass die Preisentlastung stark davon abhängt, welche Produkte tatsächlich im Einkaufswagen landen.
Während die günstigsten Produkte insgesamt billiger wurden, zeigt sich bei Markenlebensmitteln ein gegenteiliger Trend.
Für eine gesonderte Untersuchung überprüfte die Arbeiterkammer Anfang September 2026 die Grundpreise von 31 Markenlebensmitteln in den Onlineshops von Billa und Interspar.
Das Ergebnis: Die untersuchten Markenprodukte verteuerten sich im Jahresvergleich um durchschnittlich 5,3 Prozent.
Besonders stark stieg der Preis für Emmentaler mit 31 Prozent. Marillenmarmelade und Bohnenkaffee wurden jeweils um 14 Prozent teurer, Olivenöl um zwölf Prozent.
Auch Reis und griffiges Weizenmehl kosteten mehr als im September 2025.
Auch die Wahl des Geschäfts kann beim Lebensmitteleinkauf einen Unterschied machen.
Laut Arbeiterkammer lagen die Preise in den untersuchten Supermärkten durchschnittlich elf Prozent über jenen der Diskonter.
Für den Preismonitor erhob die AK im September 2026 die Grundpreise der 40 günstigsten Produkte bei insgesamt sieben Handelsketten. Untersucht wurden Billa, Billa Plus, Spar und Interspar sowie Hofer, Lidl und Penny.
Bei jeder Kette besuchten die Testeinkäufer drei Wiener Filialen.
Der Unterschied von elf Prozent bezieht sich auf die untersuchte Produktauswahl. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass jeder einzelne Artikel bei einem Diskonter günstiger ist als im Supermarkt.
Die Ergebnisse des Preismonitors müssen richtig eingeordnet werden. Denn die Arbeiterkammer hat nicht die Preise aller Lebensmittel in Österreich verglichen, sondern zwei unterschiedliche Produktauswahlen untersucht.
Die erste Erhebung umfasst 40 besonders günstige Lebensmittel und einige Reinigungsmittel des wöchentlichen Bedarfs. Die Preise wurden im September 2026 in jeweils drei Wiener Filialen von sieben Handelsketten erhoben und mit September 2025 verglichen.
Die zweite Untersuchung konzentriert sich auf 31 Markenlebensmittel. Hier wurden die Grundpreise in den Onlineshops von Billa und Interspar Anfang September 2026 überprüft.
Die beiden Auswertungen unterscheiden sich somit sowohl bei der Produktauswahl als auch bei den untersuchten Verkaufsstellen.
Dass der günstigste Warenkorb um neun Prozent billiger wurde, bedeutet daher nicht, dass sämtliche Lebensmittel oder der durchschnittliche Einkauf österreichischer Haushalte im gleichen Ausmaß günstiger geworden sind.
(Red.)
