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Wien: Kaum Regen im Oktober – was jetzt droht

Gestern, 14:15

Wien: Kaum Regen im Oktober – was jetzt droht
12.10.2026 13:01 (Akt. 12.10.2026 13:01)
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APA/GEORG HOCHMUTH
Nur 0,3 Liter Regen pro Quadratmeter sind in Wien vom 1. bis 11. Oktober gefallen. Wettermodelle erwarten vorerst kaum Besserung. Für November und den Winter zeichnet sich dagegen ein anderes Bild ab.
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Der Oktober 2026 verläuft in Wien bislang außergewöhnlich trocken. An der Wetterstation Hohe Warte wurden zwischen dem 1. und 11. Oktober lediglich 0,3 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. Das entspricht rund einem Prozent der Regenmenge, die dort normalerweise im gesamten Oktober fällt.

Auch in vielen anderen Regionen Österreichs ist bisher kaum Niederschlag zusammengekommen. Besonders groß ist der Gegensatz zum Westen: Während Wien nahezu trocken blieb, wurden in Bregenz bereits 86,9 Liter pro Quadratmeter registriert.

Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Wetterdienstes Tauernwetter vom 12. Oktober 2026 hervor. Die Meteorologen erwarten, dass sich die Trockenheit in weiten Teilen Österreichs bis zum Monatsende fortsetzen könnte.

Wien hat erst ein Prozent des üblichen Oktoberregens

Normalerweise fallen an der Wetterstation Wien Hohe Warte im gesamten Oktober durchschnittlich 47 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Grundlage dafür ist das Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020.

Bis einschließlich 11. Oktober wurden 2026 aber nur 0,3 Liter gemessen. Damit ist zwar erst gut ein Drittel des Monats vergangen, dennoch fällt das bisherige Niederschlagsdefizit deutlich aus.

Ähnlich trocken war es in Eisenstadt, wo bislang rund zwei Prozent des üblichen Monatsniederschlags erreicht wurden. In Graz waren es vier Prozent, in Lienz ebenfalls nur zwei Prozent.

Bregenz zeigt völlig anderes Wetterbild

Ganz anders ist die Situation im äußersten Westen Österreichs. In Bregenz wurden vom 1. bis 11. Oktober bereits 86,9 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. Das entspricht 75 Prozent des durchschnittlichen Oktoberniederschlags. Allein am 8. und 10. Oktober fielen dort zusammen knapp 79 Liter. Auch Innsbruck erreichte bereits 52 Prozent seines üblichen Monatsmittels.

Die Ursache liegt laut Tauernwetter in der Zugbahn der vergangenen Wetterstörungen. Diese kamen aus Nordwesten und brachten vor allem an den Bergen Vorarlbergs und Nordtirols Niederschläge. Weiter östlich und südlich schwächten sich die Störungen deutlich ab. Dadurch blieb es in vielen Regionen nahezu trocken.

Wettermodelle erwarten weiterhin wenig Regen
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Auch für die zweite Oktoberhälfte sind die Aussichten auf größere Niederschlagsmengen laut Tauernwetter derzeit gering. Die Berechnungen der globalen Wettermodelle ECMWF, GFS und ICON vom 12. Oktober zeigen für weite Teile Österreichs überwiegend trockene Verhältnisse.

Ein anhaltender Hochdruckeinfluss könnte dafür sorgen, dass Regengebiete Österreich weiterhin nur abgeschwächt erreichen. Besonders auffällig ist die Prognose für Wien: Das amerikanische Ensemblemodell GEFS berechnet im Durchschnitt seiner 30 Modellläufe bis zum 28. Oktober nahezu keinen Niederschlag. Einzelne Berechnungen zeigen zwar um den 24. und 27. Oktober etwas Regen, die Mehrheit der Modellläufe bleibt jedoch trocken.

Dabei handelt es sich um eine Modellprognose und nicht um eine gesicherte Wetterentwicklung. Gerade mit zunehmendem Vorhersagezeitraum steigt die Unsicherheit.

Könnte ein Italientief die Trockenheit beenden?

Eine mögliche Wetteränderung deutet sich in einzelnen Modellberechnungen für den Süden Österreichs an. Ab dem 19. Oktober zeigen manche Berechnungen für Kärnten stärkere Niederschläge. Hintergrund könnte die Entwicklung eines Italientiefs sein.

Solche Tiefdruckgebiete können entstehen, wenn kühlere Luft über das vergleichsweise warme Mittelmeer gelangt. Dabei kann feuchte Luft in Richtung Alpen transportiert werden. Allerdings ist dieses Szenario laut Tauernwetter derzeit wenig wahrscheinlich. Der Durchschnitt der Modellberechnungen zeigt weiterhin nur geringe Niederschlagsmengen.

Für das letzte Oktoberdrittel wächst die Unsicherheit, weshalb eine stärkere Wetterumstellung nicht ausgeschlossen werden kann.

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November könnte deutlich nasser werden

Während der Oktober voraussichtlich trocken bleibt, zeigen die längerfristigen Berechnungen für November ein anderes Bild.

Der Wetterdienst hat dafür das Saisonmodell ECMWF SEAS5 ausgewertet. Von insgesamt 51 Modellläufen berechnen 65 Prozent einen überdurchschnittlich niederschlagsreichen November für Österreich.

Beim Temperaturniveau erwarten 57 Prozent der Modellläufe einen überdurchschnittlich warmen November. Ein Grund für das Potenzial kräftiger Niederschläge sind die ungewöhnlich hohen Wassertemperaturen im Mittelmeer und im Nordatlantik.

Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen. Wenn entsprechende Tiefdruckgebiete entstehen, kann das größere Niederschlagsmengen begünstigen.

Ob und wann solche Wetterlagen tatsächlich eintreten, lässt sich aus einer Saisonprognose allerdings nicht zuverlässig ableiten.

Winter 2026/27: Modelle zeigen milden Trend

Auch für den kommenden Winter gibt es bereits erste längerfristige Modellberechnungen. Das ECMWF-Saisonmodell zeigt für alle drei Wintermonate ein deutliches Signal in Richtung überdurchschnittlich hoher Temperaturen. Im Dezember berechnen 76 Prozent der Modellläufe zu warme Verhältnisse. Für Jänner liegt dieser Anteil bei 65 Prozent und für Februar bei 61 Prozent.

Das bedeutet allerdings nicht, dass der Winter durchgehend mild oder schneefrei verlaufen wird. Auch bei einem insgesamt überdurchschnittlich warmen Winter sind einzelne Kaltlufteinbrüche, Frostperioden und Schneefälle bis in tiefe Lagen möglich.

Warum auch ein milder Winter viel Schnee bringen kann

Ein überdurchschnittlich warmer Winter bedeutet nicht automatisch wenig Schnee. Besonders in engen Alpentälern können bei intensiven Niederschlägen größere Schneemengen zusammenkommen, selbst wenn die Temperaturen zunächst knapp über dem Gefrierpunkt liegen.

Dabei können Schmelz- und Abkühlungsprozesse dazu führen, dass die Schneefallgrenze während eines Niederschlagsereignisses absinkt. Tauernwetter verweist in diesem Zusammenhang insbesondere auf Osttirol, Oberkärnten und die Tauerntäler.

Auch kräftige Regenfälle sind bei entsprechenden Wetterlagen möglich. Ob es im kommenden Winter tatsächlich zu solchen Ereignissen kommt, lässt sich derzeit jedoch nicht vorhersagen.

Wie verlässlich ist die Winterprognose?

Langfristige Wettermodelle unterscheiden sich deutlich von klassischen Wettervorhersagen für die nächsten Tage. Sie berechnen keine konkreten Schneefälle, Regenereignisse oder Temperaturen an einzelnen Tagen, sondern zeigen großräumige saisonale Tendenzen.

Das ECMWF-Modell arbeitet dabei mit einer relativ groben räumlichen Auflösung. Gerade in Österreich mit seinen großen Höhenunterschieden können regionale Entwicklungen deshalb nur eingeschränkt dargestellt werden.

Hinzu kommt, dass die verwendete Vergleichsperiode 1993 bis 2016 kühler war als die vergangenen Jahre. Ein Teil des warmen Signals kann somit auch durch die langfristige Klimaerwärmung erklärt werden.

Die Prognose deutet daher auf einen möglicherweise milden Winter hin, liefert aber keine sichere Aussage darüber, wie das Wetter an einzelnen Tagen ausfallen wird.

(Red.)

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