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Babler macht’s schlimmer

Heute, 05:25

Babler macht’s schlimmer
9.10.2026 07:00 (Akt. 9.10.2026 07:00)
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Gastkommentar von Johannes Huber. Der scheidende SPÖ-Vorsitzende und Vizekanzler vermasselt seinem designierten Nachfolger Markus Marterbauer den Start. Als wäre nicht schlimm genug, was diesen erwartet. 
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Andreas Babler hat bekommen, was er wollte: Wenn er schon zurücktreten muss, dann soll ihm Markus Marterbauer nachfolgen. Den linken Budgetexperten hat er als Finanzminister durchgesetzt, das ist sein Mann. Bloß: Das Ganze wird nicht von heute auf morgen abgewickelt, sondern über Monate. Babler denkt nicht daran, als Vizekanzler und SPÖ-Vorsitzender gleich zurückzutreten; als Medienminister möchte er überhaupt bleiben.

Die Art und Weise, wie das abläuft, ist eine Katastrophe für die SPÖ. Die Erklärung, dass das alles darauf zurückzuführen sei, dass Marterbauer eine Krebserkrankung noch nicht überwunden hat bzw. erst fit werden muss, greift zu kurz. Das Problem ist, dass sich Babler nicht gleich vom Acker macht. Dass Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher, die als geschäftsführende Vorsitzende eingesetzt worden sind, daher nicht als diejenigen rüberkommen können, die alles für einen Neustart vorbereiten, sondern lediglich als Gouvernanten, die auf Babler aufpassen müssen. 

Das Problem ist außerdem, dass Marterbauer zunächst so vollkommen abgemeldet war. Dass Babler den Übergang am Sonntagabend nach einer parteiinternen Krisensitzung verkündet hat, aber nicht er. Schon klar: Er ist ja noch nicht gesund. Wer aber wie er zwei Tage davor ein ZIB-2-Interview geben kann, der kann auch bei einer Pressekonferenz auftreten, um mitzuteilen, dass er noch Zeit brauche, sich jedoch entschieden habe, in zwei, drei Monaten zu übernehmen. Plus ein paar Sätze, wie er sich die Zukunft Österreichs und der SPÖ vorstellt.

So aber ist weiterhin Babler mit Holzleitner und Kucher im Rücken bestimmend. Gute Nacht, Sozialdemokratie. 

Marterbauers Start ist vermasselt, und die Aussichten sind übel: Die Partei könnte zwar kaum einen besseren Vorsitzenden bekommen und die Regierung kaum einen besseren Vizekanzler, weil er es versteht, einen Interessenausgleich mit ÖVP und Neos herzustellen; siehe Budgetsanierung. Dem stehen jedoch zwei große Aber gegenüber.

Markus Marterbauer ist gehandicapt durch einen Medienminister namens Andreas Babler. Die Boulevardzeitungen haben diesen auf ihrer Liste stehen. Solange es ihn gibt, werden sie daher eine üble Kampagne gegen seine Partei fahren.

Zweitens wird in Teilen der ÖVP allein schon die Aussicht auf einen neuen SPÖ-Vorsitzenden, der sie trotzdem Stimmen kosten könnte, als Bedrohung gesehen. Das haben sie schon bei Christian Kern gezeigt: Damals, 2017, haben sie die rot-schwarze Koalition aufgekündigt bzw. den eigenen Obmann Reinhold Mitterlehner hinausgemobbt und Sebastian Kurz als Nachfolger durchgesetzt. Ergebnis: Türkis-Blau, die Roten landeten in Opposition. 

Mit Ähnlichem ist jetzt wieder zu rechnen: Den Türkisen ist es lieber, unter Führung einer FPÖ von Herbert Kickl mitzuregieren, die uneinholbar weit vorne liegt, als weiter mit der SPÖ zusammenzuarbeiten. Grund: Sie glauben, durch diese Zusammenarbeit nur noch mehr Wähler rechts der Mitte zu verlieren.

Johannes Huber betreibt den Blog  – Analysen und Hintergründe zur Politik

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