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Wiener Sozialorganisationen warnen vor Kürzungen in Millionenhöhe

Heute, 05:20

Wiener Sozialorganisationen warnen vor Kürzungen in Millionenhöhe
8.10.2026 07:00 (Akt. 8.10.2026 07:00)
APA/EVA MANHART
Rund 80 Wiener Sozialorganisationen schlagen Alarm: Bei möglichen Kürzungen von drei bis fünf Prozent könnten 100 bis 150 Millionen Euro fehlen. Auch Jobs seien gefährdet.
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Die Wiener Sozialorganisationen warnen vor möglichen Kürzungen im Sozialbereich. In einer gemeinsamen Pressekonferenz erklärte die Plattform „Wien bleibt anders“, in der rund 80 Organisationen vertreten sind, dass Einsparungen massive Folgen für die Betreuung betroffener Menschen haben könnten.

Im Raum stehen laut den Organisationen Kürzungen von drei bis fünf Prozent. Dadurch könnten den Vereinen insgesamt 100 bis 150 Millionen Euro fehlen.

Organisationen fürchten um Personal

Robert Mittermair vom Verein „Leben ohne Krankenhaus“ (LOK) und Sprecher der Plattform verwies auf die schwierige Planbarkeit durch die derzeitige Unsicherheit bei den Tarifen.

Sollten die kolportierten Einsparungen tatsächlich umgesetzt werden, könnte das laut Plattform auch Auswirkungen auf die Beschäftigten haben. Mittermair sprach davon, dass jeder 20. Job gefährdet sein könnte.

Gleichzeitig betonte er, dass die genaue Höhe der möglichen Kürzungen derzeit noch nicht bekannt sei.

Unterstützung für Menschen mit Behinderung unter Druck

Als besonders betroffen nannten die Organisationen unter anderem die Behindertenbetreuung.

Dort würden sich laut Mittermair bereits frühere Änderungen bei Sozialleistungen auswirken. Die Wohnbeihilfe sei reduziert worden, wodurch Betroffenen teilweise bis zu 300 Euro im Monat fehlen würden.

Zudem würden Menschen mit gültiger Bewilligung bereits auf einen Betreuungsplatz warten.

Flüchtlingshilfe sieht weiterhin hohen Bedarf

Auch in der Flüchtlingsbetreuung wird vor möglichen Leistungskürzungen gewarnt.

Martin Wurzenrainer vom Integrationshaus verwies darauf, dass der Unterstützungsbedarf zwar je nach weltpolitischer Lage schwanken könne, derzeit aber weiterhin hoch sei.

Ohne Spenden sei die Arbeit bereits jetzt nicht vollständig aufrechtzuerhalten, erklärte Wurzenrainer.

Wohnungslosenhilfe warnt vor Folgen

Andreas Gampert von der Diakonie sieht auch die Wohnungslosenhilfe unter Druck.

Die Zahl der Betroffenen steige, gleichzeitig benötigten viele Menschen kontinuierliche Unterstützung. Eine Verringerung der Hilfskapazitäten könne sich deshalb unmittelbar auswirken.

Gampert warnte vor Rückfällen bereits stabilisierter Personen in schwierige Lebenssituationen.

SOS-Kinderdorf warnt vor Folgen für Kinder

Dieter Schrattenholzer vom SOS-Kinderdorf verwies auf die Kinder- und Jugendhilfe. Diese arbeite bereits an der Belastungsgrenze.

Eine Reduktion der Betreuung könne laut Schrattenholzer das Risiko für Probleme bei jungen Menschen erhöhen. Genannt wurden unter anderem psychische Erkrankungen, Sucht und Straffälligkeit.

Die Organisationen warnen zudem vor Folgekosten, die entstehen könnten, wenn soziale Unterstützung wegfällt.

Grüne kritisieren mögliche Kürzungen

Auch die Wiener Grünen reagierten auf die Warnungen. Parteivorsitzende Judith Pühringer erklärte, die Hilferufe der Sozialorganisationen würden aus ihrer Sicht zeigen, welche Folgen Einschnitte für das soziale Netz in Wien hätten.

Sie kritisierte insbesondere die Belastung jener Beschäftigten im Sozialbereich, die bereits stark gefordert seien.

Die Aussagen der Grünen sind dabei als politische Bewertung der möglichen Maßnahmen einzuordnen.

Noch keine konkreten Kürzungen beschlossen

Die im Raum stehenden Summen und Kürzungsquoten wurden in der Pressekonferenz als kolportierte Größenordnungen bezeichnet. Eine konkrete Kürzungsentscheidung wird im vorliegenden Material nicht genannt.

Für die betroffenen Organisationen steht deshalb derzeit vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie ihre Finanzierung und die damit verbundenen Leistungen künftig aussehen werden.

(APA/Red)

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