
Der extrem trockene und heiße Sommer hinterlässt deutliche Spuren auf den heimischen Feldern. Laut einer Auswertung des Online-Supermarkts Gurkerl fällt die österreichische Herbsternte 2026 bei mehreren Klassikern deutlich kleiner aus.
Besonders betroffen sind Obst, Erdäpfel und Kürbis. Gleichzeitig sorgt die intensive Sonneneinstrahlung bei vielen Früchten für einen Vorteil: Landwirt:innen berichten von besonders süßem und aromatischem Geschmack.
In der Steiermark, Österreichs größtem Apfelanbaugebiet, dürfte die Ernte heuer um rund 35 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen. In Ober- und Niederösterreich werden regional sogar Einbußen von bis zu 70 Prozent erwartet.
Die Früchte sind vielfach kleiner als gewohnt. Dafür seien sie laut den von Gurkerl befragten Produzent:innen besonders süß.
Auch an der Kassa macht sich die schwierige Saison bemerkbar: Bei Gurkerl kosten Äpfel derzeit rund 15 Prozent mehr pro Kilo als im Vorjahr.
Trotzdem greifen Kund:innen weiterhin gerne zu heimischer Ware. Zwei von drei verkauften Äpfeln stammen bei Gurkerl aus Österreich, obwohl diese rund zehn Prozent mehr kosten als importierte Äpfel.
Noch stärker fällt der Preisunterschied bei den Birnen aus. Sie kosten bei Gurkerl aktuell rund 32 Prozent mehr als im Vorjahr.
Auch hier sind die heimischen Früchte auf trockenen Böden kleiner geblieben. Gleichzeitig werden sie als besonders süß beschrieben.
Die Birnensaison läuft noch bis November. Harte Früchte sollten bei Zimmertemperatur nachreifen, reife Birnen kommen anschließend besser kühl zur Lagerung.
Bei den Zwetschken ist der Ernteausfall laut den von Gurkerl befragten Produzent:innen geringer als bei Äpfeln und Birnen.
Beim Preis zeigt sich dennoch ein Plus von rund 10 Prozent pro Kilo.
Die letzten heimischen Zwetschken gibt es noch bis Oktober. Ein praktischer Unterschied zur Pflaume: Zwetschken sind länglicher und behalten beim Backen besser ihre Form – ideal etwa für Zwetschkenfleck oder Röster.
Auch der Kürbis leidet unter dem trockenen Sommer. Auf bewässerten Flächen seien Ertrag und Fruchtgröße laut einem niederösterreichischen Produzenten normal geblieben. Auf nicht bewässerten Feldern seien die Früchte dagegen deutlich kleiner.
Bei Gurkerl kostet Kürbis derzeit rund 19 Prozent mehr als im Vorjahr.
Die Ernte läuft bis Ende Oktober. Heimischer Kürbis könnte heuer wegen der geringeren Mengen nur bis etwa Mitte Dezember verfügbar sein.
Beim Hokkaido gibt es allerdings eine gute Nachricht für die Küche: Die Schale muss nicht entfernt werden, weil sie beim Garen weich wird.
Besonders hart trifft die Trockenheit die Erdäpfelproduktion im Weinviertel.
Ein von Gurkerl befragter Landwirt berichtet, heuer nur rund ein Drittel der normalen Erntemenge einzufahren. Zusätzlich verursacht der Drahtwurm weitere Verluste von etwa 15 bis 20 Prozent.
Die Knollen bleiben kleiner, schmecken laut Produzent aber besonders intensiv. Grund dafür sei, dass sie langsamer gewachsen und weniger Wasser eingelagert hätten.
Bei Gurkerl sind Erdäpfel derzeit erst rund fünf Prozent teurer als im Vorjahr. Die Produzent:innen rechnen allerdings damit, dass sich der Preis noch verändern könnte, weil in Österreich und Mitteleuropa insgesamt weniger Erdäpfel verfügbar sind.
Auch die Zwiebeln sind heuer überwiegend kleiner bis mittelgroß. Geschmacklich sollen sie dafür intensiver ausfallen.
Beim Preis gibt es sogar eine kleine Überraschung: Zwiebeln sind bei Gurkerl derzeit rund sechs Prozent günstiger als im Vorjahr.
Die Ernte ist bereits abgeschlossen. Gut gelagerte heimische Zwiebeln sollen bis ins Frühjahr verfügbar sein.
Das auffällige Muster der Herbsternte 2026: Weniger Wasser bedeutet vielerorts weniger Ertrag und kleinere Früchte, gleichzeitig berichten die Produzent:innen von intensiveren Aromen.
Besonders bei Äpfeln, Birnen, Erdäpfeln und Zwiebeln wird der Geschmack als süßer oder kräftiger beschrieben.
Die schwierige Ernte wirkt sich aber nicht bei allen Produkten gleich auf die Preise aus.
Gurkerl hat auch die eigenen Verkaufsdaten ausgewertet. Am häufigsten wurden im September folgende Herbstprodukte gekauft:
Auch bei der Lagerung gibt es einige wichtige Unterschiede.
Äpfel und Birnen sollten kühl und trocken gelagert werden. Gurkerl empfiehlt, sie – sofern unverletzt – in einem Plastiksackerl aufzubewahren. Äpfel sollten dabei getrennt von anderem Obst liegen, da sie Ethylen abgeben und damit den Reifeprozess beschleunigen.
Erdäpfel gehören an einen kühlen, dunklen und luftigen Ort – nicht in den Kühlschrank. Treiben sie aus, können die Triebe laut dem Produzenten einfach entfernt werden. Erst grüne oder faule Knollen sollten nicht mehr gegessen werden.
Zwiebeln lagern am besten offen, etwa in einem Netz. In geschlossenen Behältern können sie leichter schwitzen und schimmeln.
Kürbis hält sich als ganzer Kürbis bei Zimmertemperatur rund zwei Wochen.
(Red)
