
Die Zahl der Privatinsolvenzen in Wien ist 2026 deutlich gestiegen. In den ersten neun Monaten wurden 2.584 Fälle registriert, wie aktuelle Zahlen von Creditreform zeigen.
Damit liegt Wien im Bundesländervergleich an der Spitze. Als wesentlichen Grund für den Anstieg nennt die Wirtschaftsauskunftei das Ende der bisherigen dreijährigen Tilgungsfrist Mitte Juli.
Die Teuerung habe zwar ebenfalls zur höheren Zahl der Privatinsolvenzen beigetragen, erkläre den Anstieg laut Creditreform aber nicht allein.
Entscheidend sei vielmehr eine rechtliche Änderung gewesen: Mit dem Auslaufen der dreijährigen Tilgungsfrist wollten viele Betroffene noch die Möglichkeit einer schnelleren Entschuldung nutzen und meldeten deshalb Privatinsolvenz an.
Auch bei der Insolvenzquote liegt die Bundeshauptstadt ganz vorne.
In Wien kamen in den ersten neun Monaten 2026 16,2 Privatinsolvenzen auf 10.000 Erwachsene. Damit weist Wien unter allen Bundesländern die höchste Quote auf.
Bei den Unternehmensinsolvenzen zeigt sich ein etwas anderes Bild.
In Wien wurden in den ersten drei Quartalen 1.885 Unternehmensinsolvenzen gezählt. Das waren 2,7 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum.
Trotz des Rückgangs weist Wien laut Creditreform weiterhin die höchste Unternehmens-Insolvenzquote auf. Sie lag bei 22,9 Insolvenzen je 1.000 Unternehmen.
Besonders unter Druck stehen laut Creditreform die Gastronomie und die Bauwirtschaft.
Damit ergibt sich für Wien ein gemischtes Bild: Bei Privatpersonen ist die Zahl der Insolvenzen gestiegen und die Quote liegt im Bundesländervergleich an erster Stelle.
Bei Unternehmen gingen die absoluten Zahlen dagegen zurück. Gleichzeitig blieb Wien bei der Insolvenzquote auch in diesem Bereich Spitzenreiter.
(Red)
