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Kellereinbrüche nehmen zu: Warum Einbrecher jetzt lieber dort zuschlagen

Heute, 09:40

Kellereinbrüche nehmen zu: Warum Einbrecher jetzt lieber dort zuschlagen
7.10.2026 10:30 (Akt. 7.10.2026 10:30)
APA-FOTO: HERBERT PFARRHOFER
Keller und Garagen werden für Einbrecher immer interessanter: 2025 gab es 10.139 angezeigte Fälle. Das KFV erklärt, warum die Räume attraktiv sind – und wie man sie schützt.
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Einbruchschutz endet nicht an der Wohnungstür. Gerade Keller und Kellerabteile geraten zunehmend ins Visier von Einbrechern. Laut einer aktuellen Befragung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) waren im vergangenen Jahr in neun Prozent der österreichischen Haushalte Einbrüche oder Einbruchsversuche zu verzeichnen.

Besonders auffällig: In 41 Prozent dieser Fälle waren Keller oder Garagen betroffen. Kellerabteile in Mehrparteienhäusern machten weitere 11 Prozent aus, Wohnräume 40 Prozent. Mehrfachnennungen waren möglich.

Auch die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt eine deutliche Entwicklung.

Mehr Kellereinbrüche, weniger Einbrüche in Wohnräumen

2025 wurden in Österreich 10.139 Einbrüche in Keller inklusive Einbruchsversuchen angezeigt. Das entspricht einem Anstieg von acht Prozent.

Bei Einbrüchen in Wohnräume inklusive Versuchen zeigt sich hingegen ein gegenläufiger Trend: Die Zahl sank um rund zwei Prozent auf 6.828 Fälle.

Damit wurden zuletzt bereits deutlich mehr Einbrüche in Kellerräumen als in Wohnräumen registriert. Vor zehn Jahren war es noch umgekehrt.

Für das KFV ist das ein wichtiger Hinweis auf die veränderte Situation beim Eigentumsschutz.

Warum Keller für Täter attraktiver sind

Ein Grund liegt laut KFV in einem entscheidenden Unterschied: In Kellern ist das Risiko einer direkten Begegnung mit Bewohnern geringer.

Dr. Armin Kaltenegger, Leiter des Fachbereichs Eigentumsschutz im KFV, verweist auf Täterbefragungen. Demnach gibt es Einbrecher, die bewusst nicht in Wohnräume eindringen, weil sie jede Konfrontation mit Menschen vermeiden wollen.

Gemeinschaftlich genutzte Kellerräume seien aus dieser Sicht besonders interessant, weil Täter dort häufig weniger leicht entdeckt werden.

Genau das macht Kellerräume allerdings auch zu einem Problem für die Ermittlungen: Einbrüche werden oft erst deutlich später bemerkt.

Fahrräder und E-Bikes sind begehrte Beute

Im Keller lagern häufig Gegenstände, die sich für Diebe leicht weiterverkaufen lassen. Besonders begehrt sind laut KFV Fahrräder, E-Bikes, E-Scooter und Werkzeug.

Genau deshalb sollte man wertvolle Dinge nach Möglichkeit gar nicht erst im Keller aufbewahren.

Wer sein Fahrrad oder E-Bike dennoch dort abstellt, sollte es zusätzlich mit einem hochwertigen Schloss an einem fest verankerten Gegenstand sichern. GPS-Tracker können laut KFV dabei helfen, ein gestohlenes Fahrzeug später wiederzufinden.

Kellerabteile sollten blickdicht sein

Ein weiterer Schwachpunkt ist laut KFV die freie Sicht auf den Inhalt eines Kellerabteils.

Von außen sollte möglichst nicht erkennbar sein, was dort gelagert wird. Ein blickdichtes Kellerabteil kann es potenziellen Tätern erschweren, interessante Beute auszumachen.

Auch Haus-, Keller- und Verbindungstüren sowie Kellerfenster sollten konsequent geschlossen und versperrt werden. In Mehrparteienhäusern gilt das laut KFV auch für allgemein zugängliche Kellertüren.

Hochwertige Schlösser statt kleiner Vorhängeschlösser

Bei Kellerabteilen empfiehlt das KFV außerdem hochwertige Sicherheitsschlösser.

Kleine oder wenig widerstandsfähige Vorhängeschlösser bieten demnach keinen ausreichenden Schutz. Gleichzeitig könne bereits die Sicherung benachbarter Kellerabteile einen Unterschied machen.

Denn die Anzeigenstatistik zeigt einen interessanten Trend: Zwischen 2016 und 2025 ist der Anteil der versuchten Kellereinbrüche gestiegen, während vollendete Einbrüche zurückgingen.

Laut KFV könnte das unter anderem mit besseren Sicherungsmaßnahmen zusammenhängen. Möglich sei etwa, dass Täter mehrere nebeneinanderliegende Abteile anvisieren, aber nur bei schlecht gesicherten Abteilen tatsächlich erfolgreich sind.

Warum Einbrüche in Kellern oft spät entdeckt werden

Ein weiteres Problem ist die geringe Entdeckungswahrscheinlichkeit. Keller und gemeinschaftlich genutzte Räume werden oft nicht täglich kontrolliert.

Dadurch können zwischen Tat und Entdeckung wertvolle Tage vergehen. Das erschwert laut KFV die anschließenden Ermittlungen.

Auch die Chance, gestohlene Gegenstände wiederzubekommen, sei bei Kellereinbrüchen vergleichsweise gering.

Das KFV empfiehlt deshalb regelmäßige Kontrollgänge in Kellerabteilen, Fahrradabstellräumen und anderen gemeinsam genutzten Bereichen.

Das hilft gegen Kellereinbrecher

Das KFV rät unter anderem dazu, wertvolle Gegenstände möglichst nicht im Keller zu lagern. Wer dort Fahrräder oder E-Bikes abstellt, sollte sie zusätzlich sichern.

Außerdem sollten Zugänge konsequent versperrt, dunkle Bereiche möglichst mit Bewegungsmeldern beleuchtet und Kellerabteile blickdicht gemacht werden.

Alarm- und Videoanlagen können den Schutz ergänzen, ersetzen aber laut KFV keine stabilen Türen und hochwertigen Schlösser.

Auch bei längerer Abwesenheit sollte ein Haus bewohnt wirken. Dazu gehören etwa zeitgesteuerte Lichter oder eine Person, die den Briefkasten leert und regelmäßig nach dem Rechten sieht.

Eigentum dokumentieren – und Einbruchsversuche anzeigen

Nach einem Einbruch hilft ein Eigentumsverzeichnis bei der Fahndung und gegenüber der Versicherung.

Das KFV empfiehlt daher, Seriennummern zu notieren, Wertgegenstände zu fotografieren und Kaufbelege aufzubewahren.

Wichtig sei außerdem, nicht nur vollendete Einbrüche zu melden. Auch Einbruchsversuche sollten angezeigt werden, weil solche Informationen laut KFV bei Ermittlungen und beim Erkennen von Tatserien hilfreich sein können.

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(Red)

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