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Wien hat kürzeste Kassenarzt-Wartezeit

6-10-2026, 16:00

Wien hat kürzeste Kassenarzt-Wartezeit
6.10.2026 17:03 (Akt. 6.10.2026 17:03)
APA/BARBARA GINDL
Eine neue Studie hat 1.601 Kassenarzt-Anfragen ausgewertet. Wien kommt auf 22 Tage und liegt damit deutlich unter dem Österreich-Schnitt – bei Kardiologie und Gynäkologie klaffen die Wartezeiten besonders auseinander.
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Wer in Wien einen Termin bei einem Kassenfacharzt braucht, wartet im österreichweiten Vergleich derzeit am kürzesten. Das zeigt die Kassenarzt-Wartezeitenstudie 2026 von krankenversichern.at, für die zwischen 21. Mai und 10. September insgesamt 1.601 Terminanfragen bei Kassenordinationen ausgewertet wurden.

Der Median der Wartezeit für einen Kassen-Facharzttermin liegt in Wien bei 22 Tagen. Österreichweit sind es 34 Tage. Damit liegt die Bundeshauptstadt zwölf Tage vor Niederösterreich und der Steiermark, die jeweils auf 34 Tage kommen.

In Wien gibt es trotzdem große Unterschiede

Der Wiener Durchschnitt verdeckt allerdings erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Fachrichtungen.

Am längsten müssen Patientinnen und Patienten in Wien auf einen Termin in der Psychiatrie warten: Der Median liegt bei 64 Tagen. Dahinter folgen die Innere Medizin mit 42 Tagen, die Neurologie mit 35 Tagen und die Kardiologie mit 34 Tagen.

Am schnellsten geht es dagegen bei der Radiologie mit drei Tagen, der Orthopädie mit fünf Tagen und HNO mit sechs Tagen. Beim Hausarzt liegt der Median bei lediglich einem Tag.

Damit bekommt man laut Studie in sieben der 14 untersuchten Bereiche innerhalb von drei Wochen einen Termin.

Österreichweit wartet man 34 Tage

Im Bundesländervergleich steht Wien damit an der Spitze. Am längsten fällt die Wartezeit im Burgenland mit 53 Tagen aus, gefolgt von Vorarlberg mit 46 Tagen.

Dahinter liegen Oberösterreich und Tirol mit jeweils 38 Tagen, Salzburg mit 37, Kärnten mit 35 sowie Niederösterreich und die Steiermark mit jeweils 34 Tagen.

Die Studie weist allerdings darauf hin, dass Bundesländer mit kleineren Fallzahlen eine größere Schwankungsbreite haben und ihre exakte Reihenfolge daher nicht belastbar ist.

Kardiologie und Gynäkologie als auffällige Fälle

Besonders interessant wird der Blick auf die Unterschiede zwischen Kassenarzt und Wahlarzt. In der Mitteilung zur Studie werden für Wien vor allem Kardiologie und Gynäkologie hervorgehoben.

Bei der Kardiologie liegt die Kassenarzt-Wartezeit laut der übermittelten Studienzusammenfassung bei 34 Tagen, während bei Wahlarzt-Terminen ein deutlich schnellerer Zugang ausgewiesen wird. Bei der Gynäkologie liegt der Wiener Kassen-Median bei 25 Tagen.

Für einen sauberen Vergleich von Kassen- und Wahlarztzeiten sollte allerdings die jeweilige Methodik der Wahlarzt-Erhebung herangezogen werden. Die vorliegende Studie misst konkret die Zeit bis zum ersten angebotenen Kassenarzt-Termin.

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Was die Studie tatsächlich misst

Die Erhebung wurde verdeckt und standardisiert durchgeführt. Angefragt wurde jeweils als ÖGK-versicherte Neupatientin beziehungsweise Neupatient mit einem Routine- oder Vorsorgeanliegen – ausdrücklich kein Akutfall.

Gemessen wurde die Zahl der Kalendertage zwischen der Anfrage und dem ersten angebotenen Termin. Ordinationen ohne Terminangebot, etwa wegen Aufnahmestopp, fließen nicht in die Wartezeit ein.

Das ist für die Einordnung wichtig: Eine kurze Wartezeit bedeutet nicht automatisch, dass der Zugang insgesamt problemlos ist. Gerade in der Gynäkologie weist die Studie selbst auf einen möglichen Selektionseffekt hin, weil Ordinationen mit Aufnahmestopp aus der Wartezeit-Auswertung herausfallen.

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Wartezeiten haben sich seit 2025 gemischt entwickelt

Österreichweit ist die Entwicklung nicht einheitlich. In acht von 14 Fachrichtungen verlängerte sich die Median-Wartezeit gegenüber 2025, in drei wurde sie kürzer und in drei blieb sie unverändert.

Am stärksten stieg die Wartezeit in der Kardiologie um zwölf Tage, während sie in der Gynäkologie um zwölf Tage sank. Auch bei der Neurologie gab es mit plus acht Tagen einen deutlichen Anstieg.

Die Studienautoren betonen zugleich, dass daraus allein keine Aussage über die Ursachen der regionalen oder fachlichen Unterschiede abgeleitet werden kann.

Der Hausarzt bleibt die Ausnahme

Der Hausarzt wurde in der Studie getrennt betrachtet, weil Termine hier anders vergeben werden als bei Fachärzten. Österreichweit liegt der Median bei einem Tag.

Bei den Fachärzten reicht die Spannweite dagegen von 17 Tagen in der Radiologie bis 65 Tagen in der Inneren Medizin. Die Psychiatrie folgt mit 61 Tagen, die Neurologie mit 50 Tagen.

Damit zeigt die Studie vor allem eines: Hinter dem österreichischen Durchschnitt von 34 Tagen liegen sehr unterschiedliche Erfahrungen – und Wien liegt insgesamt deutlich darunter, obwohl einzelne Fachrichtungen auch in der Hauptstadt lange Wartezeiten aufweisen.

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(Red)

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