
Ein ungewöhnliches Pilotprojekt bringt das österreichische Bundesheer und Austrian Airlines (AUA) näher zusammen. Ein Jetpilot und ein Hubschrauberpilot des Bundesheeres absolvieren seit Montag eine Typenschulung für den Airbus A320 bei der österreichischen Fluggesellschaft.
Nach Abschluss der Ausbildung sollen die beiden Piloten ab 2027 auch im regulären AUA-Linienverkehr eingesetzt werden.
Die Ausbildung soll im Sommer 2027 abgeschlossen sein. Danach könnten die beiden Heeres-Piloten erstmals Passagierflugzeuge der AUA steuern.
Der dauerhafte Wechsel zwischen militärischem und zivilem Cockpit ist laut Bericht allerdings erst ab 2028 vorgesehen.
Das geplante Modell sieht eine saisonale Aufteilung vor: Von November bis April sollen die Piloten für das Bundesheer im Einsatz sein. Von Mai bis Oktober würden sie für Austrian Airlines fliegen.
Hinter dem Projekt stehen unterschiedliche Interessen beider Partner. Das Bundesheer möchte dem Bericht zufolge erfahrene Piloten länger an die Luftstreitkräfte binden.
Bislang können Piloten nach Ablauf ihrer mindestens achtjährigen Verpflichtung vollständig in die zivile Luftfahrt wechseln.
Mit dem neuen Modell sollen sie dem Bundesheer weitere zehn Jahre erhalten bleiben – allerdings nur noch für jeweils sechs Monate pro Jahr.
Für Austrian Airlines wiederum könnte das sogenannte Sharing-Modell zusätzliche Piloten während jener Monate bringen, in denen der Personalbedarf besonders hoch ist.
Der Zeitraum von Mai bis Oktober umfasst einen wesentlichen Teil der Hauptreisezeit der Fluggesellschaft.
Nach der ersten Saison soll ausgewertet werden, wie sich der regelmäßige Wechsel zwischen militärischem und zivilem Flugbetrieb in der Praxis bewährt.
Ob das Modell danach ausgeweitet wird und weitere Bundesheer-Piloten in AUA-Cockpits wechseln könnten, geht aus den vorliegenden Informationen noch nicht hervor.
(APA/Red)
