
Seit Jahren kämpfen Tierschützerinnen und Tierschützer dafür, Amphibien am Hanslteich in Wien vor dem Verkehr zu schützen. Am 29. September 2026 ist nun die erste Bauphase der geplanten Amphibienschutzanlage gestartet.
Der Verein gegen Tierfabriken, VGT, betreut das Projekt seit mehreren Jahren mit einer Zaun-Kübel-Methode. Dabei werden wandernde Amphibien eingesammelt und über die Straße getragen. Laut VGT wurden in den vergangenen sechs Jahren 6090 Tiere auf diese Weise gerettet. Darunter waren 5203 Erdkröten, 479 Frösche, 265 Feuersalamander und 143 Molche.
Die neue Schutzanlage entsteht im 17. Bezirk entlang der Neuwaldegger Straße. Sie reicht vom Kreisverkehr Marswiese bis zum Parkplatz des Restaurants Klee am Hanslteich und umfasst insgesamt fünf Tunneldurchlässe.
Die fixe Anlage soll die bisherige Betreuung durch freiwillige Helferinnen und Helfer ergänzen. Amphibien sind nicht nur während der Laichwanderung im Frühjahr unterwegs. Im Sommer verlassen junge Tiere ihre Gewässer und überqueren ebenfalls Straßen. Im Herbst suchen die Tiere ihre Winterquartiere auf.
Der VGT verweist darauf, dass die Betreuung von Schutzzäunen an einer stark befahrenen Straße für Ehrenamtliche zeitintensiv und gefährlich ist. Ein dauerhaftes Leitsystem soll die Tiere deshalb künftig zu den Tunneln führen.
Nach Angaben des VGT kommt die Schutzanlage nicht nur Amphibien zugute. Auch Reptilien, Kleinsäuger sowie Wildtiere wie Füchse und Dachse sollen die Straße auf diese Weise sicherer queren können.
Die Tunnel werden laut VGT mit einer EU-Förderung mitfinanziert. Parallel dazu ist am Schottenhof bereits eine weitere Amphibienschutzanlage weitgehend fertiggestellt. Auch dort hatte sich der VGT für ein fixes Leitsystem eingesetzt.
Der VGT macht seit Jahren auf die Gefährdung von Amphibien aufmerksam. Als Belastungen nennt der Verein unter anderem den Klimawandel, den Verlust von Laichgewässern und das Insektensterben.
Bei der Amphibienrettung am Hanslteich wurden nach Angaben des VGT zuletzt deutlich weniger Tiere registriert. Für das Jahr 2026 spricht der Verein von rund der Hälfte der Anzahl des Vorjahres und verweist auf den besonders trockenen Frühling. Diese Einschätzung stammt vom VGT.
Am Hanslteich kommen laut den Angaben des Vereins verschiedene Amphibienarten vor. Dazu zählen unter anderem Erdkröten, Springfrösche, Grasfrösche, Bergmolche, Teichmolche, Alpenkammmolche und Feuersalamander.
Der VGT setzt sich eigenen Angaben zufolge seit rund zehn Jahren für eine dauerhafte Schutzlösung am Hanslteich ein. Sieben Jahre lang wurde das Gebiet mit der Zaun-Kübel-Methode betreut.
Im Februar 2026 hatte der Hernalser Bezirksvorsteher Peter Jagsch laut VGT zugesagt, dass die neue Amphibienschutzanlage noch im Jahr 2026 umgesetzt werden soll. Mit dem nun erfolgten Baubeginn geht dieses Vorhaben in die erste Bauphase.
Projektleiterin Heidi Lacroix vom VGT nahm am 28. September 2026 am Spatenstich teil. Sie erklärte, der Bau sei ein Zeichen für den Schutz von Arten, die stärker gefährdet seien und dennoch wenig öffentliche Aufmerksamkeit bekämen. Zudem betonte sie die ökologische Bedeutung der Amphibien.
Die Stadt Wien, Umweltschutz, begleitet und unterstützt das Projekt laut VGT.
(ots/Red.)
