
Nicht nur Medikamente können sich gegenseitig beeinflussen. Auch Lebensmittel, Getränke und Nahrungsergänzungsmittel können die Wirkung einzelner Arzneimittel verändern. Das österreichische Gesundheitsportal weist ausdrücklich darauf hin, dass solche Wechselwirkungen möglich sind und Informationen dazu auch in der jeweiligen Gebrauchsinformation eines Medikaments stehen.
Besonders bekannt ist die Grapefruit. Bestimmte Inhaltsstoffe der Frucht können Enzyme beeinflussen, die am Abbau verschiedener Medikamente beteiligt sind. Dadurch kann sich die Konzentration mancher Wirkstoffe im Körper verändern. Welche Medikamente tatsächlich betroffen sind, ist allerdings vom jeweiligen Präparat abhängig.
Die Wechselwirkung mit Grapefruit kann dazu führen, dass bestimmte Arzneimittel stärker oder länger wirken. Deshalb sollte bei Medikamenten, bei denen eine Grapefruit-Wechselwirkung bekannt ist, auf Grapefruit beziehungsweise Grapefruitsaft entsprechend der Arzneimittelinformation verzichtet werden.
Wichtig ist dabei: Nicht jedes Medikament ist betroffen. Entscheidend ist immer der konkrete Wirkstoff und die Information in der Gebrauchsanweisung.
Auch Milch und Milchprodukte können eine Rolle spielen. Das enthaltene Kalzium kann bei bestimmten Arzneimitteln die Aufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt beeinflussen.
Bekannt ist dieser Effekt bei einigen Antibiotika. Auch bei bestimmten Schilddrüsenmedikamenten und Mitteln gegen Osteoporose kann ein zeitlicher Abstand zur Kalziumaufnahme wichtig sein.
Wie groß der Abstand sein muss, hängt vom jeweiligen Präparat ab. Deshalb sollte die Einnahmevorschrift des konkreten Medikaments beachtet werden. Kalziumreiche Lebensmittel können außerdem die Eisenaufnahme hemmen.
Bei Kaffee sowie schwarzem und grünem Tee geht es insbesondere um die Aufnahme von Eisen.
Bestimmte Inhaltsstoffe wie Polyphenole aus Tee und Chlorogensäure aus Kaffee können die Eisenaufnahme vermindern. Auch Kalzium aus Milchprodukten kann die Aufnahme bremsen.
Wer ein Eisenpräparat einnimmt, sollte deshalb auf die in der Gebrauchsinformation empfohlene Einnahme achten und es nicht automatisch gemeinsam mit Kaffee, Tee oder Milchprodukten einnehmen.
Auch Alkohol kann mit Medikamenten Wechselwirkungen haben. Je nach Arzneimittel kann sich dessen Wirkung verändern oder es können zusätzliche Nebenwirkungen auftreten.
Besonders relevant ist das etwa bei Medikamenten, die selbst Müdigkeit oder eine Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens verursachen können. Deshalb sollte die jeweilige Gebrauchsinformation beachtet und bei Unsicherheit ärztlicher oder pharmazeutischer Rat eingeholt werden. Das Gesundheitsportal führt Alkohol ausdrücklich als möglichen Auslöser unerwünschter Wechselwirkungen an.
Grünes Blattgemüse enthält viel Vitamin K. Dieses Vitamin spielt eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung.
Bei bestimmten Blutverdünnern kann die Vitamin-K-Zufuhr deshalb relevant sein. Entscheidend ist dabei nicht, grünes Gemüse grundsätzlich zu meiden, sondern eine möglichst konstante Zufuhr einzuhalten und die Medikation entsprechend ärztlich zu überwachen.
Wichtig: Diese Wechselwirkung betrifft insbesondere Vitamin-K-sensitive Gerinnungshemmer; nicht alle modernen Blutverdünner sind davon gleichermaßen betroffen.
Auch Johanniskraut kann Wechselwirkungen verursachen. Präparate mit Johanniskraut können den Abbau verschiedener Medikamente beeinflussen und dadurch deren Wirkung abschwächen oder verändern.
Betroffen sein können unter anderem bestimmte Gerinnungshemmer, Immunsuppressiva und Antidepressiva. Auch bei hormonellen Verhütungsmitteln gibt es entsprechende Hinweise.
Gerade bei Nahrungsergänzungsmitteln und pflanzlichen Präparaten sollte deshalb nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass sie sich mit Arzneimitteln vertragen.
Die Beispiele zeigen: Es gibt keine allgemeine Liste von Lebensmitteln, die für alle Medikamente verboten sind. Eine Wechselwirkung hängt vom jeweiligen Wirkstoff, der Dosierung und der Einnahmesituation ab.
Die österreichischen Gesundheitsinformationen empfehlen deshalb, die Gebrauchsinformation zu beachten und Ärzt:innen beziehungsweise Apotheker:innen über alle eingenommenen Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und relevanten Ernährungsgewohnheiten zu informieren.
(Red)
