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200 Ampeln in Wien bekommen KI – das können sie erkennen

Gestern, 08:10

200 Ampeln in Wien bekommen KI – das können sie erkennen
APA/FLORIAN WIESER
Wiens Druckknopfampeln sollen schrittweise intelligent werden. Kameras und KI erkennen unter anderem Kinderwagen, Rollstühle und Gehhilfen – und können die Grünphase automatisch verlängern.
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Wer in Wien an einer Fußgängerampel auf den Knopf drückt, könnte künftig immer häufiger Unterstützung von künstlicher Intelligenz bekommen. In der Stadt gibt es rund 200 Druckknopfampeln für Fußgänger:innen und Radfahrende. Sie sollen in den kommenden Jahren nach und nach mit einem KI-System ausgestattet werden.

Rund 30 intelligente Verkehrsregler sind laut ORF bereits in Betrieb. Seit 2019 wird die Technologie schrittweise eingesetzt. Zuletzt erhielt auch Floridsdorf seine erste KI-Ampel.

Die intelligenten Systeme sollen nicht nur erkennen, dass jemand vor der Ampel wartet. Sie können auch einschätzen, wie viele Menschen tatsächlich über die Straße wollen und wie viel Zeit sie dafür benötigen.

KI erkennt Rollstühle, Kinderwagen und Gehhilfen

Dafür erfassen Kameras und Sensoren einen Bereich von rund 30 Quadratmetern rund um die Ampel.

Die Software analysiert, wie viele Personen warten und welche von ihnen tatsächlich die Straße überqueren möchten. Zusätzlich kann sie bestimmte Situationen erkennen, bei denen Menschen möglicherweise länger für den Übergang benötigen.

Dazu zählen laut ORF etwa Rollstühle, Kinderwagen und Gehhilfen.

Erkennt das System beispielsweise eine Gehhilfe, kann die Grünphase automatisch verlängert werden. Damit soll die Ampelschaltung besser auf unterschiedliche Bedürfnisse reagieren.

Floridsdorf hat jetzt seine erste KI-Ampel

Eine der intelligenten Ampeln befindet sich bereits im 2. Bezirk an der Kreuzung Am Tabor/Trunnerstraße.

Anfang September ging zudem die erste Anlage dieser Art in Floridsdorf in Betrieb. Sie befindet sich an der Kreuzung Donaufelder Straße/Theodor-Körner-Gasse/Plankenbüchlergasse.

Nach Angaben der zuständigen MA 33 sollen Umwelt, Verkehrssicherheit und Verkehrsfluss von den intelligenten Ampeln profitieren.

Werden Fußgänger von den Kameras gespeichert?

Der Kameraeinsatz wirft allerdings auch Fragen zum Datenschutz auf.

Bei der Einführung der zweiten Generation des Systems hatten die Entwickler erklärt, dass Kamerabilder innerhalb von 50 Millisekunden gelöscht würden. Bestimmte daraus gewonnene Informationen – etwa die Zahl erkannter Personen und Personenkategorien – könnten für die Optimierung von Ampelschaltungen verwendet werden.

Die Stadt Wien betont gegenüber dem ORF inzwischen, dass im laufenden Betrieb keinerlei Bilder gespeichert würden.

Die Verarbeitung erfolge ausschließlich lokal an der jeweiligen Anlage. Eine Datenverbindung, über die von außen auf die Kamera zugegriffen werden könne, gebe es demnach nicht.

Zweite Generation kann mehrere Übergänge beobachten

Entwickelt wurde das System von der Technischen Universität Graz.

Seit Dezember 2024 kommt bereits die zweite Generation der intelligenten Ampelsteuerung zum Einsatz. Durch höhere Rechenleistung und ein Deep-Learning-Modell kann sie unter anderem Menschen mit Mobilitätseinschränkungen erkennen und mehrere Straßenübergänge gleichzeitig beobachten.

Damit sollen Ampeln stärker auf die tatsächliche Situation vor Ort reagieren können, anstatt ausschließlich nach starren Zeitplänen zu schalten.

Als Nächstes könnten die Öffis profitieren

Die Entwicklung ist damit noch nicht abgeschlossen. An der TU Graz wird laut ORF bereits daran geforscht, wie auch öffentliche Verkehrsmittel stärker in die intelligente Ampelsteuerung eingebunden werden können.

Für Wien ist unterdessen ein deutlich größerer Ausbau vorgesehen: Nach den aktuell rund 30 intelligenten Verkehrsreglern sollen in den kommenden Jahren alle rund 200 Druckknopfampeln mit dem KI-System ausgestattet werden.

(Red)

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