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ÖAMTC warnt vor mehr Wildunfällen im Herbst

Gestern, 06:50

ÖAMTC warnt vor mehr Wildunfällen im Herbst
Im Herbst steigt die Gefahr von Wildunfällen Canva
Mit kürzeren Tagen fällt die Dämmerung wieder in den Berufsverkehr. Rehe, Hirsche und Wildschweine sind dann besonders aktiv. Der ÖAMTC erklärt, worauf Autofahrer jetzt achten sollten.
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Mit dem Herbst werden die Tage kürzer. Dadurch fällt die Dämmerung wieder häufiger in die Morgen- und Abendstunden, wenn viele Menschen auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause sind. Gleichzeitig sind Rehe, Hirsche, Wildschweine und anderes Wild besonders aktiv.

Die ÖAMTC-Fahrtechnik empfiehlt daher vor allem auf Freilandstraßen und in Bereichen mit Wildwechsel besondere Aufmerksamkeit. Nach Angaben des ÖAMTC ereigneten sich 2025 in Österreich 283 Unfälle mit Wildbeteiligung, bei denen 322 Menschen verletzt wurden.

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Besonders gefährlich kann das Ausweichen sein

Kommt plötzlich ein Tier auf die Straße, reagieren viele Autofahrer reflexartig mit einem Ausweichmanöver. Genau das kann jedoch gefährlich werden. Auf Straßen mit Gegenverkehr oder Hindernissen am Fahrbahnrand besteht dabei die Gefahr eines schwereren Unfalls.

Roland Frisch, Pkw-Chefinstruktor der ÖAMTC-Fahrtechnik, rät in solchen Situationen dazu, die eigene Sicherheit an erste Stelle zu setzen. Reicht der Bremsweg nicht mehr aus, sei es laut Frisch in der Regel sicherer, stark zu bremsen und die Spur zu halten.

Ausweichen sollte demnach nur dann erfolgen, wenn dadurch keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet werden. Wichtig sei dabei, das Lenkrad festzuhalten und kontrolliert stark zu bremsen.

So lässt sich das Risiko bei Wildwechsel reduzieren

Im Bereich von Wildwechsel-Warnschildern sollte die Geschwindigkeit reduziert und bremsbereit gefahren werden. Der ÖAMTC empfiehlt außerdem einen größeren Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug.

Auch die Umgebung sollte genau beobachtet werden. Dabei geht es nicht nur um eine Seite der Straße, sondern um beide Fahrbahnränder. Taucht ein Tier in einiger Entfernung auf, empfiehlt der ÖAMTC, abzublenden und zu hupen.

Besondere Vorsicht ist außerdem deshalb angebracht, weil Wild häufig in Gruppen unterwegs ist. Nach einem gesichteten Tier können daher weitere Tiere folgen.

Was nach einem Wildunfall wichtig ist

Lässt sich ein Zusammenstoß nicht verhindern, sollte das Fahrzeug an einer sicheren Stelle angehalten werden. Die Warnblinkanlage ist einzuschalten, anschließend sollte eine Warnweste angezogen werden.

Die Unfallstelle muss mit dem Pannendreieck abgesichert werden. Verletzte Personen sind zu versorgen. Danach sollte die Polizei verständigt werden. Sofern ein Jagdaufseher bekannt ist, kann auch dieser kontaktiert werden.

Das gilt laut ÖAMTC auch dann, wenn ein verletztes Tier nach der Kollision davonläuft.

Für die Meldung eines Wildunfalls fällt laut ÖAMTC keine Unfallmeldegebühr an, die umgangssprachlich auch als Blaulichtsteuer bezeichnet wird.

Verletzte oder getötete Wildtiere dürfen nicht angefasst oder mitgenommen werden. ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer weist darauf hin, dass dies unter Umständen strafrechtliche Folgen haben kann.

Bei Reh oder Wildschwein ist eine Notbremsung grundsätzlich anders zu beurteilen

Auch rechtlich kommt es darauf an, wodurch die Bremsung ausgelöst wird. Grundsätzlich dürfen Lenkerinnen und Lenker laut Straßenverkehrsordnung nicht grundlos stark abbremsen, wenn dadurch der nachfolgende Verkehr gefährdet wird.

Bei größeren Wildtieren wie Rehen, Hirschen oder Wildschweinen gilt eine Notbremsung laut ÖAMTC in der Regel als gerechtfertigt. Als Grund nennt der Mobilitätsclub die erhebliche Gefahr für die Fahrzeuginsassen.

Anders kann die Situation bei kleineren Tieren wie Hasen oder Igeln beurteilt werden. Kommt es wegen einer Vollbremsung für ein Kleintier zu einem Auffahrunfall, kann den Bremsenden laut ÖAMTC unter Umständen ein Mitverschulden treffen. Das kann demnach auch dann gelten, wenn der nachfolgende Verkehr den Sicherheitsabstand nicht eingehalten hat.

283 Wildunfälle wurden 2025 registriert

Laut der von Statistik Austria erfassten und vom ÖAMTC aufbereiteten Tabelle wurden 2025 österreichweit 283 Unfälle mit Wildbeteiligung registriert. 2024 waren es 314 Fälle. Damit wurden im Jahr 2025 insgesamt 31 Fälle weniger ausgewiesen als im Jahr davor.

Die meisten der 283 registrierten Wildunfälle entfielen 2025 auf Niederösterreich mit 85 Fällen. Dahinter lagen Oberösterreich mit 69 und die Steiermark mit 54 Fällen. In Kärnten wurden 32 Fälle verzeichnet.

Nach Angaben des ÖAMTC wurden 2025 bei den Unfällen mit Wildbeteiligung in Österreich 322 Menschen verletzt. Die Tabelle selbst weist die Zahl der Unfälle aus und nicht die Zahl der verletzten Personen je Bundesland.

Was der ÖAMTC zum Schutzbrief sagt

Auch bei den finanziellen Folgen eines Wildunfalls kann der ÖAMTC-Schutzbrief greifen. Wird ein durch den Schutzbrief geschütztes Fahrzeug bei einem Wildunfall in Österreich oder im ausländischen Gültigkeitsgebiet des Schutzbriefs beschädigt, übernimmt der ÖAMTC laut eigenen Angaben 80 Prozent der Reparaturkosten beziehungsweise des Selbstbehalts der Kaskoversicherung.

Die Leistung ist mit maximal 600 Euro begrenzt.

Weitere Informationen zum Schutzbrief:

(VIENNA.AT)

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