
Zu den Zielen der diesjährigen Veranstaltung zählt die Berücksichtigung verschiedener Bedeutungen von Denkmalen und Denkmalschutz. Bei einem Pressegespräch am Donnerstag im Haus der Industrie wurde dabei unter anderem über Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Wirtschaft und Identität gesprochen. Das Denkmal-Event ist Teil einer europäischen Initiative, deren Motto 2026 „Heritage at Risk“ lautet. „Wir haben versucht, es ins Positive zu bringen und haben das in ‚Denkmale: Wert für alle‘ übersetzt“, sagte Christoph Bazil, Präsident des Bundesdenkmalamtes. Denkmale würden allerdings auch dazu einladen, über negative Seiten der kulturellen Identität Österreichs zu reflektieren.
Das Programm ist dementsprechend vielfältig aufgestellt: In Vorarlberg wird unter anderem der Palast Hohenems frei zugänglich sein. Weiter nach Osten gehend können am 27. September beispielsweise die Burg Heinfels in Osttirol oder das Kärntner Toleranzbethaus gratis besucht werden. In Salzburg liegt ein besonderer Augenmerk auf den Museen der Stadt Bad Ischl. Deren Direktorin Herta Neiß betonte die Notwendigkeit des Einbezugs wissenschaftlicher Expertise bei der Rekonstruktion historischer Räumlichkeiten. Die Hammerschmiede Pehn in Niederösterreich und das burgenländische Mahnmal für Roma und Sinti in Lackenbach zählen zu den vielen Denkmalen, die im Osten Österreichs ihre Türen öffnen werden. In der Hauptstadt wird der Campus der Österreichischen Akademie der Wissenschaften als einer von vielen Standorten der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.
Nach einem französischen Vorbild koordiniert das Bundesdenkmalamt den Tag des Denkmals in Österreich bereits seit dem Jahr 1995, seit 1998 bundesweit. Viele österreichische Standorte und historische Objekte, die der Öffentlichkeit ansonsten verschlossen bleiben, öffnen an diesem Tag ihre Tore – unter anderem auch private Wohnräume. „Es wird Geld investiert in Erbe“, unterstrich Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung, den volkswirtschaftlichen Wert von Denkmalschutz. Österreich profitiere als Tourismusstandort und durch die Anstellung von Fachkräften von der Denkmalpflege.
Das Haus der Industrie wird am Tag des Denkmals übrigens ebenfalls Teil des Programms sein. 1911 von Kaiser Franz Joseph eröffnet, zählt es zu den letzten bedeutenden Großbauten des Historismus in Wien. Unter den Standorten befinden sich auch moderne Bauten, die OPEN HOUSE WIEN-Leiterin, Inge Boch-Galhaus, treffend als mögliche „Denkmale von morgen“ bezeichnete. Mit dem dreitägigen Architekturfestival, das von 25. bis 27. September stattfindet, wird es heuer mehrere Überschneidungen bei den Objekten des Tag des Denkmals geben. Daraus entwickelte sich eine Kooperation.
(APA/Red.)
