logo
Wien



[email protected]

Kindergartenplatz in Wien kostete 2025 fast 16.000 Euro

Gestern, 04:40

Kindergartenplatz in Wien kostete 2025 fast 16.000 Euro
Canva
Ein Platz in einem städtischen Wiener Kindergarten kostete 2025 im Schnitt 15.991 Euro. Private Träger erhielten pro Kind durchschnittlich 10.115,20 Euro. Nun soll das Fördersystem neu aufgestellt werden.
Anzeige
Kosten seit 2023 deutlich gestiegen

Die Stadt Wien hat erstmals eine detaillierte Aufstellung der Kosten für Kindergartenplätze veröffentlicht. Demnach kostete ein Platz in einer städtischen Einrichtung im Jahr 2025 durchschnittlich 15.991 Euro. 2023 waren es noch rund 13.767 Euro.

Als Gründe für den Anstieg werden höhere Personal-, Sach- und Overheadkosten genannt. Auch die privaten Kindergärten erhielten 2025 mehr Förderungen als noch zwei Jahre zuvor.

Für private Träger wurden im Vorjahr durchschnittlich 10.115,20 Euro pro Kind aus der Stadtkasse aufgewendet. Der Wert ergibt sich aus der Summe der Subventionen geteilt durch die Zahl der Plätze.

Stadt verweist auf Integrationsplätze und Sprachförderung

Dass die Förderung für private Träger deutlich unter den Kosten eines städtischen Kindergartenplatzes liegt, erklärt die Stadt unter anderem mit unterschiedlichen Aufgaben. Den Großteil der Integrationsplätze und heilpädagogischen Angebote stelle die Stadt selbst bereit. Auch bei der Sprachförderung entfalle ein wesentlicher Teil auf die städtischen Kindergärten.

Zudem können private Träger zusätzliche Elternbeiträge verlangen. Der Besuch eines städtischen Kindergartens ist in Wien hingegen gratis.

Wie hoch die tatsächlichen Gesamtkosten eines Platzes bei privaten Kindergärten sind, liegt der Stadt laut Rathaus nicht vor. Man habe keinen Einblick in deren Kostenrechnung.

Emmerling kündigt neues Fördersystem an

Die zuständige Stadträtin Bettina Emmerling (NEOS) kündigte zugleich eine Neuaufstellung des Subventionssystems an. Dieses solle partnerschaftlicher und transparenter werden. Außerdem sollen klare Ziele festgelegt werden.

Dabei geht es auch um die Sprachförderung. Kindergärten, die dem entsprechenden Auftrag „in keinster Weise“ nachkommen, sollen künftig keinen Anspruch mehr auf Förderungen haben.

„Ein Kindergartenplatz ist kein bloßer Kostenfaktor, sondern eine Investition in die Chancengerechtigkeit unserer Kinder. Die Stadt Wien wird auch weiterhin in die elementare Bildung investieren und mit der Reform ‚Kindergarten neu denken‘ das System schrittweise verbessern“, erklärte Emmerling.

Grüne und ÖVP begrüßen Ankündigung

Die Wiener Grünen begrüßten die geplante Neuaufstellung des Subventionssystems. Die Rathaus Abgeordneten Julia Malle und Felix Stadler bezeichneten die Reform als „längst überfällig“. Sie fordern ein transparentes Fördersystem, das sicherstellen soll, dass die Mittel gezielt in die Bildung der Kinder fließen.

Auch ÖVP Klubobmann Harald Zierfuß wertete die Ankündigung als Erfolg für seine Partei. Eine Koppelung der Förderung an die Qualität der Deutschförderung werde von der ÖVP bereits seit längerer Zeit gefordert.

(APA)

Nachrichtenquelle


© 2017-2024 wienpress.at [email protected]