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Volle Busse, lange Wartezeiten: Schienenersatz sorgt bei Wiener Fahrgästen für Ärger

Gestern, 11:45

Volle Busse, lange Wartezeiten: Schienenersatz sorgt bei Wiener Fahrgästen für Ärger
APA/HANS KLAUS TECHT
Volle Ersatzbusse und neue Wege sorgen seit dem 14. September für Ärger bei Fahrgästen in Floridsdorf. Die Wiener Linien erklären jetzt ihre Entscheidung.
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Der Schienenersatzverkehr in Wien-Floridsdorf sorgt derzeit für Gesprächsstoff. Seit Montag, 14. September 2026, gelten wegen Bauarbeiten in der Donaufelder Straße neue Fahrpläne für die Straßenbahnlinien 25, 26 und 27.

Auf Kritik an der neuen Situation reagieren die Wiener Linien nun mit einer ausführlichen Erklärung. Gleichzeitig verweisen sie auf alternative Routen und darauf, dass die aktuelle Lösung nicht die gesamte Kapazität der Straßenbahnen ersetzen könne.

Was sich bei den Linien 25, 26 und 27 geändert hat

Grund für die Einschränkungen ist eine größere Sanierung in der Donaufelder Straße. Bis Ende Dezember werden dort rund 1.100 Meter Gleise erneuert. Zusätzlich wird die Haltestelle Carminweg modernisiert und verbreitert.

Während der Bauarbeiten ist die Durchfahrt für Auto- und Busverkehr im betroffenen Abschnitt nur von Floridsdorf in Richtung Josef-Baumann-Gasse möglich.

Deshalb können die Linien 25, 26 und 27 bis Jahresende nicht wie gewohnt zwischen Josef-Baumann-Gasse und Floridsdorf unterwegs sein.

Die Wiener Linien haben die drei Linien dafür neu organisiert:

Die Linie 25 fährt von Aspern, Oberdorfstraße bis zur Josef-Baumann-Gasse und übernimmt von dort die Strecke der Linie 27 bis Aspern Nord. Die Linie 26 fährt von der Hausfeldstraße über die Josef-Baumann-Gasse bis Kagran. Die Linie 27 verkehrt zwischen Strebersdorf und Floridsdorf.

Zusätzlich ist die Buslinie 26E zwischen Floridsdorf und Josef-Baumann-Gasse als Schienenersatz unterwegs. Wie zahlreiche Fahrgäste online berichten, reichen die Maßnahmen der Wiener Linien jedoch bei Weitem nicht aus, um den tatsächlichen Bedarf zu decken.

Warum der Ersatz nicht genauso viele Fahrgäste aufnehmen kann

Auf die Kritik hingewiesen, lassen die Wiener Linien auf Anfrage rückmelden, dass es aus Erfahrung mit vergangenen Baustellen einige Tage brauche, bis sich die Fahrgastströme neu verteilen. Viele Menschen würden in der ersten Woche auf alternative Verbindungen ausweichen.

Gleichzeitig sei es grundsätzlich nicht möglich, die Kapazität einer Straßenbahn oder U-Bahn mit einem Schienenersatzverkehr eins zu eins abzubilden. Die Wiener Linien beobachten die Entwicklung deshalb nach eigenen Angaben laufend und prüfen, wo weitere Optimierungen möglich sind.

Wiener Linien empfehlen Ausweichrouten

Wer zwischen dem 21. Bezirk und anderen Teilen Wiens unterwegs ist, soll laut Wiener Linien möglichst auf Alternativen ausweichen.

Genannt werden unter anderem Verbindungen über Leopoldau mit U1 und S-Bahn, die je nach Route rund 16 bis 20 Minuten benötigen.

Eine weitere Möglichkeit führt über den Praterstern und soll etwa 20 bis 25 Minuten dauern.

Auch die Buslinien 29A und 31A bieten laut Wiener Linien eine Anbindung an die U1 aus dem 21. Bezirk. Dafür werden je nach Verbindung rund 17 bis 25 Minuten angegeben. In sozialen Medien stoßen die Vorschläge hingegen auf wenig Begeisterung.

Baustelle dauert bis Jahresende

Die Einschränkungen sind nicht nur vorübergehend. Die Arbeiten in der Donaufelder Straße sollen bis Ende Dezember 2026 laufen.

Die Wiener Linien begründen die Dauer mit dem Umfang der Sanierung. Im Rahmen der Modernisierungsoffensive „Netz erst recht!“ werden heuer insgesamt 12,5 Kilometer Gleise und 33 Weichen erneuert.

Dabei setzt das Unternehmen bewusst auf größere Baustellen anstelle vieler kleiner Sanierungen.

Kurzfristig mühsam, langfristig neue Infrastruktur

Die Wiener Linien betonen, dass die Arbeiten notwendig seien, um die Infrastruktur langfristig zu erhalten.

Eine größere Baustelle bringe zwar kurzfristig Einschränkungen für die Fahrgäste, dafür könne ein kompletter Straßenabschnitt umfassend saniert und für die kommenden Jahrzehnte fit gemacht werden.

Nach Angaben des Unternehmens nutzen täglich mehr als zwei Millionen Menschen die Wiener Linien.

Was Fahrgäste jetzt tun können

Bis zum Ende der Bauarbeiten empfiehlt das Unternehmen, mehr Zeit einzuplanen und die persönliche Route vor der Fahrt über WienMobil oder wienmobil.at zu überprüfen.

Die Wiener Linien kündigen zudem an, die Situation rund um den Schienenersatzverkehr weiter zu beobachten und zu prüfen, ob zusätzliche Anpassungen möglich sind.

Damit dürfte sich erst in den kommenden Tagen zeigen, wie gut sich die neuen Fahrgastströme tatsächlich einspielen.

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(Red)

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