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4.000 Wohnungen weniger, als geplant: Zu wenig leistbarer Wohnraum in Wien

Gestern, 17:20

4.000 Wohnungen weniger, als geplant: Zu wenig leistbarer Wohnraum in Wien
Canva (Sujet)
Der Wohnbausektor in Wien steht unter Druck, denn die Nachfrage übersteigt weiterhin das Angebot an leistbarem Wohnraum. „Von 12.600 für 2026 geplanten Wohneinheiten werden in Wien laut Prognose nur 9.600 fertiggestellt – nach meiner Einschätzung sogar höchstens 8.000“, so der Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Wien, Michael Pisecky, am Dienstag. „Damit fehlt mindestens jede vierte geplante Wohnung auf einem ohnehin angespannten Markt.“
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Nur verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen – Stichwort Mietrecht -, ausreichende Finanzierungen mit erfüllbaren Konditionen und Planungssicherheit könnten das bestehende Ungleichgewicht beheben, meinte Pisecky in einer Presseveranstaltung von Pro Bauen & Sanieren, einer 2013 gegründeten Initiative der Fachgruppe Wien der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, des Forschungsverbands der österreichischen Baustoffindustrie (FBI) sowie des Verbands der Baustoffhändler Österreichs (VBÖ).

Leistbarer Wohnraum in Wien: Viele Hemmnisse

Die Zinswende, steigende Kosten, regulatorische Hürden und fehlende Planungssicherheit bremsen den Angaben zufolge die heimische Bau- und Immobilienwirtschaft. Von 2022 bis 2025 sei der Bau vier Jahre in Folge geschrumpft – 2024 mit einem Minus von 5,9 Prozent besonders deutlich.

Eine Trendwende bringe auch das laufende Jahr nicht: Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) habe seine Erwartung für heuer im Juni von plus 0,1 auf minus 0,2 Prozent revidiert. Erst 2027 sollen die Bauinvestitionen wieder wachsen – laut Prognose um 1,0 Prozent. Wesentlich hierfür sei die Zurückhaltung der öffentlichen Hand, die im Zuge der Budgetsanierung zahlreiche Projekte gestoppt oder verschoben habe.

Regulatorische Impulse erhofft

„Mit den richtigen regulatorischen Impulsen lässt sich vorhandenes Wachstums- und Entwicklungspotenzial der Immobilien- und Bauwirtschaft heben“, ist der FBI-Vorstandsvorsitzende und Österreich-Chef des Baustoffherstellers Baumit, Georg Bursik, laut Pressemitteilung überzeugt. Das würde den gesamten Wirtschaftsstandort stärken. Als wichtigen Hebel bezeichnet er – neben dem Neubau und der Nachverdichtung – die Sanierung von Bestandsgebäuden.

Die Gebäudesanierung generiert den Angaben zufolge jährlich eine Bruttowertschöpfung von insgesamt 5,5 Milliarden Euro. Der Sanierungsbedarf hierzulande sei weiterhin sehr groß, aber fehlende Planbarkeit und bürokratische Hürden bremsten die Mobilisierung von privatem Kapital für Investitionen. „Was wir unbedingt benötigen, ist ein Regulierungs- und Fördersystem, das planbar, finanzierbar, sozial umsetzbar und rechtlich praktikabel ist“, so Bursik.

Das Rückgrat der heimischen Bauwirtschaft bilden laut VBÖ-Vizepräsident Andreas Fetter kleine und mittelständische Betriebe. Rund ein Viertel der Beschäftigten arbeite in Unternehmen mit weniger als zehn Personen. „Gerade die kleinen und mittelständischen Betriebe der Bauwirtschaft sind stark von wirtschaftlichen Schwankungen betroffen“, streicht Fetter hervor.

„Es werden viel zu wenige leistbare Wohnungen gebaut“, kritisierten die Wiener Grünen in einer Aussendung. „Die Bewilligungszahlen für geförderte Wohnungen in den vergangenen sechs Jahren liegen bei nicht einmal der Hälfte des langjährigen Durchschnitts“, so Wohnbausprecher und Klubobmann im Landtag, Georg Prack

Milliardeninvestitionen nötig

Eine Rückkehr auf das Niveau an Baufertigstellungen der Jahre 2021/22 würde Zusatzinvestitionen von 7,8 Milliarden Euro jährlich erfordern, heißt es in einer Studie des außeruniversitären Instituts für Österreichs Wirtschaft (iföw), die im Auftrag der Initiative Pro Bauen & Sanieren erstellt wurde. Mit der genannten Summe könne eine gesamte zusätzliche Bruttowertschöpfung von 4,6 Milliarden Euro in Österreich entstehen.

(APA/Red.)

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