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334 Staus im Sommer: Reiseverkehr verändert sich

Gestern, 03:15

334 Staus im Sommer: Reiseverkehr verändert sich
CANVA
Der klassische Reisesamstag verliert an Bedeutung: Laut ÖAMTC weichen immer mehr Urlauber auf Wochentage aus. Im Sommer 2026 wurden österreichweit 334 größere Staus registriert, knapp zehn Prozent weniger als 2025.
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Der Sommerreiseverkehr auf Österreichs Straßen verändert sich. Nach der Bilanz der ÖAMTC-Mobilitätsinformationen verteilen sich Urlaubsfahrten zunehmend auf die gesamte Woche. An manchen Donnerstagen waren die wichtigen Transitrouten bereits annähernd so stark belastet wie an klassischen Reisesamstagen.

Für die Statistik erfasste der ÖAMTC an den Samstagen und Sonntagen während der Ferienzeit Staus mit mehr als 1,5 Kilometern Länge oder mindestens 15 Minuten Verzögerung. Insgesamt wurden im Sommer 2026 von offiziellen Quellen 334 Staus gemeldet. Das waren knapp zehn Prozent weniger als 2025.

Auch besonders lange Staus blieben aus: Kein registrierter Stau erreichte laut ÖAMTC mehr als 15 Kilometer.

Tirol verzeichnet die meisten Staus

Mit 28,1 Prozent entfiel der größte Anteil der erfassten Staus erneut auf Tirol. Dahinter folgten Kärnten mit 18,9 Prozent, Salzburg mit 18,3 Prozent und die Steiermark mit 14,7 Prozent.

Besonders stark belastet war die Tauern-Autobahn (A10). Auf sie entfielen 18,3 Prozent aller registrierten Staus. Es folgten die Fernpassstraße (B179) mit 12 Prozent, die Süd-Autobahn (A2) mit 11,1 Prozent und die Karawanken-Autobahn (A11) mit 10,5 Prozent.

Österreichs häufigster einzelner Staupunkt lag am Karawankentunnel. Dort kam der Verkehr im Sommer insgesamt 35-mal zum Erliegen.

Grenzstaus nehmen deutlich zu

Die häufigste Ursache war mit 43,4 Prozent die Verkehrsüberlastung. Unfälle machten 21 Prozent der gemeldeten Staus aus, Baustellen 10,8 Prozent und defekte Fahrzeuge 5,1 Prozent.

Auffällig entwickelte sich die Situation an den Grenzen: 19,5 Prozent aller Staus entstanden 2026 beim Grenzübertritt. Im Sommer 2025 waren es laut ÖAMTC lediglich 7,6 Prozent.

Auf dem Weg Richtung östliche Adria entwickelte sich die Situation dagegen günstiger. Zwischen Slowenien und Kroatien registrierte der ÖAMTC deutlich weniger und kürzere Aufenthalte. Als Grund nennt der Mobilitätsclub den Wegfall der Kontrollen infolge des Schengen-Beitritts Kroatiens 2023.

Fernpass-Sperre bringt kaum zusätzliche Staus

Für den Vormittag des 1. August 2026 war die Fernpassstraße (B179) aufgrund einer Demonstration gesperrt. Größere Verkehrsprobleme blieben laut ÖAMTC jedoch aus.

Die Mobilitätsexperten beobachteten, dass Reisende räumlich und insbesondere zeitlich auswichen. Die umfangreiche Berichterstattung im Vorfeld dürfte laut ÖAMTC dazu beigetragen haben. An diesem Samstag waren dadurch deutlich weniger Fahrzeuge auf der Strecke unterwegs als erwartet.

Die stärkste Belastung des österreichischen Straßennetzes registrierte der Mobilitätsclub zwischen Mitte Juli und Anfang August. In diesen Zeitraum fielen der Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen und anschließend der Beginn der bayerischen Sommerferien.

Rampensperren sollen Ausweichverkehr verhindern

In Salzburg und Tirol galten auch im Sommer 2026 zahlreiche Abfahrts- und Durchfahrtsverbote. Damit sollte verhindert werden, dass Autofahrer bei Staus auf Nebenstraßen ausweichen.

Neu waren physische Rampensperren auf der A10. Sie kamen an einigen Wochenenden unter anderem bei den Anschlussstellen Golling, Kuchl, Werfen und Pfarrwerfen sowie beim Knoten Pongau zum Einsatz.

Der ÖAMTC bewertet die Maßnahmen als wirksam und berichtet von einer deutlichen Entlastung der Nebenstraßen.

Ab 2027 drohen neue Belastungen auf der A10

Für den Sommer 2027 erwarten die ÖAMTC-Mobilitätsinformationen zunächst eine ähnliche Verkehrssituation wie 2026. Danach stehen jedoch umfangreiche Arbeiten bevor.

Ab Herbst 2027 sollen der Tauern- und der Katschbergtunnel auf der A10 saniert werden. Die Arbeiten sind bis 2033 vorgesehen. Der ÖAMTC rechnet trotz geplanter Begleitmaßnahmen mit längeren Verzögerungen. Während der Sommerferien sollen jeweils zwei Fahrstreifen zur Verfügung stehen.

Am Karawankentunnel soll sich die Situation dagegen ab 2029 verbessern. Dann sollen die Sanierungsarbeiten an der alten Röhre abgeschlossen sein. Mit zwei getrennten Tunnelröhren erwartet der ÖAMTC dort deutlich weniger Verzögerungen für den Reiseverkehr.

(VIENNA.AT)

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