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Eurovision Song Contest: Wien will bei Inklusion "First-Mover" sein

Heute, 05:00

Rund ein Monat vor dem ESC wurden Maßnahmen vorgestellt, die diesen zu einem Erlebnis für alle machen sollen.

Wien will Vorreiter in Sachen Inklusion werden - nun wurden Maßnahmen präsentiert, die den nahenden Eurovision Song Contest zu einem Erlebnis für alle machen sollen. Man wolle zum "First-Mover" in Sachen Inklusion werden und Standards für die nächsten -Städten setzen, unterstrich Vizebürgermeisterin Barbara Novak (SPÖ) vor Medien: "Vor zehn Jahren haben wir Standards gesetzt, was Side-Events und Partizipation der Bevölkerung angeht, jetzt liegt der Fokus auf Inklusion."

"Glück und Hoffnungen sollen für alle da sein!"

Nachdem der ESC weiterziehe, sollen die gesetzten Standards bei allen zukünftigen Großevents in Wien "normal" sein. Durch eine Awareness-Kampagne will die Stadt dem Thema Inklusion mehr Aufmerksamkeit geben. "Ich habe gelernt, es geht um Barriere-Armut", beschrieb Novak. Dies betreffe nicht nur die Stadthalle als Hauptveranstaltungsort, sondern auch alle Locations der Side-Events und Public-Viewing-Zonen. Als offizieller Eventpartner schildert der Generaldirektor der Österreichischen Lotterien, Erwin van Lambaart, klar die Aufgabe des Unternehmens: "Wir bringen Glück und Hoffnung. Aber Glück und Hoffnungen sollen für alle da sein!" Er werde von Journalisten und Journalistinnen oft gefragt: "Wie viel denn das koste?" Seine Antwort darauf sei: "Die Kosten sind wurscht!"

Am Rathausplatz wird es ein Areal für Menschen mit Behinderung geben, mit einer zweigeteilten Rollstuhl-Plattform und einem Ruhebereich, der vor allem für ESC-Fans mit Autismus oder ADHS als Rückzugsort dienen soll. Auch für treue Begleiter wird gesorgt: "Es wird auch Grünfleckerl unter den historischen Bäumen geben, wo sich Assistenzhunde entspannen können", sagt Riedler. Pins, die sich Menschen mit unsichtbaren Beeinträchtigungen anstecken können, sind auf Großevents international schon etabliert und kommen jetzt auch nach Wien. Die Pins ermöglichen dem Personal, sofort zu erkennen, welche Unterstützung nötig ist. Voraussichtlich Ende April oder Anfang Mai werden sogenannte "Touch Tours" angeboten, sie sollen Menschen mit Sehbehinderungen die Welt des ESC durch sensorische Erfahrungen näherbringen. Während der Veranstaltungen können ESC-Fans ihre Smartphones nutzen, um den Liveton der Veranstaltung an ihre eigenen Hörgeräte zu senden oder das Livebild der Gebärdenübersetzung dazu zu schalten.

"Informationen sind das A und O"

Eingebunden in die Maßnahmen ist das Wiener Start-up Full Access, das schon seit 2017 mit der Stadt arbeitet, um Veranstaltungen wie das Donauinselfest barrierearm zu gestalten. Events müssen nicht nur für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer angepasst werden, in der Planung müssen die Bedürfnisse von Menschen mit verschiedensten Beeinträchtigungen berücksichtig werden. Der erste Schritt, um Events besser zugänglich zu machen, seien klare Informationen über die Locations. Christina Riedler von Full Access betont: "Informationen sind das A und O." Besucherinnen und Besucher sollen sich im Voraus ein Bild von jedem Veranstaltungsort machen können.

Laut Riedler gibt es die ersten Anlaufstellen für ESC-Fans mit Behinderungen schon am Flughafen, Besucherinnen und Besucher können sich aber auch an die Info-Points vor Ort melden oder alle Informationen zu den Locations auf der offiziellen ESC-Website nachlesen. Das Personal sowie die freiwilligen Helfer vor Ort werden geschult, um Menschen mit Behinderungen angemessen zu unterstützen. Es haben sich rund 600 Personen gemeldet, wie viele Volunteers davon eine Beeinträchtigung haben, sei nicht bekannt, aber laut Martina Gollner von Full Access sei die ganze Bandbreite von Menschen mit körperlichen oder sensorischen Behinderungen bis hin zu Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen vertreten. "Richtig schön durchgemischt", so Gollner.

(APA/Red)

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