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Ladegerät nicht mehr fix dabei? Das ändert sich bei Laptops ab 2026

Heute, 09:00

Ab 28. April 2026 gilt eine neue EU-Vorgabe für Laptops. USB-C wird verpflichtend. Was sich für Käufer ändert, warum Ladegeräte fehlen können und wann Zusatzkosten drohen.

Ab dem 28. April 2026 tritt in der Europäischen Union eine neue Regel für Laptops in Kraft. Künftig müssen alle neu verkauften Geräte über USB-C geladen werden können. Grundlage ist die EU-Richtlinie 2022/2380 zum einheitlichen Ladeanschluss.

Für viele Käufer bedeutet das eine Umstellung. Denn während der Anschluss standardisiert wird, bleibt eine andere Frage offen: Ist das Ladegerät überhaupt noch dabei?

Einheitlicher Anschluss wird Pflicht

Die neue Vorgabe schreibt vor, dass alle Laptops mit kabelgebundener Ladefunktion über einen USB-C-Anschluss verfügen müssen. Ziel ist ein einheitlicher Standard, damit Ladegeräte verschiedener Hersteller kompatibel sind.

Für Geräte mit einer Ladeleistung über 15 Watt gilt zusätzlich: Sie müssen den Schnellladestandard USB Power Delivery unterstützen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass leistungsstärkere Notebooks zuverlässig geladen werden können.

Die längere Übergangsfrist für Laptops erklärt sich durch technische Anforderungen. Während Smartphones bereits seit 28. Dezember 2024 unter die Regel fallen, hatten Hersteller für Notebooks mehr als drei Jahre Zeit zur Anpassung.

Ladegerät nicht verpflichtend

Entscheidend für Käufer: Die EU verbietet Ladegeräte nicht. Hersteller dürfen weiterhin Geräte inklusive Netzteil verkaufen.

Allerdings gilt eine neue Vorgabe beim Verkauf: Wenn ein Laptop mit Ladegerät angeboten wird, muss es auch eine Variante ohne Netzteil geben. Diese sogenannte Entbündelung soll Elektroschrott reduzieren.

Auf der Verpackung müssen künftig klar ersichtlich sein:

  • ob ein Ladegerät enthalten ist
  • welche Ladeleistung unterstützt wird

Ob sich Geräte ohne Netzteil tatsächlich als Standard durchsetzen, ist nicht geregelt. Laut der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" halten viele Hersteller parallele Varianten für aufwendig und kostenintensiv.

Laptops möglicherweise teurer

Die Auswirkungen hängen stark vom Nutzer ab.

Wer bereits leistungsstarke USB-C-Ladegeräte besitzt, kann künftig sparen. Ein Netzteil muss dann nicht mehr zwingend mitgekauft werden.

Anders sieht es für Käufer ohne passendes Zubehör aus. Moderne Laptops benötigen meist:

  • mindestens 65 Watt
  • oft 90 bis 100 Watt bei leistungsstärkeren Modellen

Solche USB-C-Netzteile kosten laut Marktbeobachtung häufig 40 bis 50 Euro oder mehr. Damit kann der tatsächliche Kaufpreis steigen, wenn kein Ladegerät beiliegt.

EU reagiert auf Ladechaos

Die Regel ist Teil einer jahrelangen Entwicklung. Bereits in den 2010er-Jahren kritisierte die EU-Kommission die Vielzahl unterschiedlicher Ladeanschlüsse.

Die damalige Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager erklärte laut "Corriere della Sera", Verbraucher seien seit Jahren frustriert über inkompatible Ladegeräte.

Ziel der Richtlinie ist neben Komfort auch Nachhaltigkeit. Weniger unterschiedliche Ladegeräte sollen langfristig Elektroschrott reduzieren.

Sonderfall: Gaming-Laptops

Trotz neuer Vorgaben bleiben Ausnahmen in der Praxis möglich. Die EU schreibt nicht vor, dass USB-C der einzige Ladeanschluss sein muss.

Geräte dürfen zusätzliche, proprietäre Anschlüsse behalten. Das betrifft vor allem Gaming-Notebooks:

  • Diese benötigen oft mehr als 240 Watt Leistung
  • USB-C reicht für maximale Leistung nicht immer aus

Viele Modelle nutzen daher weiterhin eine Kombination aus USB-C für den Alltag und einem separaten Hochleistungsnetzteil für intensive Anwendungen.

(Red.)

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