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Wien wird Bühne für 70. Eurovision Song Contest

Heute, 12:47

Im Mai findet der 70. Eurovision Song Contest in Wien statt, bei dem die Wiener Stadthalle und die gesamte Stadt genutzt werden. Der Rathausplatz wird erneut das "Eurovision Village" für Fans beherbergen. Der "Euro-Club" wird als Partyort im Praterdome eingerichtet. Das Wien Museum wird zum "Euro Fanhouse" umgewandelt. Zudem werden viele Orte für Public Viewing zur Verfügung stehen.

In fünf Wochen geht der in Wien über die Bühne. Der größte Musikwettbewerb der Welt wird wie schon 2015 in der Stadthalle ausgetragen. Erneut wird bei dem Spektakel aber die gesamte Stadt miteinbezogen. In einer Pressekonferenz mit Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher wurde sogar das größte Side-Event-Programm in der Geschichte des Song Contests versprochen.

70. Eurovision Song Contest: Zentrale Fanmeile vor dem Rathaus

Der Wiener Rathausplatz wird wieder zum zentralen Schauplatz der ESC-Woche. Schon 2015 war dort die Fanmeile eingerichtet worden. Das Eurovision Village wird von der Stadt in Zusammenarbeit mit dem ORF entwickelt bzw. veranstaltet. Bis zu 15.000 Besucherinnen und Besucher werden dort Platz finden. Von 10. bis 17. Mai öffnet das ESC-Dorf an insgesamt acht Tagen bei freiem Eintritt seine Tore. Der Rathausplatz kann täglich von 14.00 Uhr bis Mitternacht bzw. dem Ende der Liveshows besucht werden, wobei man am Donnerstag (Christi Himmelfahrt) bereits um 11.00 Uhr mit einem Frühschoppen startet. Im Village wird es täglich Bühnenprogramm mit Konzerten oder DJs geben. Unter anderem werden Teilnehmer des heurigen Bewerbes ihre Beiträge live dem Publikum präsentieren. Auch ehemalige ESC-Acts werden dort gastieren.

Die drei TV-Shows am 12., 14. und 16. Mai werden live auf insgesamt 15 Screens im Fanvillage zu sehen sein. An diesen Tagen werden Teile des Rings gesperrt, damit bis zu 30.000 Fans das Geschehen mitverfolgen können. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt: Insgesamt sind 14 Gastrostände auf der Partymeile geplant. Beim Rathaus wird auch der offizielle Auftakt zelebriert. Der 10. Mai markiert mit der Opening Ceremony und dem Turquoise Carpet Event den Beginn der ESC-Woche. Es ist der einzige Moment, an dem alle 35 Delegationen gemeinsam auftreten. Vom Burgtheater kommend ziehen sie über den türkisen Teppich Richtung Rathaus. Anschließend folgt im Rathaus die Begrüßung der Gäste - die sogenannte Welcome Reception.

"Wir haben in der Stadt Wien geplant, dass es ein Ereignis wird, das für alle Menschen möglich ist", unterstrich Bürgermeister Ludwig den Grundgedanken. Das gelte auch für jene, die keine Karten mehr für die Shows ergattert hätten. Denn die Bedeutung des ESC sei unbestreitbar: "Es ist ein Fest des Friedens, des Miteinanders." Das Zentrum der ORF-Berichterstattung rund um den Song Contest befindet sich ebenfalls am Rathausplatz. Eingerichtet wird dort ein eigenes, gläsernes Studio. Aus diesem werden mehr als 100 Stunden Liveprogramm gesendet.

70. Eurovision Song Contest: Partylocation Praterdome

Ein weiterer ESC-Hotspot wird unweit des Riesenrads etabliert: Der Euro-Club in der Großraumdisco Praterdome. Dort können Fans, Künstler und Delegationen an sechs Abenden feiern. Übertragungen der TV-Shows wird es dort ebenso geben wie Auftritte von ESC-Größen. Eine für die Lokalität eher ungewöhnliche Zielgruppe wird am Nachmittag des Finaltags im Mittelpunkt eines Specialevents stehen: Bei einer "Kids Disco" können schon Kinder ab sechs Jahren die Tanzfläche des Euro-Clubs entern.

Das Wien Museum wird ebenfalls Teil des ESC-Geschehens. Vom 11. bis zum 16. Mai 2026 verwandelt es sich in das Eurofan House, das ebenfalls als Anlaufstelle für Acts und die Community werden soll. Das Programm umfasst dort unter anderem Diskussionen und Vorträge. Das Fan-Haus in Zusammenarbeit mit den Fanclubs kann ebenfalls bei freiem Eintritt besucht werden. Anders als der Club ist es aber nur tagsüber geöffnet.

Das Eventprogramm geht jedoch weit über die zentralen ESC-Hotspots hinaus. So wird zum Beispiel im neuen Marktraum am Naschmarkt live musiziert. Auch in Seniorenheimen oder auf einem Donauschiff kümmert man sich um ESC-affine Bewohner bzw. Passagiere. Letztere können "Disco Cruises" mit Blick auf Wiens Skyline absolvieren.

Zahlreiche Public Viewings zum 70. Eurovision Song Contest

Wer sich das Wettsingen in größerer Runde anschauen möchte, hat auch abseits der offiziellen Locations zahlreiche Möglichkeiten. Bisher sind 29 Public Viewings in zahlreichen Wiener Gemeindebezirken angemeldet. Mit dabei sind unter anderem das Volkstheater, die Volksoper, das MAK, das Vindobona, das U4 oder die Ottakringer Brauerei. Auch die Votivkirche findet sich in der Liste. Alle bisher akkreditierten Orte sind unter eurovision.wien.gv.at oder unter songcontest.orf.at zu finden. Die bereits feststehenden Public Viewings werden noch laufend erweitert und werden auch in allen Bundesländern stattfinden.

Ein Teil des großen Rahmengeschehens richtet sich direkt an die Delegationen aus den Teilnehmerländern bzw. akkreditierte Medien: Mit "Vienna OffStage" realisiert der Wien Tourismus das laut eigenen Angaben bisher größte "Social Programme" in der Geschichte des Contests. Das Spektrum reicht dabei von Museumsbesuchen, Abstecher zum Würstelstand oder Schnitzel-Workshops.

Eurovision Song Contest-Design an allen Ecken und Enden

Und selbst all jene, die sich nicht rasend für den Song Contest interessieren, werden ihm nicht entkommen. Sichtbare Zeichen, die auf das bevorstehende Großereignis hinweisen, werden schon bald überall im öffentlichen Raum aufpoppen. So werden die Donaukanalbrücken in ESC-Farben beleuchtet und zum Teil mit Bannern versehen. Auch Straßenbahnen, Schaltkästen, Fahrradständer oder Trinkbrunnen sind nicht davon gefeit, im ESC-Design gebrandet zu werden.

In der U-Bahn wird das Programm an den "U-Bahn-Stars"-Auftrittsorten dem Bewerb angepasst. Rund um den Song Contest verstärken die Wiener Linien zudem ihre Kapazitäten. Die U-Bahnen sind in einem dichteren Intervall unterwegs. Im Bereich der Stadthalle werden die Straßenbahnlinien 6, 18 und 49 anlassbezogen verlängert.

An der MA 48 geht das Event ebenfalls nicht spurlos vorüber. Auf Mistkübeln oder Müllwagen werden originelle Sprüche affichiert. Slogans wie "Schmeiss like a Phoenix", "Merci kehr i" und "Waste and Love" werden ESC-Flair verströmen.

"Man soll den Song Contest spüren. Es soll nicht möglich sein, dass man am Song Contest vorübergeht", gab Bürgermeister Ludwig die Stoßrichtung vor: "Es ist ein Flächenbrand, der sich da ereignet." Und dieses Feuer habe zweifelsohne seine Funktion, stellte Norbert Kettner, Direktor des Wien-Tourismus, klar: "Unsere Mission ist, dass die Gäste als ESC-Fans nach Wien kommen, aber die Stadt als Wien-Fans wieder verlassen."

Wandbild zum 70. Eurovision Song Contest auf ehemaligem APA-Tower

Nach 21 Jahren im Dornröschenschlaf wird schließlich auch der lange ungenutzte ehemalige APA-Tower in der Gunoldstraße vorübergehend wieder zum Leben erweckt. Beteiligt sind neben der Stadt und dem Grundstückseigentümer BUWOG die Wiener Streetart-Organisation Calle Libre. Auf dem 52 Meter hohen Turm wird an der Westfassade auf 1.100 Quadratmetern Fläche ein Wandgemälde entstehen.

Das Werk, so wird versprochen, wird dermaßen spektakulär ausfallen, dass der Turm bei ESC-Führungen für internationale Delegationen angefahren wird. Gestaltet wird das Mural vom spanischen Urban Street Artist Okuda San Miguel, der erstmals in Österreich ein Werk umsetzt. Der Titel des Gemäldes lautet "In Equality".

(APA/Red)

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