logo



[email protected]

Karsamstag oder Ostersamstag? Fast alle sagen es falsch

Gestern, 05:00

Wer sagt es richtig? Die meisten verwenden ganz selbstverständlich den Begriff "Ostersamstag" – und liegen damit daneben. Gerade rund um Ostern passiert dieser Fehler immer wieder.

Viele machen jedes Jahr denselben Fehler.
"Ostersamstag" steht im Kalender oder wird im Alltag so gesagt. Gemeint ist aber fast immer der Tag vor Ostersonntag.

Und genau da liegt der Irrtum.

Das verwechseln fast alle

Der Tag zwischen Karfreitag und Ostersonntag heißt nicht Ostersamstag, sondern Karsamstag.

Der Unterschied ist klar definiert:

  • Karsamstag: Der Tag vor Ostersonntag
  • Ostersamstag: Der Samstag nach Ostersonntag

Was viele überrascht: Der "echte" Ostersamstag kommt also erst eine Woche später.

Was der Karsamstag bedeutet

Der Karsamstag gehört zur Karwoche und ist ein Tag der Stille.

Im christlichen Verständnis steht er für die Grabesruhe Jesu. Nach der Kreuzigung am Karfreitag gibt es keinen Gottesdienst wie sonst. Kirchen bleiben bewusst schlicht, Altäre sind oft leer.

Es ist ein Tag zwischen Trauer und Hoffnung.
Die Auferstehung wird erst in der Nacht gefeiert.

Bräuche am Karsamstag

Trotz seiner stillen Bedeutung ist der Karsamstag voller Traditionen, vor allem in Österreich:

  • Speisensegnung: Körbe mit Brot, Eiern, Schinken und Kren werden in der Kirche gesegnet
  • Osterpinze und Reinling: Typische Gebäcke, die an diesem Tag vorbereitet werden
  • Ratschen statt Glocken: In vielen Orten ersetzen Kinder mit Holzratschen das Glockengeläut
  • Osterfeuer: In einigen Regionen wird bereits am Abend ein Feuer entzündet
Speisensegnung
Speisensegnung ©Canva

Am Abend folgt dann der Übergang zur Osternacht, dem wichtigsten Gottesdienst des Jahres.

Warum so viele "Ostersamstag" sagen

Der Fehler ist leicht erklärt.

Im Alltag wird "Ostern" oft für das ganze Wochenende verwendet. Dadurch wirkt "Ostersamstag" logisch, obwohl er liturgisch falsch ist.

Dazu kommt: Der Begriff "Karsamstag" klingt für viele ungewohnt oder altmodisch. Deshalb setzt sich im Sprachgebrauch oft die falsche Variante durch.

Tatsächlich steckt im Wort "Kar" das alte Wort für Trauer.
Und genau das beschreibt diesen Tag viel besser.

(Red.)

Nachrichtenquelle


© 2017-2024 wienpress.at [email protected]