Viele machen jedes Jahr denselben Fehler.
"Ostersamstag" steht im Kalender oder wird im Alltag so gesagt. Gemeint ist aber fast immer der Tag vor Ostersonntag.

Viele machen jedes Jahr denselben Fehler.
"Ostersamstag" steht im Kalender oder wird im Alltag so gesagt. Gemeint ist aber fast immer der Tag vor Ostersonntag.
Und genau da liegt der Irrtum.
Der Tag zwischen Karfreitag und Ostersonntag heißt nicht Ostersamstag, sondern Karsamstag.
Der Unterschied ist klar definiert:
Was viele überrascht: Der "echte" Ostersamstag kommt also erst eine Woche später.
Der Karsamstag gehört zur Karwoche und ist ein Tag der Stille.
Im christlichen Verständnis steht er für die Grabesruhe Jesu. Nach der Kreuzigung am Karfreitag gibt es keinen Gottesdienst wie sonst. Kirchen bleiben bewusst schlicht, Altäre sind oft leer.
Es ist ein Tag zwischen Trauer und Hoffnung.
Die Auferstehung wird erst in der Nacht gefeiert.
Trotz seiner stillen Bedeutung ist der Karsamstag voller Traditionen, vor allem in Österreich:
Am Abend folgt dann der Übergang zur Osternacht, dem wichtigsten Gottesdienst des Jahres.
Der Fehler ist leicht erklärt.
Im Alltag wird "Ostern" oft für das ganze Wochenende verwendet. Dadurch wirkt "Ostersamstag" logisch, obwohl er liturgisch falsch ist.
Dazu kommt: Der Begriff "Karsamstag" klingt für viele ungewohnt oder altmodisch. Deshalb setzt sich im Sprachgebrauch oft die falsche Variante durch.
Tatsächlich steckt im Wort "Kar" das alte Wort für Trauer.
Und genau das beschreibt diesen Tag viel besser.
(Red.)
