logo



[email protected]

Jerusalem: Streit um Grabeskirche und Gebetsrechte der Kirchen

Heute, 11:00

Nach dem Streit um die Grabeskirche schlagen Jerusalems Kirchenführer Alarm. Sie sprechen von unverzichtbaren Gebetsrechten und finden klare Worte. Gleichzeitig setzen sie weiter auf Zusammenarbeit mit den Behörden.

Klare Ansage nach dem Eklat

Nach den Einschränkungen beim Zugang zur Grabeskirche am Palmsonntag haben führende katholische Vertreter im Heiligen Land deutliche Worte gefunden. Bei einer Pressekonferenz am 1. April 2026 in Jerusalem machten sie klar, dass zentrale Rechte der Kirchen nicht zur Disposition stehen.

Franziskanerkustos Francesco Ielpo erklärte, es gebe grundlegende Prinzipien, die als wesentlich und nicht verhandelbar gelten. Gleichzeitig betonten die Kirchen ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den israelischen Behörden.

Was am Palmsonntag passiert ist

Auslöser waren Vorfälle, bei denen Gläubige am Zugang zur Grabeskirche gehindert wurden. Ielpo und der lateinische Patriarch Kardinal Pierbattista Pizzaballa bezeichneten die Situation als schmerzhaft für Christen im Heiligen Land und weltweit.

Berichte über direkte Zusammenstöße mit der Polizei wiesen die Kirchenvertreter zurück. Pizzaballa betonte zudem, dass die Kirche nicht politisch instrumentalisiert werden wolle und weiterhin auf eine uneingeschränkte Zusammenarbeit mit den Behörden setze.

Auslöser waren Vorfälle am Palmsonntag
Auslöser waren Vorfälle am Palmsonntag ©FOTO: APA/BARBARA GINDL

Ostern nur eingeschränkt möglich

Für die Kar- und Ostertage wurde eine Einigung erzielt. Öffentliche Gottesdienste in der Grabeskirche werden nicht stattfinden.

Die Liturgien sollen jedoch unter Leitung des zuständigen Bischofs gefeiert und live übertragen werden. Pizzaballa zeigte sich zufrieden, da damit ein zentrales kirchliches Prinzip gewahrt bleibe.

 Kardinal Pierbattista Pizzaballa
Kardinal Pierbattista Pizzaballa ©Photo by Ammar Awad / POOL / AFP

700 Jahre Tradition im Fokus

Ielpo erinnerte an die lange Geschichte der Franziskaner in der Grabeskirche. Seit rund 700 Jahren sei ihre Präsenz ununterbrochen, auch in schwierigen Zeiten und während Kriegen.

Der Zugang zur Basilika sei daher kein Privileg, sondern ein historisch gewachsenes Recht, das keiner zusätzlichen Genehmigung bedürfe. Gleichzeitig verwiesen die Kirchen auf die Verantwortung der israelischen Regierung gegenüber der weltweiten christlichen Gemeinschaft.

Pilger fehlen und verstärken die Krise

Andere Kirchen im Patriarchat bleiben geöffnet. Gottesdienste sollen je nach Sicherheitslage in kleineren Gruppen stattfinden.

Sorge bereitet vor allem das Ausbleiben internationaler Pilger. Jerusalem sei ohne Besucher unvollständig, besonders rund um Altstadt und Ölberg sei die Lage derzeit deutlich spürbar. Ein weiterer Konflikt in der Region erschwere zusätzlich eine rasche Rückkehr.

(Red.)

Nachrichtenquelle


© 2017-2024 wienpress.at [email protected]