logo



[email protected]

ORF-Wirbel und Boykott beunruhigen ESC-Direktor Green nicht

Heute, 12:16

Eurovision Song Contest Direktor Martin Green zeigt sich nicht beunruhigt vom Boykott durch fünf Sender wegen der Teilnahme Israels und dem Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann. Er betont, der Wettbewerb sei robust genug, um Herausforderungen zu meistern.

"Die Beteiligung der Geschäftsführung des gastgebenden Senders ist wichtig, aber mittlerweile steht die Show im Grunde", hielt ESC-Direktor Green zum Rücktritt Weißmanns vor wenigen Wochen fest. Die Anfangsmonate, in denen man sich organisiert und festlegt, welche Art von man umsetzen möchte, sind die Phase, in der die Geschäftsführung eine bedeutende Rolle spielt.

ESC kann aufzeigen, "wie die Welt sein könnte"

Danach gefragt, wie politisch der ESC sei, meinte der 54-jährige Brite: "Wir sind eine der weltweit größten Veranstaltungen, deshalb sind wir nie vollkommen unabhängig von dem, was im Rest der Welt passiert. Aber unser Publikum ist klug genug zu verstehen, dass es einen Unterschied zwischen einem teilnehmenden öffentlich-rechtlichen Sender und der jeweiligen Regierung gibt." Der ESC könne aufzeigen, "wie die Welt sein könnte, nicht, wie sie ist".

Dass dennoch fünf Länder, darunter Spanien als einer der "Big Five", aufgrund der Teilnahme des israelischen Rundfunks KAN nicht an Bord sind, sei deren Entscheidung und diese respektiere er. "Wir hoffen, dass die fünf Sender eines Tages wieder dabei sein werden." Überhaupt habe es auch schon in der Vergangenheit Fälle gegeben, in denen Sender ein Jahr oder länger nicht teilgenommen haben. "Das hier wird irgendwann einfach Teil einer langen Geschichte sein", meinte Green.

Kanada überlegt EBU-Mitgliedschaft

Zwischenzeitlich stand im Raum, dass Kanada erstmals am Bewerb teilnehmen könnte. Dass es letztlich nicht so kam, erklärte Green damit, dass man nicht beim ESC dabei sein könne, ohne vollständiges EBU-Mitglied zu sein. "Kanada überlegt jetzt, die Mitgliedschaft zu beantragen - aber bis dahin gibt es über Eurovision keine Diskussion." Australien sei zwar auch kein Vollmitglied, aber habe Eurovision immer "grandios unterstützt und übertragen", ohne selbst daran teilzunehmen. Also habe man sich dazu entschlossen, Australien zum 60. Jubiläum - damals auch in Wien - erstmals einzuladen.

(APA/Red)

Nachrichtenquelle


© 2017-2024 wienpress.at [email protected]