Der Gründonnerstag gehört zu den wichtigsten Tagen im christlichen Kalender. Trotzdem sorgt er jedes Jahr für dieselbe Frage: Warum heißt er eigentlich so?

Der Gründonnerstag gehört zu den wichtigsten Tagen im christlichen Kalender. Trotzdem sorgt er jedes Jahr für dieselbe Frage: Warum heißt er eigentlich so?
Hat das wirklich etwas mit der Farbe Grün zu tun? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter?
Der Gründonnerstag erinnert an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Laut Bibel teilte Jesus an diesem Abend Brot und Wein und legte damit den Grundstein für ein zentrales Ritual der Kirche.
Auch eine besondere Geste gehört dazu: die Fußwaschung. Sie gilt bis heute als Zeichen für Demut und Nächstenliebe.
Mit dem Abend dieses Tages beginnt die Passionszeit. Sie beschreibt das Leiden Jesu bis zu seiner Kreuzigung am Karfreitag.
Viele denken sofort an Spinat, Kräuter oder die Farbe des Frühlings. Doch genau hier beginnt das Rätsel.
Eine verbreitete Erklärung führt den Namen auf das althochdeutsche Wort "grunen" zurück. Dieses bedeutet so viel wie "weinen" oder "klagen". Der Gründonnerstag wäre demnach ein Tag der Trauer.
Andere Fachleute halten das für unwahrscheinlich. Sie verweisen darauf, dass "grün" im Mittelalter auch für "neu" oder "erneuert" stand. Menschen, denen an diesem Tag die Sünden vergeben wurden, galten als "wieder grün", also als neu im Glauben.
Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, welche Erklärung stimmt.
Unabhängig vom Namen hat sich ein Brauch fest etabliert: Am Gründonnerstag kommt etwas Grünes auf den Tisch.
In Österreich ist vor allem Spinat mit Ei ein Klassiker. Auch andere grüne Speisen wie Kräuter oder Gemüse sind verbreitet.
Der Hintergrund ist einfach: Der Frühling steht für Neubeginn. Alles wächst wieder, die Natur wird grün. Dieser Gedanke hat sich mit dem Feiertag verbunden.
Ob "weinen", "erneuert" oder doch einfach "grün": Der Gründonnerstag zeigt, wie eng Sprache, Religion und Tradition miteinander verknüpft sind.
Sicher ist nur: Der Name ist älter als viele Bräuche, die wir heute damit verbinden.
Und genau das macht ihn bis heute so faszinierend.
(Red)
