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Brustkrebs: Medikament senkt Rückfallrisiko deutlich

26-03-2026, 09:30

Brustkrebs kann auch viele Jahre nach der ersten Therapie zurückkehren. Neue Langzeitdaten bringen Hoffnung auf weniger Rückfälle und bessere Überlebenschancen.

Brustkrebs gilt oft als besiegt – doch für viele Betroffene bleibt die Gefahr eines Rückfalls lange bestehen. Besonders bei hormonrezeptorpositiven Tumoren kann die Krankheit auch viele Jahre nach der ersten Behandlung wieder auftreten.

Jetzt zeigen neue Studiendaten, dass ein bekanntes Medikament das Risiko bei bestimmten Brustkrebsformen deutlich senken und sogar die Überlebenschancen verbessern könnte.

Rückfälle auch nach Jahrzehnten möglich

Medizinische Studien belegen, dass hormonrezeptorpositiver Brustkrebs noch bis zu 20 Jahre nach der Erstdiagnose zurückkehren kann. Das betrifft vor allem Patient:innen mit erhöhtem Risiko, etwa bei Lymphknotenbefall.

Gerade deshalb ist die sogenannte adjuvante Therapie entscheidend. Sie soll verbliebene Krebszellen bekämpfen, bevor sie erneut wachsen.

Studie zeigt deutliche Wirkung

Die internationale Phase-3-Studie "monarchE" untersuchte 5.637 Patient:innen mit hohem Rückfallrisiko. Dabei wurde das Medikament Abemaciclib zusätzlich zur Hormontherapie eingesetzt.

Die Ergebnisse zeigen klare Vorteile:

  • Invasive Rückfälle traten um rund 25 Prozent seltener auf.
  • Fernmetastasen wurden um etwa 28 Prozent reduziert.
  • Nach zwei Jahren waren 92,2 Prozent ohne Rückfall, ohne das Medikament 88,7 Prozent

Dabei handelt es sich um relative Risikoreduktionen, die in der klinischen Bewertung üblich sind.

Langzeitdaten machen Hoffnung

Besonders relevant sind neue Auswertungen mit längerer Nachbeobachtung. Daten vom ESMO-Kongress 2025 zeigen:

  • Das Sterberisiko sank relativ um 15,8 Prozent
  • Nach sieben Jahren lebten 86,8 Prozent der Patient:innen, ohne Therapie 85,0 Prozent
  • Rund 77 Prozent blieben langfristig ohne Rückfall.

Studienleiter Stephen R. D. Johnston betonte laut Deutschem Ärzteblatt, dass erstmals seit rund 20 Jahren ein Fortschritt in dieser speziellen Therapiesituation erreicht wurde.

Für wen das Medikament gedacht ist

Abemaciclib ist kein neues Medikament, sondern seit 2017 im Einsatz. Neu ist vor allem die Anwendung im frühen Krankheitsstadium mit hohem Risiko.

Laut Krebsinformationsdienst kommt es infrage für:

  • hormonrezeptorpositiven, HER2-negativen Brustkrebs
  • nachgewiesenen Lymphknotenbefall
  • erhöhtes Rückfallrisiko

Die Einnahme erfolgt über zwei Jahre zusätzlich zur Hormontherapie.

Nebenwirkungen und offene Fragen

Wie viele Krebsmedikamente hat auch Abemaciclib Nebenwirkungen. Häufig berichtet wurde Durchfall, meist mild und vorübergehend. Therapieabbrüche allein deshalb lagen bei unter fünf Prozent.

Weitere bekannte Risiken sind:

  • Blutbildveränderungen
  • erhöhte Leberwerte
  • selten Thrombosen oder Lungenentzündungen

Langzeitdaten zeigen bislang keine neuen Sicherheitssignale. Fachleute betonen jedoch, dass weitere Beobachtungen notwendig sind.

Einordnung: Fortschritt mit Einschränkungen

Die Ergebnisse gelten als wichtiger Fortschritt für eine spezifische Patient:innengruppe. Gleichzeitig bleibt die Nutzenbewertung je nach Patient:innengruppe unterschiedlich.

Auch die Frage, wer am stärksten profitiert, ist weiterhin Gegenstand der Forschung.

(Red.)

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