Der Discounter KiK steht vor einem großen Umbau seines Filialnetzes. Europaweit sollen rund 300 Standorte geschlossen werden, gleichzeitig sind 75 Neueröffnungen geplant. Auch Österreich ist betroffen.

Der Discounter KiK steht vor einem großen Umbau seines Filialnetzes. Europaweit sollen rund 300 Standorte geschlossen werden, gleichzeitig sind 75 Neueröffnungen geplant. Auch Österreich ist betroffen.
Nach Angaben des Unternehmens soll die Zahl der Filialen hierzulande bis Ende 2026 um etwa zehn Standorte sinken.
Aktuell betreibt KiK in Österreich rund 216 Filialen mit etwa 1.500 Mitarbeitenden. Laut Unternehmensangaben wird derzeit mit Vermietern verhandelt, um die Wirtschaftlichkeit einzelner Standorte zu prüfen.
Eine konkrete Liste der betroffenen Filialen wurde bisher nicht veröffentlicht. Viele Beschäftigte wissen laut Berichten noch nicht, ob ihr Standort betroffen ist.
Geschäftsführer und Finanzvorstand Christian Kümmel erklärte, dass das Filialnetz in der Vergangenheit zu stark gewachsen sei. Einige Geschäfte lägen weniger als einen Kilometer auseinander.
Man wolle das Netzwerk nun gezielt verkleinern und stärker auf rentable Standorte setzen. Alle verbleibenden Filialen sollen laut Kümmel profitabel arbeiten.
Für die Beschäftigten gibt das Unternehmen vorerst Entwarnung. Laut Geschäftsführung sollen Mitarbeitende aus betroffenen Filialen möglichst in anderen Standorten weiterbeschäftigt werden. Alternativ werde nach anderen Lösungen gesucht.
Kündigungen seien derzeit nicht vorgesehen.
KiK sieht sich wachsendem Wettbewerb ausgesetzt. Neben klassischen Händlern wie Woolworth, NKD und Action machen vor allem Online-Plattformen wie Shein und Temu Druck.
Gleichzeitig habe sich das Kaufverhalten verändert. Laut Kümmel sei die Kundschaft preissensibler geworden und verzichte häufiger auf einzelne Einkäufe, obwohl der Discount-Bereich insgesamt Zulauf habe.
Der Schritt ist Teil eines größeren Trends. Der stationäre Einzelhandel kämpft europaweit mit sinkender Nachfrage und wachsender Online-Konkurrenz.
In Deutschland könnte die Zahl der Geschäfte laut Branchenprognosen 2026 erstmals unter 300.000 fallen. Zum Vergleich: 2015 waren es noch rund 372.000.
KiK selbst wurde 1994 gegründet und ist heute in 14 europäischen Ländern aktiv. 2024 lag der Umsatz bei rund 2,4 Milliarden Euro.
(Red.)
