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Britische Armee sucht Ersatz: Setzt sich Rheinmetalls "Shadow Wolf" durch?

Heute, 20:00

Nach über 70 Jahren verabschiedet sich die britische Armee vom legendären Land Rover. Tausende Fahrzeuge werden ersetzt. Im Rennen um den Milliardenauftrag ist auch ein deutscher Kandidat mit moderner Technik.

Der Land Rover prägte jahrzehntelang Einsätze der britischen Armee weltweit. Jetzt steht fest: Das Kultfahrzeug wird ersetzt. Das Verteidigungsministerium bestätigte am 23.03.2026 ein groß angelegtes Programm zur Ablöse tausender Militärfahrzeuge.

Noch 2025 waren über 5.000 Modelle im Einsatz, insgesamt umfasst die Flotte rund 6.000 Fahrzeuge. Spätestens bis 2030 soll der Wechsel abgeschlossen sein.

Ende einer Ära

Seit den 1950er-Jahren war der Land Rover ein zentrales Fahrzeug der britischen Streitkräfte. Er wurde für Patrouillen, Transporte und Verbindungsfahrten eingesetzt und begleitete zahlreiche internationale Missionen.

Mit der Ausmusterung verschwindet eines der bekanntesten Militärfahrzeuge überhaupt. Bereits in den kommenden Monaten sollen mehr als 1.600 Fahrzeuge außer Dienst gestellt werden.

Verteidigungsminister Luke Pollard machte deutlich, dass moderne Anforderungen neue Lösungen erfordern. Der Land Rover habe gute Dienste geleistet, müsse nun aber leistungsfähigeren Systemen weichen.

Milliardenrennen startet

Der Ersatz ist auch wirtschaftlich ein Großprojekt. Der erste Auftrag umfasst rund 3.000 Fahrzeuge und wird auf etwa 1,04 Milliarden Euro geschätzt.

Mehrere internationale Konzerne kämpfen um den Zuschlag. Neben Rheinmetall aus Deutschland sind unter anderem GM Defence gemeinsam mit BAE Systems, General Dynamics, Babcock, AM General sowie Jaguar Land Rover beteiligt. Auch das junge britische Unternehmen Fering mischt mit.

Damit entwickelt sich der Wettbewerb zu einem der wichtigsten Beschaffungsprojekte der britischen Armee.

Deutsche Chance: "Shadow Wolf"

Besondere Aufmerksamkeit bekommt Rheinmetall mit dem Modell "Shadow Wolf". Das Fahrzeug basiert auf der bewährten G-Klasse-Plattform von Mercedes-Benz und ist als vielseitiges Militärsystem ausgelegt.

Als technologische Grundlage dient unter anderem der "Caracal", ein leichtes Militärfahrzeug, das Deutschland und die Niederlande bereits in einer Stückzahl von über 3.000 Einheiten bestellt haben. Es ist für schnell verlegbare Einheiten konzipiert und kann per Flugzeug oder Hubschrauber transportiert werden.

Der "Shadow Wolf" soll darüber hinaus ein breiteres Einsatzspektrum abdecken und flexibel an unterschiedliche Aufgaben angepasst werden.

©Foto: Rheinmetall AG (Screenshot aus LinkedIn-Beitrag)

Neue Technik im Fokus

Die nächste Fahrzeuggeneration setzt deutlich stärker auf moderne Technologie. Geplant sind unter anderem integrierte Kommunikations- und Sensorsysteme sowie modulare Lösungen für verschiedene Einsatzszenarien.

Auch spezialisierte Varianten, etwa für elektronische Aufklärung oder Störtechnik, sind vorgesehen.

Andere Anbieter verfolgen alternative Konzepte. Das britische Unternehmen Fering setzt etwa auf ein teilweise elektrisch betriebenes Fahrzeug mit großer Reichweite, während US-Hersteller stärker auf robuste und bewaffnete Plattformen setzen.

Entscheidung mit Folgen

Die ersten neuen Fahrzeuge sollen ab etwa 2028 eingeführt werden. Für viele Soldaten bedeutet das Ende des Land Rover einen tiefgreifenden Wandel, gleichzeitig steigen die Erwartungen an modernere Systeme.

Welche Lösung sich durchsetzt, ist noch offen. Sicher ist jedoch: Die Entscheidung wird die britische Armee langfristig prägen und könnte auch international Signalwirkung für zukünftige Militärfahrzeuge haben.

(Red.)

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