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Zahlencodes im Führerschein: Das müssen Autofahrerinnen und Autofahrer wissen

Heute, 11:00

Viele Autofahrerinnen und Autofahrer übersehen ihn völlig: Ein kleiner Zahlencode im Führerschein kann bei Kontrollen entscheidend sein. Wer die Auflagen nicht einhält, riskiert Strafen und sogar Probleme mit der Versicherung.

Wer in Österreich mit dem Auto unterwegs ist, sollte einen Blick auf seinen Führerschein werfen. Denn ein kleiner Zahlencode kann darüber entscheiden, ob man überhaupt weiterfahren darf.

Was hinter den Zahlencodes steckt

Auf der Rückseite des österreichischen Führerscheins finden sich in Feld 12 Zahlencodes. Sie geben an, ob beim Lenken bestimmte Auflagen eingehalten werden müssen.

Diese Codes sind EU-weit standardisiert und betreffen häufig gesundheitliche Voraussetzungen. Besonders wichtig ist dabei der Bereich rund ums Sehen.

Zu den häufigsten Einträgen zählen:

  • 01.01: Brille
  • 01.02: Kontaktlinsen
  • 01.05: Augenschutz
  • 01.06: Brille oder Kontaktlinsen
  • 01.07: spezielle optische Hilfe

Alle Zahlencodes im Überblick finden Sie .

Entscheidend: Wer etwa den Code 01.01 im Führerschein stehen hat, darf nur mit Brille fahren. Kontaktlinsen allein reichen nicht aus.

Dieser Eintrag (01.01) verpflichtet zum Tragen einer Brille
Dieser Eintrag (01.01) verpflichtet zum Tragen einer Brille.
©Privat

Wann es wirklich ernst wird

Viele Autofahrerinnen und Autofahrer nehmen diese Einträge nicht ernst. Doch genau das kann bei einer Polizeikontrolle problematisch werden.

Laut Führerscheingesetz müssen alle Auflagen eingehalten werden, unter denen die Lenkberechtigung erteilt wurde. Wird etwa ohne vorgeschriebene Brille gefahren, liegt eine Verwaltungsübertretung vor.

Die Folgen können deutlich spürbar sein:

  • Geldstrafe im gesetzlichen Rahmen
  • Im Extremfall Untersagung der Weiterfahrt
  • Maßnahmen wie Abnahme der Fahrzeugschlüssel möglich

Ein fixes "25-Euro-Verwarngeld" wie in Deutschland gibt es in Österreich nicht. Die Strafen bewegen sich im gesetzlichen Rahmen und können deutlich höher ausfallen.

Warum viele Führerscheine nicht mehr aktuell sind

Das Problem: Das Sehvermögen verändert sich oft über die Jahre.

Wer früher ohne Sehhilfe ausgekommen ist, benötigt später vielleicht eine Brille. Andere steigen von Brille auf Kontaktlinsen um oder lassen eine Augenoperation durchführen.

Doch viele vergessen, den Führerschein entsprechend anpassen zu lassen. Dabei ist genau das notwendig, wenn sich die Voraussetzungen ändern.

Änderung kostet Geld

Wer einen falschen oder veralteten Eintrag im Führerschein hat, muss einen neuen beantragen.

In Österreich kostet ein neuer Scheckkartenführerschein laut Behördenangaben rund 73 Euro. Dazu kommen:

  • Passfoto
  • eventuell Sehtest oder ärztliches Gutachten

Diese Kosten führen dazu, dass viele Autofahrerinnen und Autofahrer die Anpassung hinauszögern und damit ein Risiko eingehen.

Das kann Folgen haben

Besonders heikel wird es im Ernstfall. Wird bei einem Unfall festgestellt, dass eine vorgeschriebene Sehhilfe nicht verwendet wurde, kann das rechtliche Folgen haben.

Zwar zahlt die Haftpflichtversicherung grundsätzlich den Schaden des Unfallgegners. Allerdings können im Nachhinein Regressforderungen entstehen.

Auch bei Kaskoversicherungen kann es zu Problemen kommen, wenn grobe Fahrlässigkeit vorliegt.

Was Sie jetzt prüfen sollten

Ein Blick auf den Führerschein kann sich daher lohnen:

  • Steht ein Code im Bereich 01 im Dokument?
  • Wird die vorgeschriebene Sehhilfe tatsächlich verwendet?
  • Stimmen die Einträge noch mit der aktuellen Situation überein?

Wer unsicher ist, sollte die Angaben überprüfen lassen und gegebenenfalls anpassen.

(Red.)

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