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Eurovision Song Contest: Cosmó auf Auslandseinsatz bei Nordic Eurovision Party

Heute, 11:27

Obwohl der offizielle Startschuss noch nicht gefallen ist, feiert die ESC-Welt bereits seit Samstag den 70. Eurovision Song Contest. Die Nordic Eurovision Party in Oslo markierte den Beginn einer Reihe von großen Vorshows zu dem musikalischen Megaevent im Mai, welche sich im April über Amsterdam bis London erstrecken wird. Österreichs ESC-Hoffnung Cosmó ist live dabei.

In den letzten drei Jahren hat sich die ehemalige Nordic Music Celebration zu einem festen Bestandteil des ESC-Kalenders entwickelt und gilt als inoffizieller Start der Prepartys. Während das schwedische Melfest WKND und die griechische Eurovision Party SKG bereits stattfanden, jedoch mit weniger Teilnahme von Künstlern der Wiener -Ausgabe, traten in der Rockefeller Hall in Oslo 17 ESC 2026-Künstler auf, darunter auch Österreichs Kandidat Cosmó.

Nordic Eurovision Party: Cosmós Debüt am internationalen Parkett

Das erste Mal stellte sich der 19-Jährige dem geballten Medieninteresse beim Pressetreffen vor dem Auftritt und dem internationalen Publikum in der Halle - das zuvor mittels zugespieltem Video auf die kultige "Tanzschein"-Choreo eingestimmt wurde. Cosmó brachte gemeinsam mit seinem Bandpartner Sandro Humitsch an der Gitarre die Nordic-Fans dabei dazu, die Hüften zu schwingen - wobei heuer die Dichte an Tanznummern allgemein hoch ist. Im Dancebereich stellt der Moldauer Satoshi als wahres Energiebündel ebenso eine Konkurrenz für Cosmó dar wie die Bulgarin Dara, die mit den härtesten Beats des Abends aufwartete. Die Chance zu tanzen vergibt sich indes die Montenegrinerin Tamara Živković, die sich in ein so hochgeschlossenes Kleid und hohe Schuhe zwängt, dass an nennenswerte Bewegung nicht mehr zu denken ist.

Grieche Akylas als Publikumsliebling bei Nordic Eurovision Party

Auch ohne ausgeklügelte Tanzchoreografie ist der bisherige Publikumsliebling der ESC-Kernblase aber zweifelsohne der Grieche Akylas, der bei "Ferto" auf schnelle Elektrobeats, Videospielästhetik und Felljacken setzt, zu denen sich abseits der Bühne auch ein Teddybär gesellt. Dass er derzeit auch bei den aktuellen Wettquoten um die Spitze mitkämpft, ist dem 27-Jährigen durchaus bewusst, wie er im APA-Interview gestand: "Das macht durchaus ein bisschen Druck. Aber ich versuche, mich auf meine Arbeit zu konzentrieren und 100 Prozent zu geben." Denn während die meisten Künstlerinnen und Künstler auf die Frage nach dem Ziel für Wien von Liebe, dem Dabeisein und dem Weltfrieden sprechen, ist für Akylas klar: "Wer möchte nicht die Nummer 1 werden?!"

Rumänisches Würgeopfer als Bühnentier

Die im Vorfeld in einer Debatte um mögliche Anspielungen auf gefährliche Sexualpraktiken stehende Rumänin Alexandra Căpitănescu entpuppt sich bei "Choke Me" (Würge mich) als echtes Bühnentier in der Nina-Hagen-Tradition. Sarah Engels aus Deutschland kommt hingegen heuer die ansonsten eher mediterranen Inseln vorbehaltene "Fuego"-Rolle zu. Am stilistisch ganz anderen Ende positioniert ist da die Schweizerin Veronica Fusaro, der selbst bewusst ist, dass ihr Beitrag "Alice" alles andere als ein typischer ESC-Song ist. "Ich habe mich gestern durch die Playlist gehört und bin ein bisschen erschrocken, wie ganz anders das Lied tatsächlich ist." Das hinderte die 28-jährige Sängerin aber nicht daran, mit Cosmó gleich einmal hinter der Bühne dessen Tanzchoreografie für den "Tanzschein" auszuprobieren.

Norweger Jonas Lovv mit Heimspiel bei Nordic Eurovision Party

Das Label des unüblichen Eurovision-Liedes passt auch auf "Ya Ya Ya" des Norwegers Jonas Lovv, der am Abend in Oslo Heimspiel hatte. So gut der Sänger dabei die kleine Bühne, bei der an Feuerfontänen nicht gespart wurde, im Griff hatte, stellt sich dennoch die Frage, ob dies bei der gigantischen Eurovision-Stage in Wien gelingen wird. Ansonsten wurde am Abend in Oslo klar, dass die Luxemburger Kandidatin Eva Marija die in jedem Contest zu findende Rolle der Elfe mit nackten Füßen übernimmt oder der Litauer Lion Ceccah wie ein Mitglied der Blue-Man-Group auftritt, das sich im Farbtopf geirrt hat.

Zu den heurigen Teilnehmern gesellte sich traditionell auch heuer wieder eine Truppe an Altstars, von denen man teils lange nichts gehört hat, mit Songs, die man lange nicht gehört hat. Bisweilen zu Recht, aber bisweilen auch nicht. So war die rumänische Jodlerin Ilinca ebenso wieder einmal zu erleben wie das moldauische Sunstroke Project mit dem legendären "Epic Sax Guy". Die dänischen Olsen Brothers waren auf einen Bruder, Jørgen, geschrumpft, der bei der Interpretation des Hits "Fly on the Wings of Love" unter Beweis stellte, dass er das würdige Auftrittsalter überschritten hat. Und während die vierfache ESC-Teilnehmerin Elisabeth Andreassen den Fifa-Friedenspreis, äh Pardon, den norwegischen Eurovision-Preis erhielt, bot die Nordic Party die seltene Gelegenheit, mit Piera & Máijá ein Duo zu hören, das im Vorjahr den Sámi Grand Prix gewonnen hatte.

Nach Nordic Eurovision Party folgen Amsterdam und London

Der Reigen der Shows zum Vorglühen geht nun munter weiter. Der nächste große Termin ist Amsterdam am 11. April - findet die dortige Preparty "Eurovision in Concert" heuer doch ungeachtet des ESC-Boykotts der Niederlande wegen der Teilnahme Israels am Bewerb statt. Die traditionellen spanischen Vorshows wurden hingegen nach dem Rückzug des Landes vom Bewerb abgesagt. Dafür ist Bukarest neu im Tournament und veranstaltet am 18. April eine Preparty ohne Cosmós Beteiligung, bevor tags darauf London den Abschluss der kleinen ESC-Europatournee markiert. Und dann richten sich die Augen der ESC-Welt endgültig auf Wien.

(APA/Red)

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