Ein Vorfall in einer Therme im deutschen Titisee-Neustadt sorgt seit Mitte März 2026 international für Diskussionen über mögliche Diskriminierung homosexueller Paare.

Ein Vorfall in einer Therme im deutschen Titisee-Neustadt sorgt seit Mitte März 2026 international für Diskussionen über mögliche Diskriminierung homosexueller Paare.
Im Zentrum stehen die französischen Influencer Arno und Léo. Sie geben an, aus dem "Badeparadies Schwarzwald" verwiesen worden zu sein, nachdem sie sich geküsst hatten. Ein Video dazu verbreitete sich rasch und erreichte Millionen Aufrufe.
In dem Clip schildern die beiden Männer ihre Sicht der Ereignisse. Sie berichten, dass Mitarbeitende sie nach einem Kuss angesprochen und schließlich zum Verlassen der Therme aufgefordert hätten. Laut ihren Aussagen sei ihnen auch mit der Polizei gedroht worden.
Besonders eindrücklich ist eine Szene, in der Léo unter Tränen mit seiner Mutter telefoniert. Er sagt, er habe seinen Partner nicht einmal küssen dürfen. In sozialen Netzwerken sprechen die beiden von "tiefer Demütigung und Diskriminierung".
In einem weiteren Video betonen sie, dass es keinen anderen Anlass für den Rauswurf gegeben habe. Sie weisen Vorwürfe zurück, sich unangemessen verhalten zu haben, und erklären, sie hätten lediglich Zuneigung gezeigt.
Der Geschäftsführer des Badeparadieses Schwarzwald, Jochen Brugger, stellt den Vorfall anders dar. Gegenüber der "Bild"-Zeitung erklärte er, dass ein Kuss nicht der Grund für den Hausverweis gewesen sei.
Laut Betreiber habe es "mehrfache Verstöße gegen die Haus- und Badeordnung" gegeben. Diese seien ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen. Details zu den konkreten Vorfällen nannte er nicht.
Zugleich betonte Brugger, dass die Therme ein Ort sei, an dem Menschen unabhängig von ihrer persönlichen Lebensweise willkommen seien.
Der Fall löste in sozialen Medien eine breite Diskussion aus. Viele NutzerInnen stellen sich hinter das Paar und sehen darin ein Beispiel dafür, dass Diskriminierung weiterhin vorkommen kann.
Andere verweisen auf die Darstellung des Betreibers und fordern eine vollständige Aufklärung.
Fest steht: Die Versionen der Beteiligten widersprechen sich deutlich. Ob es sich um Diskriminierung oder um einen Konflikt wegen Regelverstößen handelt, ist derzeit nicht abschließend geklärt.
(Red.)
