Banksy gehört zu den berühmtesten und zugleich geheimnisvollsten Künstlern der Welt. Seine politischen Graffiti tauchen über Nacht an Mauern rund um den Globus auf und erzielen bei Auktionen Millionenbeträge.

Banksy gehört zu den berühmtesten und zugleich geheimnisvollsten Künstlern der Welt. Seine politischen Graffiti tauchen über Nacht an Mauern rund um den Globus auf und erzielen bei Auktionen Millionenbeträge.
Doch wer der Künstler wirklich ist, blieb offiziell immer ein Geheimnis.
Eine Reuters-Recherche vom 16. März 2026 liefert nun neue Hinweise. Ein Team aus drei Journalisten wertete Gerichtsakten, Polizeidokumente und Reisebewegungen aus und kommt zu dem Schluss, dass hinter Banksy wahrscheinlich ein Mann aus Bristol steckt.
Im Zentrum der Recherche steht der Brite Robin Gunningham, geboren 1973 in Bristol. Sein Name kursiert bereits seit Jahren als möglicher Kandidat für Banksy.
Eine entscheidende Spur fanden die Reporter in amerikanischen Gerichtsunterlagen. Demnach wurde am 18. September 2000 in Manhattan ein Mann namens Robin Gunningham festgenommen, nachdem er auf einem Gebäude ein Werbeplakat übermalt hatte.
In den Akten befindet sich ein handschriftliches Geständnis. Das Verfahren endete mit einer Geldstrafe und gemeinnütziger Arbeit.
Für Reuters gilt dieses Dokument als einer der stärksten Hinweise auf die Identität des Street-Art-Künstlers.
Eine weitere Spur führt in den Herbst 2022 in die Ukraine.
Damals tauchten mehrere Banksy-Graffiti an zerstörten Gebäuden rund um Kyjiw auf. Eines der Motive zeigt einen Mann in einer Badewanne auf der Fassade eines zerbombten Hauses im Dorf Horenka.
Reuters rekonstruierte daraufhin Einreisedaten.
Demnach reisten am 28. Oktober 2022 drei Männer gemeinsam in die Ukraine ein:
Der Mann namens David Jones hat laut Recherche das gleiche Geburtsjahr wie Robin Gunningham.
Kurz nach dieser Reise tauchten mehrere neue Banksy-Motive in der Region auf. Banksy bestätigte später auf Instagram, dass die Werke von ihm stammen.
Reuters geht davon aus, dass Gunningham inzwischen unter einem neuen Namen lebt: David Jones – einer der häufigsten Namen Großbritanniens und ideal, um anonym zu bleiben.
Banksys früherer Manager Steve Lazarides erklärte dazu, es gebe "keinen Robin Gunningham mehr". Dieser Name sei "vor Jahren begraben worden".
Die Journalisten konfrontierten den mutmaßlichen Künstler mit ihren Ergebnissen. Eine Antwort blieb aus.
Auch die Organisation Pest Control, die Banksys Werke authentifiziert, erklärte lediglich, der Künstler habe entschieden, sich dazu nicht zu äußern.
Banksys Anwalt hatte Reuters zuvor gebeten, die mutmaßliche Identität nicht zu veröffentlichen. Die Agentur veröffentlichte die Recherche dennoch, mit Verweis auf ein großes öffentliches Interesse.
Damit bleibt Banksy offiziell weiterhin anonym. Doch die Indizienkette rund um Robin Gunningham alias David Jones gilt nun als dichter denn je.
(Red)
