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Studie zeigt: Hier lauert Keim-Gefahr im Bett

Heute, 05:57

Was viele unterschätzen: Im Bett sammeln sich jede Nacht Schweiß, Hautschuppen und Keime. Fachleute raten deshalb zu deutlich kürzeren Wechsel-Intervallen.

Saubere Bettwäsche ist weit mehr als eine Frage des Wohlbefindens. Sie spielt laut Fachleuten eine wichtige Rolle für Hygiene, Schlafqualität und Gesundheit. Dennoch wechseln viele Menschen ihre Laken deutlich seltener, als Experten empfehlen.

Warum sich im Bett so viele Keime sammeln

Während des Schlafs verliert der Mensch jede Nacht Hautschuppen, Körperhaare und Schweiß. Diese Rückstände bleiben in Laken, Polstern und Decken zurück.

Bettwäsche gilt deshalb als ideale Umgebung für Milben, Bakterien und Pilze. Auch wenn die Bezüge optisch sauber wirken, können sich Mikroorganismen bereits stark vermehrt haben.

Mediziner weisen darauf hin, dass diese Keime Allergien oder Hautprobleme begünstigen können.

Fachleute raten zu kürzeren Wechsel-Intervallen

Laut Fachleuten wechseln viele Menschen ihre Bettwäsche lediglich alle zwei bis vier Wochen.

Dermatologin Dr. Annie Gonzalez betont, dass ein wöchentliches Waschen sinnvoll ist, um Schmutz und Keime regelmäßig zu entfernen.

Auch der Mikrobiologe Dr. Philip Tierno von der NYU Grossman School of Medicine erklärt, dass das Intervall vom Matratzenschutz abhängt: Wer ohne zusätzlichen Matratzenbezug schläft, sollte die Bettwäsche wöchentlich wechseln, da Matratzen ohne Schutz mehr Flüssigkeit und Hautschuppen aufnehmen.

Grundsätzlich gilt laut Experten: Spätestens alle zwei Wochen sollte Bettwäsche gewechselt werden – unter bestimmten Bedingungen auch häufiger. Fachleute empfehlen, einen fixen Waschtag – etwa am Wochenende – einzuplanen. So wird das regelmäßige Wechseln der Bettwäsche zur Routine.

Wer besonders auf Hygiene achten sollte

Ein kürzeres Wechsel-Intervall wird vor allem empfohlen, wenn:

  • im Schlaf stark geschwitzt wird
  • nackt geschlafen wird
  • Haustiere im Bett liegen
  • eine Hausstauballergie besteht
  • Hautprobleme wie Akne oder Ausschläge auftreten
  • geraucht wird
  • eine Krankheit überstanden wurde
  • es sich um Bettwäsche im Säuglingsbett handelt

Hausstaubmilben gehören zu den häufigsten Auslösern von Allergien. Bei empfindlichen Personen können sie Asthma oder Hautreizungen verstärken. Feuchtigkeit durch Schweiß begünstigt zudem die Vermehrung von Pilzen und Bakterien.

Decken und Kissen nicht vergessen

Nicht nur Bettbezüge, auch Bettdecken und Kissen sollten regelmäßig gereinigt werden. Der Textilreinigungs-Verband empfiehlt, Bettwaren wie Decken und Polster ein- bis zweimal pro Jahr gründlich zu waschen oder reinigen zu lassen. Zwischen den Waschgängen ist regelmäßiges Lüften von Matratze, Kissen und Decken sinnvoll.

Beim Waschen entscheidet die Füllung:

  • Tierhaarfüllungen dürfen nicht gewaschen werden – sie sollten nur gelüftet werden.
  • Feder- oder Daunenfüllungen können laut Herstellerangaben gereinigt werden.

Wichtig dabei:

  • Feinwaschmittel für Federbetten bzw. spezielles Daunenwaschmittel verwenden
  • auf Weichspüler verzichten (vermindert die Saugfähigkeit)
  • Waschtemperatur je nach Hersteller meist 40 bis 90 Grad
  • Bettdecken einzeln waschen, damit sie nicht gequetscht werden
  • Tennisbälle helfen gegen Verklumpen
  • im Trockner oder bei warmem, windigem Wetter im Freien trocknen

Viele nutzen den Wechsel zwischen Sommer- und Winterdecken als festen Waschzeitpunkt.

(Red.)

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