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Kein USB-C mehr? EU schafft Klarheit

Heute, 05:09

USB-C ist seit 2024 Pflicht – doch Brüssel öffnet bereits die Tür für Smartphones ganz ohne Ladeanschluss. Rein kabellose Geräte wären rechtlich zulässig. Was das konkret für Nutzer bedeutet.

Seit 2024 gilt in der Europäischen Union: Neue Smartphones, Tablets und viele weitere Geräte müssen einen USB-C-Anschluss besitzen, sofern sie kabelgebunden geladen werden können.

Nun stellt die EU-Kommission klar: Die Pflicht greift nur bei Geräten mit kabelgebundener Ladefunktion. Ein Smartphone, das ausschließlich kabellos geladen wird, darf auch ohne USB-C-Port verkauft werden.

Damit ist der Weg für komplett anschlusslose Geräte rechtlich frei.

Warum die EU USB-C einführte

  • Weniger unterschiedliche Ladegeräte in Haushalten
  • Kompatible Kabel zwischen Herstellern
  • Reduzierung von Elektroschrott

Gleichzeitig wurde bewusst eine technologische Offenheit verankert. Die Vorschrift zwingt Hersteller nicht zu einem Anschluss, wenn dieser technisch gar nicht vorgesehen ist. Ein portloses Gerät verstößt somit nicht gegen EU-Recht.

Die Vorschrift definiert USB-C als aktuellen Standard, schreibt einen festen Ladeport jedoch nicht dauerhaft vor.

Hersteller treiben portlose Konzepte voran

Apple musste im Zuge der EU-Vorgaben vom Lightning-Anschluss auf USB-C wechseln. Gleichzeitig wird in der Branche seit Jahren über ein vollständig portloses iPhone spekuliert. Nach der Klarstellung aus Brüssel, dass nur Geräte mit kabelgebundener Ladefunktion USB-C benötigen, wäre ein Smartphone ohne Ladebuchse rechtlich zulässig.

Auch Samsung prüft laut Branchenberichten entsprechende Designs für künftige Galaxy-Modelle. Beide Hersteller sehen im Wegfall des Anschlusses Vorteile beim Design, bei der Dichtigkeit und bei der Haltbarkeit. Ein solches Gerät würde ausschließlich kabellos laden und Daten drahtlos übertragen.

Was das für Nutzer bedeuten würde

Ein vollständig portloses Smartphone hätte spürbare Auswirkungen im Alltag:

  • Laden nur über kabellose Ladepads oder -matten
  • Datentransfer ausschließlich drahtlos
  • Kein klassischer Kabel-Notfall mit Powerbank
  • Weniger mechanischer Verschleiß am Gerät

Kabelloses Laden auf Basis des Qi-Standards ist heute weit verbreitet. Allerdings gilt es als etwas weniger energieeffizient als kabelgebundenes Laden. Ein Teil der Energie geht als Wärme verloren.

Zudem hängt die Ladegeschwindigkeit stark von der korrekten Positionierung auf der Ladefläche ab.

Wie die EU kabelloses Laden regulieren will

Die EU will vermeiden, dass sich erneut inkompatible Insellösungen entwickeln. Laut Kommission sollen drahtlose Systeme:

  • energieeffizient arbeiten
  • eine grundlegende Interoperabilität gewährleisten
  • Sicherheitsstandards einhalten

Sollten sich proprietäre Systeme durchsetzen, behält sich Brüssel weitere regulatorische Schritte vor.

Realistischer Ausblick

Branchenbeobachter gehen davon aus, dass der Wandel schrittweise erfolgen würde:

  1. Hybridphase: Geräte mit USB-C und leistungsstarkem kabellosem Laden
  2. Premium-Modelle ohne Port: Zunächst bei hochpreisigen Flaggschiffen
  3. Breitere Einführung: Massenmarkt folgt später

USB-C dürfte daher noch mehrere Jahre parallel bestehen bleiben.

(Red.)

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