1981 simulierte ein kanadisches Diesel-U-Boot die Versenkung der USS Dwight D. Eisenhower. Das 89-Millionen-Dollar-Boot durchbrach bei einer Nato-Übung die Sicherung eines 5,5-Milliarden-Dollar-Flugzeugträgers – mit Folgen bis heute.
Ein Nato-Manöver aus dem Jahr 1981 sorgt bis heute für Aufmerksamkeit in militärischen Fachkreisen. Bei der Großübung "Ocean Venture" gelang es einem kanadischen Diesel-U-Boot der Oberon-Klasse, sich unbemerkt an den US-Flugzeugträger USS Dwight D. Eisenhower heranzuarbeiten und einen Torpedoangriff zu simulieren. Das Ergebnis wurde als "Versenken" gewertet.
Darüber berichtet das "National Security Journal".
Simulation 1981: Angriff auf die USS Eisenhower
Das kanadische U-Boot nutzte während der Übung seine Stärken im lautlosen Unterwasserbetrieb. Nach Angaben aus Fachkreisen wechselte das Boot unter Wasser vom Diesel- in den Batterieantrieb und konnte sich dadurch nahezu geräuschlos nähern.
Die USS Dwight D. Eisenhower galt als Teil eines stark gesicherten Trägerverbands mit umfangreicher U-Boot-Abwehr. Dennoch gelang es dem kleineren, konventionell betriebenen U-Boot, die Verteidigung zu durchbrechen und einen erfolgreichen Angriff zu simulieren.
Die Anschaffungskosten verdeutlichen die Dimension:
Der Flugzeugträger kostete rund 5,5 Milliarden Dollar, das eingesetzte U-Boot rund 89 Millionen Dollar.
Warum Diesel-U-Boote gefährlich bleiben
Seit den 1980er-Jahren hat sich die Technik weiterentwickelt. Moderne konventionelle U-Boote verfügen teils über luftunabhängige Antriebssysteme, sogenannte AIP-Systeme. Diese ermöglichen es, über längere Zeit getaucht zu bleiben, ohne auftauchen oder schnorcheln zu müssen.
Laut dem Fachportal "Overt Defense" können solche Systeme die Ortung zusätzlich erschweren. Auch europäische Marinen investieren verstärkt in Technologien zur U-Boot-Abwehr, darunter unbemannte Unterwasserfahrzeuge.
Fachleute betonen dem "National Security Journal" zufolge, dass diesel-elektrische U-Boote trotz Hightech-Ausrüstung großer Flotten weiterhin eine ernst zu nehmende Bedrohung darstellen.
Acht simulierte "Versenkungen" bis 2005
Der Vorfall von 1981 war kein Einzelfall. Zwischen 1972 und 2005 kam es laut Berichten in rund acht Fällen vor, dass überwiegend dieselbetriebene U-Boote bei Übungen erfolgreich US-Flugzeugträger "versenkten".
Auch niederländische und australische U-Boote erzielten in späteren Manövern vergleichbare Simulationserfolge.
Strategische Folgen für die US Navy
Die Übung führte innerhalb der Nato zu intensiven Analysen. Die Verwundbarkeit großer Trägerverbände gegenüber konventionellen U-Booten wurde neu bewertet.
In der Folge verstärkte die US Navy ihre Ausbildung in der U-Boot-Abwehr und investierte in verbesserte Sonartechnik sowie neue Abwehrsysteme. Die Debatte über die Rolle konventioneller U-Boote hält bis heute an.