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US-"Weltuntergangsflugzeug" kreist 2 Stunden über Fresno

Heute, 01:07

Am Sonntag, 8. März 2026, kreiste ein selten eingesetztes Spezialflugzeug der US-Marine fast zwei Stunden über Kalifornien. Die Boeing E-6B Mercury gilt als fliegende Kommandozentrale der US-Atomstreitkräfte. Warum war sie im Einsatz?

Ein außergewöhnliches Militärmanöver sorgte im kalifornischen Central Valley für Aufsehen. Über der Region rund um Fresno flog die Maschine in vergleichsweise niedriger Höhe mehrere Schleifen und setzte wiederholt zu Landeanflügen am Flughafen Fresno Yosemite an.

Beobachter vor Ort berichten, dass das Manöver nahezu zwei Stunden dauerte.

Atom-Kommandozentrale in der Luft

Flugzeugexperten identifizierten die Maschine laut "Fox News" rasch als Boeing E-6B Mercury der US-Navy. In den Vereinigten Staaten trägt das Spezialflugzeug den Beinamen "Doomsday Plane" – zu Deutsch etwa "Weltuntergangsflugzeug".

Die E-6B dient als fliegender Gefechtsstand der strategischen Nuklearstreitkräfte der USA. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn bodengestützte Kommandozentralen zerstört oder außer Betrieb sind.

Die Bordtechnik ist gegen elektromagnetische Impulse (EMP) geschützt, wie sie bei Atomexplosionen auftreten können.

Im Ernstfall können von der Maschine aus:

  • Langstreckenbomber
  • landgestützte Interkontinentalraketen
  • atomar bewaffnete U-Boote

koordiniert und gesteuert werden.

Ziel ist es, die Handlungsfähigkeit der US-Regierung – insbesondere von Präsident und Verteidigungsministerium – auch in einer globalen Krise sicherzustellen.

16 Maschinen weltweit im Einsatz

Die US-Navy betreibt insgesamt 16 Maschinen dieses Typs. Zwei operative Staffeln – die "Ironmen" (VQ-3) und die "Shadows" (VQ-4) – sind hauptsächlich auf der Tinker Air Force Base in Oklahoma stationiert.

Technisch basiert die E-6B auf der Boeing 707. Sie wird von vier CFM-56-Turbofan-Triebwerken angetrieben, erreicht eine maximale Startmasse von rund 155 Tonnen und wird von bis zu 22 Crewmitgliedern betrieben.

Technische Daten der E-6B Mercury

  • Länge: 46,61 Meter
  • Flügelspannweite: 45,16 Meter
  • Höchstgeschwindigkeit: 981 km/h
  • Dienstgipfelhöhe: 12.800 Meter
  • Reichweite ohne Luftbetankung: 11.760 Kilometer
  • Flugdauer: bis zu zwölf Stunden ohne Auftanken
  • Stückpreis: rund 140 Millionen US-Dollar

Warum flog die E-6B über Fresno?

Offizielle Angaben zum konkreten Hintergrund des Einsatzes lagen zunächst nicht vor. Laut "Fox News" erklärten Verantwortliche des Flughafens Fresno Yosemite, dass die Maschine wiederholt Landeanflüge sowie sogenannte "Mock Landings" – simulierte Landungen – absolvierte.

Der ehemalige US-Generalmajor William F. Garrison erklärte gegenüber FOX 26 zur Funktion der E-6B:

"They can control the bombers, if the bombers are on alert, they can control the missiles, because the missiles are always on alert, and obviously they can control our ballistic missile submarines. It’s all combined into one."

Fachleute gehen laut US-Berichten von einem routinemäßigen Trainingseinsatz aus. Für die Crew sei das Teil des regulären Flugbetriebs – für Beobachter am Boden jedoch ein ungewöhnlicher Anblick.

Bereits zwei Monate zuvor war eine E-6B am Los Angeles International Airport gesichtet worden. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte damals erklärt, die Maschine sei im Rahmen seiner "arsenal of freedom tour" eingesetzt worden.

E-6B auch im Nahen Osten gesichtet

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt das Flugzeug durch Berichte über eine mögliche Verlegung in Richtung Naher Osten.

Wie das Portal "Bankingnews" unter Berufung auf Open-Source-Analysten berichtet, soll bereits am 4. März 2026 eine E-6B Mercury von der Tinker Air Force Base gestartet und in Richtung Persischer Golf geflogen sein.

Eine offizielle Bestätigung der US-Regierung liegt dazu bislang nicht vor.

Militärexperten betonen, dass die E-6B regelmäßig weltweit stationiert wird, um die ständige Einsatzbereitschaft der strategischen Nuklearstreitkräfte sicherzustellen. Eine Verlegung allein gilt daher nicht automatisch als Hinweis auf eine unmittelbar bevorstehende Eskalation.

(Red.)

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