Serbien stuft Kroatien auf „orange“ ein und empfiehlt Reisen nur in dringenden Ausnahmefällen. Zagreb weist die Warnung zurück und betont die stabile Sicherheitslage sowie Millionen Besucher pro Jahr.
Serbien hat am 6. März 2026 eine Reiseempfehlung veröffentlicht, in der Bürgerinnen und Bürgern geraten wird, Kroatien nur in "absolut notwendigen Fällen" zu besuchen. Das kroatische Außen- und Europaministerium reagierte darauf mit einer offiziellen Stellungnahme.
Kroatien in Kategorie "orange" eingestuft
Das Außenministerium in Belgrad stufte Kroatien in seinem Reiserisikobewertungssystem in die Kategorie „orange“ ein – Reisen werden damit nur in dringenden Fällen empfohlen.
Nach Angaben serbischer Behörden erfolgte die Entscheidung aufgrund jüngster Entwicklungen in Kroatien. Dabei verwiesen die Verantwortlichen auf eine Häufung von Zwischenfällen, zunehmende Spannungen sowie auf aus ihrer Sicht "ungünstige Sicherheitsbedingungen".
Weltweit werden Länder in vier Kategorien von "grün" bis "rot" eingeteilt. Kroatien gehört laut der aktuellen Liste zu 28 Staaten der "orangen" Gruppe und ist dabei das einzige europäische Land in dieser Kategorie.
Serbischen Staatsangehörigen, die dennoch nach Kroatien reisen, wurde empfohlen, größere Menschenansammlungen sowie Orte mit möglichem Provokationspotenzial zu meiden. Zudem raten die Behörden zu besonderer Vorsicht im Umgang mit anderen Personen und zum Schutz des eigenen Eigentums.
Kroatien weist Vorwürfe zurück
Das kroatische Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten betonte in seiner Reaktion, dass das Land weiterhin ein sicheres und einladendes Reiseziel sei.
In der Stellungnahme verwies das Ministerium darauf, dass Kroatien Mitglied der Europäischen Union, der NATO und des Schengen-Raums ist. Laut Eurostat-Daten zähle das Land regelmäßig zu den sichersten Staaten Europas.
Zudem hob Zagreb die Bedeutung des Tourismus hervor: Jährlich empfängt Kroatien Millionen Besucherinnen und Besucher und verzeichnet seit Jahren erfolgreiche Tourismussaisonen.
Zagreb reagiert mit Ironie auf Reisewarnung
Mit ironischem Unterton erklärte das Ministerium, die derzeit wohl größte "Spannung" im Land bestehe darin, sich zwischen der Adriaküste und den kontinentalen Weinstraßen zu entscheiden.
Zudem verwies Zagreb darauf, dass frühere Reisewarnungen teilweise sogar zu einem gesteigerten Interesse geführt hätten – häufig sei ein sogenannter "Verbotene-Früchte-Effekt" zu beobachten gewesen.
Kroatien gehört vor allem in den Sommermonaten zu den gefragtesten Reisezielen Europas. Millionen internationale Gäste besuchen regelmäßig die Adriaküste, historische Städte sowie zunehmend auch touristisch erschlossene Regionen im Landesinneren.