Am Dienstag hat der Senat 1 der Fußball-Bundesliga nach den Derby-Ausschreitungen vom 15. Februar die erwartet harten Strafen gegen Rapid Wien ausgesprochen.
Am Dienstag wurde bekannt gegeben, dass die Grün-Weißen mit einer Geldstrafe von 100.000 Euro sowie mit Teilsperrungen des Stadions bei drei wichtigen Heimspielen gegen die Austria, Red Bull Salzburg, Sturm Graz oder den LASK belegt wurden. Rapid wird dagegen nicht in Berufung gehen. Die "Veilchen" sind aufgrund unerlaubter Verwendung von Pyrotechnik zu einer Zahlung von 48.400 Euro verpflichtet.
Für Rapid wird nun eine nach den Derby-Ausschreitungen von September 2024 ausgesprochene bedingte Sanktion schlagend, wonach der Block West plus Nebenbereiche und der gegenüberliegende Sektor - damit dort kein alternativer Fansektor eingerichtet werden kann - für drei Topspiele gesperrt sind. Damit sinkt die Gesamtkapazität des Allianz Stadions um mehr als die Hälfte. Betroffen davon ist die Partie in der letzten Runde des Grunddurchgangs am 8. März gegen Red Bull Salzburg. Wann die anderen beiden Partien mit Stadion-Teilsperren über die Bühne gehen, ist noch offen. Theoretisch könnte das erst in der kommenden Saison der Fall sein - und zwar dann, wenn Salzburg, Sturm, der LASK und die Austria in der Meistergruppe landen, Rapid in der Qualifikationsgruppe weiterspielen muss und es auch in einem Europacup-Play-off nicht zu einem Heimspiel Rapids gegen einen Verein aus diesem Quartett kommt.
Rapid-Fans hatten beim 0:2 vor eineinhalb Wochen im Austria-Stadion in den letzten Spielminuten Böller und andere pyrotechnische Gegenstände aufs Feld geworfen. Einige dieser Gegenstände landeten auch im angrenzenden Sektor, die Partie wurde vom Referee für rund zehn Minuten unterbrochen. Es war das erste Derby nach vier Kräftemessen der Erzrivalen, bei dem wieder Auswärtsfans zugelassen waren. Bereits am Tag danach verkündete Rapid, in den kommenden drei Jahren bei Auswärtsderbys davon Abstand zu nehmen, das Kartenkontingent für den Gästesektor abzurufen. Diese Entscheidung wurde von der Liga nun als verpflichtende Sicherheitsmaßnahme festgelegt, die Maßnahme gilt auch für Spiele von Rapid II.
Rapid gab bereits bekannt, die Urteile des Strafsenats nicht zu beeinspruchen. Weiters hieß es in der Mitteilung: "Der SK Rapid bedauert, dass durch das Fehlverhalten einzelner Personen dem Klub nicht nur ein signifikanter wirtschaftlicher Schaden entsteht, sondern nun auch viele Fans, die sich stets korrekt verhalten haben, aufgrund der Sektorsperren von den Konsequenzen betroffen sind. Zudem wird der SK Rapid weiter eng mit den zuständigen Behörden zusammenarbeiten und jede Unterstützung leisten, um zur Identifizierung jener Personen, die Böller und Leuchtraketen abgefeuert haben, beizutragen."