Österreichs Nordische Kombinierer gewannen am Donnerstag die dritte Medaille im dritten Kombi-Bewerb. Stefan Rettenegger und Johannes Lamparter, der zuvor zweimal Silber geholt hatte, sicherten sich im Teamsprint Bronze. Gold ging im Zielsprint an die Norweger Andreas Skoglund und Jens Luraas Oftebro, die gegen die Finnen Eero Hirvonen und Ilkka Herola gewannen.
Österreich hat bei diesen insgesamt bereits 18 Medaillen gewonnen, das Ziel von ÖOC-Präsident Horst Nussbaumer wurde somit erreicht. Die Bilanz umfasst fünf Gold-, acht Silber- und fünf Bronzemedaillen. Johannes Lamparter ist der einzige österreichische Athlet, der mit drei Medaillen aus Italien abreist. Vor vier Jahren in China gingen die österreichischen Kombinierer im Teambewerb wegen Materialproblemen leer aus.
Kombi-Teamsprint: Bronze nach Aufholjagd in tiefer Loipe
"Ich bin megahappy mit den Olympischen Spielen. In drei Bewerben drei Medaillen zu holen, das ist ein cooler Kindheitstraum, der in Erfüllung geht", sagte Lamparter im ORF. Vor vier Jahren in China waren Österreichs Kombinierer im damals noch klassischen Teambewerb nach Materialproblemen als Vierte leer ausgegangen. Bei der Olympia-Premiere des neuen Formats mit nur zwei Athleten und zehn Langlauf-Runden über jeweils 1,5 km gingen Rettenegger und Lamparter mit 29 Sekunden auf die nach dem Springen führenden Deutschen in die Loipe, auf den Bronzerang fehlten aber nur acht Sekunden.
Rettenegger schloss bei vom Neuschnee sehr tiefen Bedingungen schnell zu den vor ihm gestarteten Finnen und Japanern auf und übergab beim ersten Wechsel bereits als Dritter an Lamparter. In der dritten Runde schlossen sich die fünf Topnationen unter dem Tempodiktat von Rettenegger zu einer großen Gruppe zusammen. Fortan war Taktieren angesagt. In der drittletzten Runde kam Deutschlands zweimaliger Olympiasieger Vinzenz Geiger aber zu Sturz.
Retteneggers Malheur im Kombi-Teamsprint
Dasselbe Malheur passierte in der enorm tiefen Spur wenig später auch Rettenegger, die Goldchance war dahin. Der Salzburger jubelte am Ende aber dennoch über seine erste Olympia-Medaille. "Es war ein hartes Stück Arbeit, aber ich habe mich so mega gefühlt in der Loipe", erklärte Rettenegger. "Ich war richtig froh." Als es ihn überschlagen habe, habe er ein kurzes Tief gehabt. "Bei so einem Sturz zieht es einem den Stecker." Er sei aber ruhig geblieben und habe versucht, seinen Rhythmus wieder zu finden - mit Erfolg.
Rettenegger übergab mit acht Sekunden Rückstand auf die Spitze als Dritter an den ebenfalls 24-Jährigen Lamparter, der im Finish nicht mehr in den Kampf um Silber und Bronze eingreifen konnte. "Mit den Bedingungen war es echt so, so schwierig. Wir haben gefightet und gefightet", schilderte der im Gesamtweltcup führende Tiroler. "Es war heute leider nicht alles so angerichtet wie erhofft. Ich habe dann versucht, dass ich sicher herunterkomme und Bronze ins Ziel rette."
Schwierigkeiten bei Kombi-Teamsprint auf der Schanze
Bereits auf der Großschanze in Predazzo hatten der starke Schneefall für schwierige Bedingungen gesorgt. Zur langsamen Spur und teils schlechten Sicht kam auch noch teilweise drehender Wind. Rettenegger hatte vor allem mit der Anlaufgeschwindigkeit Probleme, landete als Sechster in seinem Durchgang nur bei 116 Metern. Lamparter bekam nach einem 124-Meter-Satz nur noch eine weitere Sekunde Rückstand auf Deutschland aufgebrummt.
Die Deutschen wurden trotz starker Sprungleistung von Johannes Rydzek letztlich hinter Italien nur Fünfter und blieben erstmals seit Nagano 1998 bei Winterspielen bei den Kombinierern ohne Medaille. Oftebro dagegen, der sich im Einzel von der Normal- und von der Großschanze jeweils vor Lamparter durchgesetzt hatte, ist mittlerweile vierfacher Olympiasieger. Im Val di Fiemme räumte der 25-Jährige alle drei möglichen Titel ab.