logo



[email protected]

Fußball: Austria muss im Wiener Derby gegen Rapid "höllisch aufpassen"

Gestern, 17:27

Die Austria kann am Wochenende im Wiener Derby den Vorsprung auf Rapid verdoppeln. Umgekehrt haben die Hütteldorfer die Chance, mit den Veilchen nach Punkten gleichzuziehen.

Die Ausgangslage vor dem 348. großen Wiener Fußball-Derby am Sonntag (17.00 Uhr) weist die gastgebende Austria doch als leichten Favoriten aus. Die Veilchen erwarten die angeschlagenen Rapidler nach dem 2:0-Erfolg in Salzburg mit denkbar breiter Brust, die seit elf Pflichtpartien sieglosen Hütteldorfer suchen hingegen unter Neo-Coach Johannes Hoff Thorup noch nach Erfolg und Linie. Dennoch: "Wir müssen höllisch aufpassen", warnte Austrias Abwehr-Routinier Aleksandar Dragovic.

Austria drei Punkte vor Rapid

Auch Trainer Stephan Helm will sich nicht allein auf die aktuelle Formkurve verlassen. Schließlich sind es nur drei Punkte, die den Tabellenvierten vom Sechsten trennen. "Derbys entkoppeln sich von der umliegenden Situation", betonte der Burgenländer vor seinem sechsten Duell mit Rapid als Chefcoach (2 Siege, 3 Niederlagen). "Derbys sind fast immer Spiele, die auf Augenhöhe stattfinden." Das sah sein Gegenüber ähnlich. "Ein Derby ist immer knifflig, egal in welcher Form oder Tabellensituation man sich befindet. Es ist ein anderes Spiel, egal ob Underdog oder nicht", sagte Hoff Thorup.

Dragovic (5 Siege, 2 Remis, 7 Niederlagen im Derby) wollte "keine großen Töne spucken, aber wir wissen, wie wichtig das für unsere Fans ist", sagte der 34-Jährige. Für ihn verkörpert Rapid aktuell den viel zitierten "angeschlagenen Boxer", der mit dem Rücken zur Wand quasi doppelt gefährlich in den Ring steigt. Auch die jüngste Vergangenheit zeige, dass Favoritenrollen nichts wert seien. Im Mai verspielte die Austria mit dem 1:2 zuhause die letzte realistische Titelchance, Ende September würgte man seinerseits trotz schlechten Saisonstarts mit dem 3:1 in Hütteldorf den guten Saisonstart von Grün-Weiß ab.

1.600 Rapid-Fans in Favoriten

Nach den Randalen im September 2024 und vier Derbys ohne Auswärtsfans werden die Gäste diesmal von rund 1.600 Anhängern unterstützt. "Gesunde Rivalität ist gut für den Fußball, dementsprechend ist das gut so", meinte Helm, der das Comeback mit der Hoffnung verband, "dass wir wieder zur Normalität zurückkehren". Es sei ein Aspekt, auf den sich auch Hoff Thorup freuen könne. "Auch er wird eine neue Erfahrung machen, was im österreichischen Fußball alles möglich ist."

Der Angesprochene erwartet eine emotionale Partie. "Wir müssen kämpfen, so gut wir können. Es ist aber auch ein Spiel, wo wir in der Lage sein müssen, die Emotionen etwas rauszunehmen. Wir müssen da clever sein, um nicht in bestimmte Situationen zu geraten", meinte Hoff Thorup. Man müsse am Sonntag beides zeigen: "Leidenschaft und Cleverness." Trotz der wenigen Wochen, die der Däne erst in Wien ist, sei ihm klar, wie wichtig das Spiel für den Verein ist. Der Anhang dürfe nicht verloren werden. "Wenn wir die Fans nicht hinter uns haben, dann haben wir im Rest der Saison keine Chance."

Chance auf "viel Kraft"

Rapids Sportgeschäftsführer Markus Katzer hofft auf einen Umschwung durch einen Derbysieg. "Wir können das Momentum wieder in eine ganz andere Richtung bringen, das ist uns bewusst. Es ist ein Spiel, wo wir viel Kraft sammeln können insgesamt als Club. Jeder weiß, was das Derby bedeutet." Klar sei aber auch, dass die Serie an elf nicht gewonnenen Spielen "nicht spurlos an der Mannschaft vorübergeht". Deswegen seien drei Punkte "ganz wichtig, um die Energie neu aufzuladen", so Katzer.

(APA/Red)

Nachrichtenquelle


© 2017-2024 wienpress.at [email protected]