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Wiener Austria und Rapid Wien hoffen auf Derby ohne Ausschreitungen

Gestern, 17:00

Am Sonntag findet erstmals seit fast eineinhalb Jahren wieder ein Wiener Fußball-Derby mit Auswärtsfans statt. Beim ausverkauften Spiel zwischen Austria und Rapid in der Generali Arena werden rund 1.600 Rapid-Fans erwartet. Ziel ist es, Vorfälle wie im September 2024 im Allianz Stadion zu vermeiden, als es zu schweren Ausschreitungen kam. Danach einigten sich die Clubs auf vier Derbys ohne Auswärtsfans.

Auf den Rängen werden erneut violette und grün-weiße Fahnen erwartet, doch soll alles friedlich bleiben, betonte Wiener Austria Finanzvorstand Harald Zagiczek. Er freut sich, dass das Derby wieder mit Auswärtsfans stattfindet und glaubt, dass die Fans auf beiden Seiten mit den Sanktionen unzufrieden waren. Zagiczek ist überzeugt, dass alles positiv ablaufen wird. Die Sicherheitsvorkehrungen sind gut mit Rapid Wien abgestimmt. Es steht viel auf dem Spiel, und es wird ein Fußballfest geben.

Rapid Wien Führung traf sich vor Derby mit Fanszene

Rapids Geschäftsführer Steffen Hofmann gab sich nach einem am Dienstag durchgeführten Treffen mit der organisierten Fanszene ebenfalls zuversichtlich. "Ich habe nicht das Gefühl, dass unsere Fans dorthin fahren, um Rapid zu schaden", meinte der Deutsche. Man habe zuletzt viele Gespräche nicht nur mit den Fans, sondern auch mit der Bundesliga und der Austria geführt und tue alles dafür, um eine Ausgangslage zu schaffen, damit das Derby in geordneten Bahnen über die Bühne gehen könne, betonte Hofmann.

Bei Rapid kommt jedoch eine sportlich äußerst angespannte Situation hinzu. Die Hütteldorfer sind bereits seit elf Partien sieglos, eine Niederlage gegen den Erzrivalen würde den ohnehin schon großen Unmut weiter steigern. "Dass der Fußball eine sehr emotionale Geschichte ist, wissen wir alle. Es möge derjenige den ersten Stein werfen, den am Fußballplatz noch nie die Emotionen übermannt haben. Aber es muss alles im Rahmen bleiben", sagte der Rapid-Rekordspieler.

Das wäre im Sinne beider Clubs, denn sowohl Austria als auch Rapid wurden von der Bundesliga aufgrund der Derby-Vorfälle im September 2024 mit einer bis 1. Oktober bedingten Heimfansektorsperre und einer Sperre der gegenüberliegenden Sektoren für drei Spiele belegt. Sollte es zu Ausschreitungen kommen, könnte diese ausschließlich für Partien gegen Austria, Rapid, Red Bull Salzburg, Sturm Graz und LASK vorgesehene Sanktion umgesetzt werden.

Rapi Wien Geschäftsführer Hofmann: "Derby ist einfach etwas Schönes"

Die Vorfreude aufs Derby ist bei Hofmann trotzdem groß. "Ein Derby ist einfach etwas Schönes. Gewisse Emotionen gehören dazu und machen es besonders. Ich habe es geliebt, Derbys zu spielen", erklärte der 45-Jährige.

Seine unter anderem für Finanzen und Marketing zuständige Geschäftsführungs-Kollegin Daniela Bauer wartete wenige Tage vor dem Derby mit durchaus bemerkenswerten Zahlen auf. In einer auf den Zahlen der Saison 2024/25 basierenden Studie der Econmove GmbH, die zuletzt eine ähnliche Erhebung für den ÖFB erstellt hatte, wurden für Rapid 160,4 Millionen Euro an Wertschöpfung ausgewiesen. Demnach trage der Verein zur Schaffung und Sicherung von 884 Arbeitsplätzen in Österreich bei und leiste jährlich 28 Mio. Euro an Steuern und Abgaben. "Rapid schafft wirtschaftliche Impulse, stärkt den Zusammenhalt und bringt die Menschen in Bewegung", resümierte Bauer.

(APA/Red)

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