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Vor Fußball-WM: WHO über Masernfälle in USA und Mexiko besorgt

Gestern, 13:39

Die Masernfälle in Europa und Zentralasien sind im Vorjahr deutlich zurückgegangen, doch die steigenden Fallzahlen in Mexiko und den USA bereiten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor der Fußball-WM Sorgen.

Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden in der gesamten Region Europa fast 34.000 Fälle gemeldet, was einen Rückgang von 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Dies sei auf Bekämpfungsmaßnahmen zurückzuführen, aber auch darauf, dass sich das Virus in der ungeimpften Bevölkerung ausgebreitet hat, wodurch mehr Menschen immun geworden sind. Personen, die einmal infiziert waren, sind vor einer erneuten Ansteckung geschützt.

Masernfälle: Ziel bleibt eine Impfquote von 95 Prozent

Der deutliche Rückgang hat auch damit zu tun, dass die Zahlen der Masernfälle 2024 außergewöhnlich hoch waren. Im Vergleich zu 2023 lagen sie etwa um die Hälfte niedriger. Während sie etwa in Rumänien, Kasachstan oder Aserbaidschan um rund 90 Prozent oder mehr fielen, stiegen sie etwa in Frankreich und den Niederlanden, wenn auch auf niedrigem Niveau. Die WHO warnt zusammen mit dem UNO-Kinderhilfswerk UNICEF, dass Risiken größerer Ausbrüche bleiben. Ziel sei eine Impfquote von 95 Prozent überall, sonst werde sich das hochansteckende Virus weiter ausbreiten. Nach WHO-Angaben steckt im Durchschnitt eine infizierte Person bis zu 18 ungeimpfte Menschen an. Masern können schwere Folgen haben, etwa Entzündungen des Gehirns mit Schädigung von Nervenzellen, und die Krankheit kann tödlich enden.

Österreich nach Anstieg der Masernfälle nicht mehr masernfrei

Mehrere Länder, die Masern laut WHO besiegt hatten, haben den WHO-Status "frei von Masern" nach großen Ausbrüchen wieder verloren, darunter Spanien, Großbritannien und Österreich. Insgesamt 542 Masernfälle waren laut AGES im Jahr 2024 im heimischen Meldesystem erfasst worden. Im Jahr 2025 ging die Zahl in Österreich auf 152 zurück. Mehr als 20 Prozent davon mussten im Krankenhaus behandelt werden. Seit 1. Jänner 2026 wurden zwei Masernerkrankungen erfasst. "Mit weiteren Fällen ist zu rechnen", so die AGES. Mit einer Impfquote von 71 Prozent ist man vom WHO-Ziel weit entfernt. Auch Mexiko und die USA könnten ihren WHO-Status als masernfrei verlieren. In den USA könne das passieren, wenn das Land nicht nachweisen kann, dass es Ausbrüche schnell stoppen kann, wie der US-Spezialist für Infektionskrankheiten, Demetre Daskalakis, warnt.

7.000 Masernfälle in Mexiko

Von Anfang 2025 bis Ende Mitte Jänner 2026 wurden in Mexiko nach Angaben der WHO mehr als 7.000 Fälle erfasst, 24 Menschen starben. In einigen Ortschaften muss nun an Schulen eine Nasen-Mund-Bedeckung getragen werden. In Kanada wurden bisher mehr als 5.500 Erkrankungen und zwei Todesfälle verzeichnet. In den USA sind mehr als 2.400 Menschen erkrankt, drei von ihnen starben.

(APA/Red)

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