Die Wiener Vereine Austria und Rapid haben im Wintertransferfenster bislang keine Neuzugänge verzeichnet.
Der enge Kampf an der Spitze der Fußball-Bundesliga hat die heimischen Clubs im Winter nicht zu großen Händlern an der Spielerbörse gemacht. Nur punktuelle Verstärkungen, einige finanziell lukrative Abgänge und ein schwungvolles Trainerkarussell haben die Transferzeit geprägt. Drei Tage vor Schließen des Fensters war Meister Sturm mit neuem Coach und vier neuen Profis am aktivsten, Austria Wien, Rapid, der WAC und die WSG Tirol haben bisher keine Verstärkung geholt.
Gleich ein Drittel der Liga hat über den Winter den sportlichen Chef getauscht. Titelverteidiger Sturm Graz (Fabio Ingolitsch), der um den Einzug in die Meistergruppe bangende SK Rapid (Johannes Hoff Thorup), Schlusslicht Blau-Weiß Linz (Michael Köllner) und nach dem Ingolitsch-Abgang notgedrungen auch der SCR Altach (Ognjen Zaric) gehen mit neuen Cheftrainern in die am Freitag beginnende Frühjahrssaison.
Ingolitsch hat aus Altach auch Verteidiger Paul-Friedrich Koller nachkommen lassen, Jusuf Gazibegovic vom 1. FC Köln zurückgeholt und mit dem Georgier Gizo Mamageishvili und dem Schweiz-Kameruner Ryan Fosso zwei Spieler mit Entwicklungspotenzial engagiert. Bei Tochi Chukwuani gaben die Grazer dem Werben der Glasgow Rangers nach und nahmen das kolportierte Angebot in Höhe von fünf Millionen Euro an. Für Mittelfeldmann und Schlüsselspieler Tomi Horvat, dessen Vertrag im Sommer ausgelaufen wäre, machte man noch etwas Kasse. Der Slowene ging zum englischen Zweitligisten Bristol City.
Den fast schon traditionell teuersten Verkauf vollzog Red Bull Salzburg. Der Tabellenführer hat die Aktie Petar Ratkov versilbert und von Lazio Rom kolportiert 13 Millionen Euro kassiert. Der Kader von Thomas Letsch wurde auch durch die Abgabe des erst im Sommer als Führungsspieler geholten, aber nicht überzeugenden Dänen Jacob Rasmussen (1. FC Kaiserslautern) und Lucas Gourna-Douath per Leihe (Le Havre) verkleinert. Mit Tim Drexler kam ein deutscher U21-Teamspieler für die Abwehr.
Der LASK, der nach einer Siegesserie unter Dietmar Kühbauer erster Salzburg-Verfolger ist, geht ebenso kaum verändert ins neue Jahr wie der TSV Hartberg. Der WAC hat mit Chibuike Nwaiwu, der um 5,5 Mio. Euro zu Trabzonspor wechselte, einen der besten Verteidiger der Liga ziehen lassen. Millioneneinnahmen gab es auch für die klamme Wiener Austria, die zwar keinen Kaderspieler, aber einen Rohdiamanten abgab. U17-Vizeweltmeister Ifeanyi Ndukwe folgte dem Lockruf des Liverpool FC, der laut Medienberichten etwa vier Millionen Euro überwies.
Mit einer neuen Nummer eins gehen der Tabellen-Vorletzte GAK und Schlusslicht BW Linz in den Abstiegskampf. Die Grazer reagierten auf enttäuschende Torhüterleistungen mit der Leihe von Franz Stolz von CFC Genoa. Die Linzer holten den Deutschen Nico Mantl, einst Schlussmann in Salzburg, leihweise bis Saisonende aufgrund des Achillessehnenrisses von Einsertorhüter Viktor Baier.
Aufsteiger SV Ried, der überraschend in den Top sechs überwintert hat, investierte mit den Verpflichtungen von Evan Eghosa Aisowieren (20) und Jussef Nasrawe (18) in die Zukunft.