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Katastrophen-Alarm auf Sizilien: Erdrutsch zwingt Bewohner zur Flucht

27-01-2026, 12:19

Nach heftigen Unwettern droht in der sizilianischen Stadt Niscemi ein ganzes Stadtviertel im Boden zu versinken. Ein massiver Erdrutsch hat eine kilometerlange Bruchlinie aufgerissen und mehr als 1.000 Menschen in die Flucht getrieben.

Nach schweren Unwettern ist es auf Sizilien zu mehreren Erdrutschen gekommen. Seit Sonntag sackt der Boden in Teilen des Stadtgebiets der 25.000 Einwohner-Stadt Niscemi ab, ein bis zu 25 Meter tiefer Graben zieht sich durch Wohnviertel. Eine vier Kilometer lange Front droht abzusinken. Mehr als 1.000 Menschen mussten nach Angaben der Behörden ihre Häuser verlassen. Mehrere Stadtviertel wurden vollständig geräumt.

Vier Kilometer lange Bruchlinie: Häuser und Straßen zerstört

Der Erdrutsch besteht mittlerweile aus einem Hauptbruch in zwei Bögen von vier Kilometern Länge und einer Absenkung, die senkrechte Wände von bis zu 50 bis 55 Metern Höhe entstehen ließ. Straßen sowie Gebäude wurden beschädigt.

Der Bürgermeister Massimiliano Conti sprach von einer "dramatischen Situation", denn Niscemi sei derzeit nahezu von der Außenwelt abgeschnitten, da wichtige Verkehrsachsen gesperrt wurden. Schulen bleiben geschlossen, der Zivilschutz entsandte zusätzliche Einsatzkräfte. In einer Sporthalle wurden Notunterkünfte eingerichtet, zahlreiche Bewohner kamen bei Verwandten unter.

Zivilschutz spricht von dauerhafter Unbewohnbarkeit

Zivilschutzchef Fabrizio Curcio kündigte die Errichtung einer sogenannten roten Zone an. Die betroffenen Gebiete könnten dauerhaft unbewohnbar bleiben. "Wer dort ein Haus hat, wird nicht zurückkehren können", sagte Curcio. Weitere Erdrutsche wurden nicht ausgeschlossen. Das Gebiet war bereits vor 29 Jahren von einem ähnlichen Erdrutsch betroffen. Die aktuellen Erdrutsche entstanden durch das Sturmtief Harry, das seit Tagen heftige Regenfälle über Sizilien bringt.

Der italienische Ministerrat hat am Dienstagnachmittag den Unwetternotstand für Sizilien, Sardinien und Kalabrien ausgerufen. Die Regierung unter Giorgia Meloni hat für die betroffenen Gebiete 100 Millionen Euro aus dem Fonds für nationale Notfälle bereitgestellt. Die Präsidenten der drei Regionen wurden laut Beschluss bei einer Ministerratssitzung in Rom beauftragt, den Wiederaufbau zu koordinieren.

(APA/Red)

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